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LTU 2016

Landtechnik: typenoffene Werkstätten ab 2018 möglich

Jörg Möbius, agrarmanager
am
21.01.2016

Was für Pkw, Lkw und Motorroller längst Normalität ist, wird im Bezug auf Landmaschinen noch heiß diskutiert: typenoffene Werkstätten. Auch bei den Landtechnischen Unternehmertagen ging es um dieses Thema.

Heiß diskutiert auf den Landtechnischen Unternehmertagen, dem vom Deutschen Landwirtschaftsverlag organisierten Branchentreffen der Landmaschinenhändler, war die "EU-Verordnung über die Genehmigung und Marktüberwachung von land- und forstwirtschaftlichen Fahrzeugen“ (167/2013). Sie betrifft in erster Linie Standard-Traktoren sowie optional Anhänger und gezogene Maschinen. Nicht betroffen sind selbstfahrende Arbeitsmaschinen und Anbaugeräte.

Hersteller müssen Dokumente zur Verfügung stellen

Zusammengefasst geht es um den diskriminierungsfreien Zugang jeder Werkstatt zu den Reparatur- und Wartungsinformationen (RWI), Ersatzteilen und Spezialwerkstätten sowie zu Schulungen der Hersteller. Dazu müssen die Hersteller für das Auslesen der Fehlercodes und das Aufspielen neuer Software ein vorgeschriebenes Protokoll einhalten. Bei der Typzulassung neuer Maschinen soll das bereits mit kontrolliert werden.

Sämtliche Dokumente können nach einer Registrierung von den Servern der Hersteller heruntergeladen werden. Zusätzlich zum bisher üblichen Internetzugang ist dafür ein Receiver für geschätzt 1.500 Euro notwendig. Für die Dokumente ist mit Kosten von 5 bis 10 Euro je Downloadstunde zu rechnen.

Übergangszeitraum bis 2018

Es gibt einen langen Übergangszeitraum. Es ist damit zu rechnen, dass 2018 erste neu entwickelte Maschinen in den Verkauf kommen, die die Verordnung 167 erfüllen. In der Diskussion äußerten Vertreter etablierte Fachwerkstätten, dass es schon heute - bei dem herrschenden Fachkräftemangel - schwer werden würde, neue freie Werkstätten aufzubauen. Aber es sei vorstellbar, dass der eine oder andere Händler eine zusätzliche Filiale ohne Markenbindung eröffnet.

Chance für Lohnunternehmer

Auch für große Lohnunternehmer oder Großbetriebe könnte es eine Option sein, die eigenen Schlosser bei den Herstellern der im Unternehmen gefahrenen Hauptmarken schulen zu lassen und dann noch mehr in der eigenen Werkstatt zu erledigen. Es dürfte somit auch langfristig nicht zu einem so großen Anteil freier Werkstätten kommen wie im Pkw-Bereich.

 

