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Traktoren

Kräftemessen: John Deere 7310R vs. John Deere 8320R

© Matthias Mumme/traction
von , am
03.09.2015

Sie haben fast die gleiche Motorleistung, könnten aber unterschiedlicher kaum sein. Die Technikredakteure der traction haben den 7310R und den 8320R von John Deere einem Praxisvergleich unterzogen.

Traten im Test gegeneinander an: der John Deere 7310R und der John Deere 8320R. © Matthias Mumme/traction
Groß oder ganz groß - diese Frage stellen sich bei immer mehr Landwirte und Lohnunternehmer, wenn es um die Anschaffung eines leistungsstarken Traktors geht. Bei vielen Herstellern überlappen sich die Baureihen. Auch bei  John Deere gibt es im Bereich der Baureihen 7R und 8R relativ große Überlappungen, die sich über jeweils vier Modelle - vom 8245R bis zum 8320R und vom 7250R bis zum 7310R erstreckt.
 
Die Testredakteure der traction haben sich den 7310R und den 8320R herausgepickt, jeweils mit stufenlosem AutoPowr-Getriebe, um beide einem Praxisvergleich in verschiedenen Kategorien zu unterziehen. Zusätzlich haben sie die OECD-Messwerte beider Traktoren (hier mit Powershift-Getriebe) analysiert und verglichen.

John Deere 8320R: Lob und Tadel

Transport
  • sehr guter Fahrkomfort, bessere Vorderachsenfederung
  • höherer Reifenverschleiß wegen Gewicht und Achslastverteilung
Zapfwellenarbeiten
  • nur Zweifach-Zapfwelle
Hydraulikarbeiten
  • hohe Hydraulikleistung und Hubkraft
  • geringere Drehzahldrückung durch Motor-Getriebe-Management (mittlerweile geändert)
Leichte Bodenbearbeitung
  • hohe Zugkraft, gute Drehzahldrückung
  • zu frontlastig, ggf. Fronballast reduzieren
Schwere Bodenbearbeitung
  • passende Gewichtsverteilung
  • größere Bereifung vorn
  • effizienteres IVT-Getriebe
Sonstiges
  • AutoCommand Steering direkter
  • bessere Wendeschaltung
  • hohes Leergewicht
  • nur zwei Zapfwellengeschwindigkeiten

John Deere 7310R vs. John Deere 8320R: Wer hat wo die Nase vorn?

Vorab: Einen klaren Gewinner gab es im Vergleich nicht. Beim Transport punktet der 8320R mit dem besseren Komfort; der 7310R hat dafür die geringeren Verschleißkosten (Stichwort Reifen) und mehr Nutzlast.
 
Auch bei Zapfwellen- und Hydraulikarbeiten heißt es: unentschieden. Der 7310R ist leichter und effizienter, der 8320R bietet dafür mehr Hydraulikleistung und Hubkraft.
 
Der leichtere und insgesamt universellere 7310R ist auf dem Grünland zu bevorzugen. Bei der leichten Bodenbearbeitung sind beide Schlepper trotz des Gewichtunterschieds gleichauf. Bei der schweren Bodenbearbeitung hingegen geht der 8320R als Sieger hervor, wobei der 7310R etwas wendiger ist.
 
Die OECD-Messungen unterstreichen die Praxiserfahrungen der Testredakteure. Der 8320R eignet sich konzeptionell vor allem für schwere Zugarbeiten im unteren Geschwindigkeitsbereich, der 7310R punktet eher über 10 bis 12 km/h. Gefühlt sind die Leistungsdifferenzen zwischen 7310R und 8320R bei schweren Zugarbeiten mit stufenlosem Getriebe größer als mit Powershift-Getriebe.
 
Preislich liegen zwischen beiden Kandidaten rund 8.000 Euro. Angesichts der besseren Ausstattung des 8320R ist diese Differenz auch gerechtfertigt, so man den Schlepper passend einsetzt.

John Deere 7310R: Lob und Tadel

Transport
  • geringeres Leergewicht, mehr Nutzlast
  • Nick- und Wankbewegungen durch kurzen Radstand
Zapfwellenarbeiten
  • Pluspunkt für Dreifach-Zapfwelle
Hydraulikarbeiten
  • bessere Drehzahldrückung
  • geringere Hubkraft und Hydraulikleistungen
Leichte Bodenbearbeitung
  • passendes Einsatzgewicht und passende Gewichtsverteilung
  • gute Drehzahldrückung
Schwere Bodenbearbeitung
  • sehr wendig
  • AutoPowr macht zu wenig Druck
  • vorn leichter, viel Frontballast notwendig
Sonstiges
  • wendiger als 8R
  • Pluspunkt für 3 Zapfwellengeschwindigkeiten
  • lautere Hydrostatengeräusche
  • Getrieberegelung unsensibler als bei 8R
 
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