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Traktor-Test

Lintrac: Bergfex im Flachlandeinsatz

Thomas Göggerle/dlz agrarmagazin/Bernadette Schweiger
am
23.06.2016

Mit Vierradlenkung und tiefem Schwerpunkt kraxelt der Lintrac sicher an steilen Hängen. Die dlz hat getestet, was der alpine Vierzylinder sonst noch zu bieten hat.

Ein Traktor für die alpine Landwirtschaft braucht einen tiefen Schwerpunkt um leicht und sicher am Steilhang zu arbeiten. Der österreichische Hersteller Lindner hat den Lintrac dafür konzipiert, der sich durch folgende Kriterien auszeichnet: 

  • Ein stufenloser Antrieb
  • Allradlenkung
  • Vierzylinder
  • Kleine Abmessungen, damit er in enge Ställe passt
  • Niedriger Schwerpunkt
  • Starke Hydraulik
  • Bedienung mit vielen Einstellmöglichkeiten

Das dlz agrarmagazin wollte wissen, ob sich der Bergfex auch für den Einsatz im Flachland eignet und hat den Lintrac auf den Acker geschickt.

Merkmale des Lintrac

  • Zugkraftregelung: Der Lintrac kommt ohne Messdosen in den Unterlenkern und damit ohne Zugkraftregelung daher, kann aber als Option dazugekauft werden.
  • Motor: Turbolader, Common-Rail-Einspritzung und Abgasrückführung zeichnen den 4-Zylinder aus. Der Lintrac kommt noch ohne AdBlue aus. Stattdessen reinigt sich der Partikelfilter durch höhere Abgastemperaturen automatisch.
  • Maße: Nach nur einer Stufe sitzt man im Cockpit. Kein anderer Standardtraktor erreicht kompaktere Außenmaße.
  • Klimaanlage: Trotz fehlender Automatik behält der Fahrer im extrem heißen Sommer einen kühlen Kopf.
  • Wendigkeit: Der Wendekreis liegt unter 7 Meter! Voll eingeschlagen radieren allerdings die Hinterräder auf der Grasnarbe. Besonderheit: Per Tastendruck lenkt die Hinterachse gegen den Hang und verhindert das Abdriften. Ein Modus für Schwaden und Mähen mit dem Heckmähwerk lenkt die Hinterachse zeitverzögert, wenn der Sensor an der Vorderachse über 15 Grad Einschlagwinkel registriert.
  • Bedienung: Zur Bedienung von Hydraulik und Fahrstrategien gibt es statt Knüppel oder Hebel ein Steuerrad auf der Armlehne.
  • Hydraulik: Für Frontladerarbeiten ist genügend Ballast im Heck Pflicht. Mit rund 3 t Nutzlast kommt schnell zu viel auf die Achsen. Hinten vertragen diese maximal 4,6 t. Die Hubkraft im Heck ist mit 3,3 t eher mager. In der Front stemmt er durchgängig knappe 1,8 t, was für Mähwerke mit Aufbereiter locker ausreicht.

Fazit

  • Der Lintrac 90 ist einer der wenigen Vertreter um die 100 PS mit stufenlosem Antrieb.
  • Neben der Berglandwirtschaft brauchen vor allem Betriebe mit Sonderkulturen stufenlos angetriebene, leicht und wendige Traktoren.
  • Die Vierradlenkung ist ein Alleinstellungsmerkmal des kleinen Tirolers, das ihm so schnell niemand nehmen wird.
  • Mit über 95.000 Euro blättert man für den Lintrac mehr auf den Tisch als für vergleichbare Standardschlepper.
  • Wer die Vorteile der Maschine ausnutzen kann, hat mit dem Lintrac eine Maschine in hoher Qualität und mit Komfort gefunden.
     

Der Lintrac im Test

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