Login
Traktoren

Kompakttraktor Deutz-Fahr 5120C im dlz-Test

© amh (dlz agrarmagazin)
von , am
14.07.2015

Die Serie 5C markiert bei Deutz-Fahr den Mittelweg zwischen High-Tech und Purismus. Wie das Topmodell
5120C den Spagat bewältigt, hat das dlz agrarmagazin beim Einsatz mit einer Kurzscheibenegge überprüft.

Der getestete Deutz-Fahr 5120C hat eine max. Leistung von 87 kW (118 PS). © amh (dlz agrarmagazin)
Der Deutz-Fahr 5120C deckt zusammen mit 5100C und 5110C den Bereich zwischen 95 und 115 PS ab. In Sachen Preis und Ausstattung sind die 5C in der Mitte zwischen den 5G- und den 5P-Schleppern angesiedelt. Die Technikredakteure des dlz agrarmagazin haben sich den Kompakten im Einsatz angesehen.

Die Ergebnisse der dlz-Feldprobe im Detail

Der Deutz Motor läuft noch unter Tier 4i. © amh (dlz agrarmagazin)
Ihre Kraft schöpfen die 5C-Traktoren im Gegensatz zu den Baureihen 5D und 5G aus einem Vierzylinder-Deutz-Motor. Der TCD 3.6 L04 kommt auch in den größeren Schleppern der Serien 5P und 5TTV zum Einsatz. Die für ihn noch gültige Abgasnorm Tier 4i erfüllt der Motor mit einer Kombination aus gekühlter Abgasrückführung und Dieseloxidationskatalysator. Ein SCR-System oder einen Dieselpartikelfilter braucht er nicht.
 
Im dlz-Test zeigte sich der 5120C spritzig und der Motor drehfreudig. Die drei Meter breite Lemken-Heliodor-8-Kurzscheibenegge zog der Kompaktschlepper flott durch den Acker. Deutz-Fahr gibt 32 Prozent Drehmomentanstieg und ein nahezu konstantes Drehmoment zwischen 1.200 und 1.900 U/min an. Das passt zum Testeindruck der dlz-Technikredakteure: Der Schlepper hängt gut am Gas und hat genug Drehmomentreserven.

Kraftsparendes Powershift-Getriebe

Die Testmaschine war mit dem Dreistufen-Powershift-Getriebe plus Kriechgängen ausgestattet, das 60 Vor- und 60 Rückwärtsgänge bietet. Diese sind in vier Gruppen mit je fünf Gängen und je drei Lastschaltstufen unterteilt. Positiv fiel den dlz-Testern auf: Alle Powershift-Getriebe erreichen die 40km/h bei Dieselsparenden 1.750U/min. Die Lastschaltstufen schalten unter Last wie bei Leerfahrten butterweich. Der Gangwechsel dürfte etwas leichtgängiger sein. Gut gefallen hat der Kupplungsknopf am Schalthebel, mit dem man beim Gangwechsel weich aus- und wieder einkuppeln kann.
 
Die Wendeschaltung lässt sich in ihrer Aggressivität SDF-üblich in fünf Stufen den Vorlieben des Fahrers entsprechend einstellen. Ist die Stop-and-Go-Funktion aktiviert, kuppelt der Schlepper automatisch aus und wieder ein, wenn man auf die Bremse tritt beziehungsweise sie wieder loslässt. Das macht vor allem bei Frontladerarbeiten Spaß.
 
Serienmäßig kommt die Serie 5C mit den zwei Zapfwellengeschwindigkeiten 540 und 540 Eco. Auf Wunsch kann auch die bekannte Vierfachzapfwelle mit 540/540 Eco, 1.000/1.000 Eco verbaut werden. 

Eco-Pumpe bevorzugt

Steuergeräte und Kraftheber werden serienmäßig von einer 55-l-Pumpe versorgt. Optional gibt es eine 60-l-Pumpe mit einer so genannten Eco-Funktion. Dabei handelt es sich um eine Tandempumpe, die ihre volle Förderleistung Deutz-Fahr zufolge bereits bei 1.600 Motorumdrehungen erreicht. Das ist vor allem in Kombination mit einem Frontlader interessant.
 
Der Heckkraftheber stemmt beim Topmodell 5120C bis zu 5.410 kg, in der Front sind es bis zu 1.850 kg. Damit kommt man in dieser Klasse aus. In der Serienausstattung bietet der 5120C drei, auf Wunsch vier hydraulische Steuergeräte. Die ersten drei werden mechanisch per Bowdenzug bedient. Das vierte - beispielsweise für den hydraulischen Oberlenker - ist elektrisch.

Flottes Wenden

Für die Kabine empfehlen die dlz-Technikredakteure, die optionale Klimaanlage zu kaufen. © amh (dlz agrarmagazin)
Auf dem Acker machte der 5120C eine gute Figur. Der große Lenkeinschlag macht ihn wendig - vor allem wenn man mit der SDD-Schnelllenkung arbeitet. Der 5120C baut mit 2.333 mm Radstand in der Leistungsklasse entsprechend kurz. Die Gewichtsverteilung haben die Ingenieure allerdings gut hinbekommen, sodass auch schwerere Anbaugeräte kein Problem sind. Die bis zu 38 Zoll großen Räder auf der Hinterachse leisten hier ebenfalls ihren Beitrag.

Freundliche Kabine


Die neu entwickelte 4-Pfosten-Kabine bietet eine gute Rundumsicht und ein luftiges Raumgefühl - vor allem in Kombination mit dem optionalen Glasdachfenster. Die Kabine ist breit genug, sodass auch der Beifahrer bequem sitzen kann. Die Klimaanlage ist leider aufpreispflichtig. Die dlz-Technikredakteure raten davon ab, auf sie zu verzichten, denn durch das viele Glas wird es schnell warm in der Kabine. Die Bedienelemente sind farblich gekennzeichnet. Geübte Deutz-Fahr-Kenner finden sich sofort zurecht, Neulinge nach einer kurzen Einweisung auch.
Auch interessant