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Traktoren

Neues Spiel mit alten Trümpfen: Fendt Favorit 716 Vario

© landpixel/Hapo
von , am
30.09.2011

München - Der Fendt 716 nimmt auf dem deutschen Gebrauchtmaschinenmarkt den ersten Platz ein. Grund genug für die AGRARTECHNIK, sich dieses Modell und dessen Entwicklungsschritte genauer zu betrachten.

Die Landtechnikproduktion in Deutschland war bis Juni 2015 um neun Prozent kleiner als im letzten Jahr. © Werkbild
Fendt stellte 1998 mit den Favorit-Typen 714 und 716 erstmals stufenlose Getriebetechnik in Traktoren der mittleren Leistungsklasse vor. Umstritten war vor allem das Design der neuen Fendt 700er Baureihe bei deren Vorstellung 1998. Mit der abgerundeter Haube setzten sie sich doch stark vom kantigen 900er Kraftpaket ab. Von der Variotechnik war die Fachwelt begeistert. Schließlich wurde mit der neuen, bis zu 160 PS starken Baureihe erstmals das bedeutende Kundenklientel der bäuerlichen Betriebe mit stufenloser Technik bedient. Doch nicht nur das äußere Kleid der 700er Vario-Reihe war neu. Fendt verbaute erstmals einen Multifunktions-Joystick. Entgegen den ersten 900er Varios ließen sich mit diesem neben der Geschwindigkeit auch Hydraulik- und Zapfwellenfunktionen ändern. Vor allem älteren Fahrern abschreckend erschien der neue Bedienmonitor, das Varioterminal. Er diente erstmals zum Einstellen von EHR, Getriebe und Hydraulik, die jetzt sogar mit einer Zeitfunktion ausgestattet war.

Vario 716 in mehreren Ländern auf Platz eins

2011 stellten die Marktoberdorfer nun bereits die vierte Generation der 700er vor. Aber nicht nur neue Traktoren von Fendt sind beliebt, auch die Gebrauchten erfreuen sich großer Nachfrage. Unter allen angebotenen Traktoren auf Gebrauchtmaschinenplattformen, wie technikboerse. com nimmt der Fendt Vario 716 den ersten Platz ein. Der Marketing Service Lectura hat für diesen Typ mit aktuell 75 angebotenen Maschinen einen Marktanteil von 2,4 Prozent unter den derzeit in Deutschland zum Verkauf stehenden Gebrauchttraktoren ermittelt. Auf Platz zwei folgen der John Deere 6800 und der Fendt 820 mit jeweils 2,2 Prozent. Den vierten Platz belegt bereits der kleine Bruder des 716, der Fendt 714, mit zwei Prozent.
 
In Österreich liegt der Vario ebenfalls auf Platz eins, hier sind es sogar 4,6 Prozent. In den Niederlanden und Belgien muss sich der Allgäuer die Spitzenposition mit dem John Deere 7800 beziehungsweise 8420 teilen. Vorlaute Kritiker könnten jetzt urteilen, der 716 sei ein Ladenhüter, den keiner mehr will. Weit gefehlt: Innerhalb der letzten drei Monate nahm der Bestand um 27 Prozent ab. Übrigens ist Deutschland auch für den gebrauchten 716 Vario der wichtigste Markt. 60 Prozent der Maschinen sind hierzulande gelistet. In Frankreich sind es 22 Prozent und in den Niederlanden beträgt der Anteil sechs Prozent.

Deutsche Traktoren am ältesten

Die Verweildauer auf den Betrieben ist in Deutschland ebenfalls am höchsten. Hier sind die angebotenen Vario 716 im Durchschnitt 9,2 Jahre alt. In Frankreich beträgt das Durchschnittsalter 7,8 Jahre und in den Niederlanden 7,6 Jahre. Junge Gebrauchte gibt es in Belgien mit durchschnittlich 6,2 Jahren. Die geleisteten Betriebsstunden variieren stark. Von 1 400 Betriebsstunden bis fast zum Zehnfachen ist alles dabei. Die Verkaufspreise schwanken ebenfalls erheblich. Lectura ermittelt die Preise auf Basis von 600 Stunden pro Jahr wie folgt: Die erste 716er Generation von 1998, die übrigens noch den Namenszusatz Favorit trug, soll noch für 40 400 Euro zu verkaufen sein. Für Traktoren aus 2006, dem letzten Baujahr der zweiten Generation, sind die Käufer bereit, noch 57 300 Euro auf den Tisch zu legen. Damit sind die grünen Traktoren mit den roten Felgen bis zu 20 000 Euro teurer als Maschinen der Wettbewerber! Übrigens waren bei den Varios eine gefederte Vorderachse, Klimaanlage, Druckluftbremse und drehzahlreduzierte 50 Kilometer pro Stunde serienmäßig...
 
Den vollständigen Artikel können Sie in der aktuellen September-Ausgabe der AGRARTECHNIK nachlesen.
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