Maschine des Jahres 2016: Das sind die Gewinner

Kategorie untere Mittelklasse: Valtra N-Serie4 Zylinder, bis zu 185 PS bei 730 Nm5-stufiges Volllastschaltgetriebe mit Berghaltefunktionfahren nur mit Bremspedal und FahrhebelASR AntischlupfregelungVielzahl an Ausstattungskombinationen © Anke Fritz
Der Fendt 1000 Vario hat gleich zwei Preise gewonnen. Die Leser und User des dlv wählten den Fendt 1000 Vario zur besten Neuheit des Jahres. Dafür bekam er den Publikumspreis. Die dlv-Technikredakteure kürten ihn in der Kategorie Traktor XXL zum Gewinner. vier Modelle von 380 bis 500 PS12,4 l MAN-Motor mit niedriger Drehzahl2.400 NmDrehmomentneues KühlkonzeptVariogetriebe mit neuem AllradmanagementHochleistungshydraulik mit zwei Pumpen und insgesamt 430 l/min Fördermenge © hek
Kategorie Großtraktor: John Deere 8R Tier 4 finalLeistungsstarke Motorendrei Getriebe zur Auswahlhydraulisch gefederte Kabinegefederte Vorderachseneuer CommandArm © hek
In der Kategorie Oberklasse Traktor gewannen die drei Maschinen Case IH Optum... © hek
...New Holland T7 HD und... © hek
...Steyr Terrus CVTeine Plattform für drei Markenzwei Motoren mit 290 und 313 PS Maxleistungneue VorderachseSparzapfwelle in der FrontABS-Bremse mit automatischer Lenkbremsedrei Bedienkonzepte je nach Ausrichtung der CNH-Marke © hek
Kategorie obere Mittelklasse: Deutz-Fahr Serie 6 Cshift (hier in Sonderedition "Warrior")8 Modelle von 150 bis 210 PSC-Shift-Getriebe mit sechs elektronisch gesteuerten Gruppen und vier LastschaltgängenJoystickbedienung ohne Kupplungsbetätigung für das GetriebeS-Claas² Kabine4-Fachzapfwelle9.200 kg Hubkraft © Anke Fritz
Kategorie Mähdrescher: Claas Lexion 7004-D-Reinigung (Rotorklappensteuerung und Windanpassung nach Hangneigung)automatische Gutflusskontrolle (Abschaltung von Antrieben bei Überlast)Häckselintensität aus der Kabine verstellbarautomatische Maschineneinstellung jetzt auch für Mais und SojaKennfeldgesteuerter Radialverteiler © hek
Kategorie Feldhäcksler: Krone Big X 630Häckseltrommel MaxFlowmit 660 mm Durchmesser für ruhigeren Lauf20, 28 oder 36 MesserVariQuickSystem zum einfach Cracker-AusschwenkenEinzelradaufhängung für mehr Fahrkomfort und WendigkeitStreamControlfür angepasste WurfweitePowerSplit senkt den Kraftstoffverbrauch © hek
Kategorie Hackfruchternte: Holmer Terra Dos T4-30 mit HR 12Weltrekord: 85,4 Hektar in 24 StundenArbeitsbreite von 5,40 MeterFahrgeschwindigkeiten von bis zu 9 km/hEinzelreihentiefenführung EasyLiftReduzierung von Überfahren u. Nebenzeitenniedrigerer Kraftstoffverbrauch je Hektar © Anke Fritz
Kategorie Drilltechnik: Lemken Solitair 253000 Kunststoff Saatgutbehälterelektrisch angetriebene DosiereinheitTeilbreiten mit separater Mengenanpassung möglichneuer Verteiler mit hydraulischer Fahrgassenschaltung ohne Saatgutrückführungeinfacher Wechsel zwischen Säschiene und der Einzelkorndrille Azurit © Werkbild
Kategorie Bodenbearbeitung: Kverneland 2500 i-Plough4-bis 6-furchigen Variomat-Pflug30 bis 60 cm SchnittbreiteEinstellung und Bedienung direkt aus der Kabinesicher auf der Straßepräzise auf dem Acker © Werkbild
Kategorie Bestandesführung: Amazone ZA-TS mit Argusbis zu 4.200 l Behältervolumenbis zu 50 ha/h200 Hz Wiegetechnik mit NeigungssensorISOBUS-Kommunikationbis zu 30 km/hbis zu 650 kg/min54 m Arbeitsbreite © Werkbild
Kategorie Materialumschlag/Logistik: Zunhammer Ultra Light Tankwagenleichter und robuster 15,5-Kubikmeter-Gülletransport-Anhängermit 3,5 Tonnen Leergewicht können 14,5 Tonnen transportiert werdenselbsttragendes Fahrzeug aus GfK-Werkstoff ohne Hilfsrahmennur die zwei luftgefederten Achsaggregate sind aus StahlSchwallwände im Tank unterstützen die Gesamtstatik © Anke Fritz
Kategorie Futterbergung: Schuitemaker Rapide mit NIR-SensorKurzschnittladewagen von 27 bis 53 m³ LadevolumenDurch die Kombination von NIR-Sensor und Waage lässt sich der Trockenmasseertrag schlagbezogen ermitteln.Mit den Ertragskarten lässt sich die Düngung optimieren. © Werkbild
Kategorie Elektronik: Väderstadt Seed EyeKörnerzähler mit optischen Transistorengeeignet für Fein-und Normalsaaten bis hin zu BohnenGenauigkeit bei Raps 99 %, bei anderen Saatgüter 98 %selbsttätige Kalibrierung der Sämaschine nach Eingabe der Sollmenge (Kö/qm) in iPadanwendbar mit und ohne ISOBUSverfügbar für Rapid A und Spirit R © Werkfoto
Kategorie Sonderpreis: Mitas Air Cellgemeinsame Entwicklung mit FendtDruckanpassung erfolgt in Sekunden, statt MinutenInnenreifen kontinuierlich mit 8 bar Druck befülltkein direkter Kontakt mit äußerem Reifen, dadurch keine Reibung und WärmebelastungErhöhung der Lebensdauer des Reifens, Bodenschonung, Kraftstoffersparnis © Werkfoto
Katagorie Sonderpreis: Evonta e-3Wirkung gegen alle Arten von Pflanzenpathogenen (Mikropilze, Bakterien, Viren)nur 4-6 Kilowattstunden Strom pro Tonne Saatgut notwendigoptimal für alles Saatgut wie Getreide, Mais, Reis, Gemüse, Leguminosen und Sondersaatenhervorragend in bestehende Saatgutaufbereitungsanlagen integrierbar © Werkfoto
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