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Traktoren

Praxistest: So gut ist der Fendt 828 Vario im Einsatz

© Andreas Holzhammer/dlz agrarmagazin
von , am
17.08.2015

Der Fendt 828 Vario ist ein kompakter Großschlepper für Straße und Feld. Wie er sich in der Praxis macht? Die Technikredakteure des dlz agrarmagazins haben ihn getestet. Das Fazit: Viel Lob, ein bisschen Tadel.

Der Fendt 828 Vario ist das Top-Modell der 800er Baureihe mi 280 PS Nennleistung. © Andreas Holzhammer/dlz agrarmagazin
Maximal 280 PS leistet der Fendt 828 Vario maximal. Mit zwei Turboladern hat der Motor nun noch mehr Kraft von unten heraus. Die Mehrleistung ist auch den Technikredakteuren des dlz agrarmagazins positiv aufgefallen - besonders beim Transport.
 
Der 828 erfüllt die letzte Abgasnorm Tier 4 final und bietet damit die modernste Motorentechnik aus dem Hause Deutz. Merkmale sind beispielsweise der Doppelturbolader und die flachere Drehmomentkurve, die für mehr Leistung im unteren Drehzahlbereich sorgen.
 
Fendt verspricht einen günstigen spezifischen Verbrauch von 192 g/kWh. Einen sparsamen Dieselverbrauch hat auch die dlz im Feld festgestellt. 

Lob und Tadel der dlz-Technikredakteure

Motor
Der Deutz-Motor mit 6,06 l Hubraum überzeugt in der Tier-4-final-Version durch günstigen Spritverbrauch und gute Leistungswerte, besonders im unteren Drehzahlbereich.  
 
Fahrkomfort
Die Kabine mit der 3-Punkt-Aufhängung sorgt im Zusammenspiel mit der gefederten Vorderachse und dem Luftsitz für entspanntes Fahren. Das Fahrerhaus ist mit 69 dB(A) angenehm leise. Die neue geklebte Verbundglas-Frontscheibe im aktuellen Modell besitzt einen Wischkreis von 180 oder 300°.
 
Hubkraft und Hydraulik
Die Hubkräfte von maximal 11.110 daN im Heck und 5.040 daN in der Front können sich sehen lassen. Die neue Parkposition der Hubstreben schützt die Gelenkwelle und die Anhängerdeichsel. Ölfördermengen von 152 l (Serie) oder 205 l (Option) sind gute Werte. Bis zu acht Steuergeräte mit einer Durchflussmenge von bis zu 100 l/min lassen kaum Wünsche offen.
 
Bedienung
Der Vario lässt sich ergonomisch bedienen. Die Armlehne ist gut strukturiert aufgebaut. Im aktuellen Modell wurde das 10.4-Zoll-Terminal mit Glasmonitor wie beim Smartphone ausgestattet. Neben der Schlepperbedienung lassen sich Dokumentation und Spurführung im Terminal bedienen. Auch SectionControl unterstützt das ISOBUS-fähige Terminal jetzt.    

Das sagen die Praktiker

Die Brüder Johannes (28), Friedrich (26) und Stephan (23) Kübler betreiben ein technisches Lohnunternehmen in Kammerstein (Bayern). Neben einem Fendt 828 laufen noch ein 724, ein 916 und ein 939 auf dem Betrieb. Außerdem gehören noch zwei Bagger und ein Radlader zum Unternehmen.
 
Der 828 kam als Vorführmaschine mit rund 300 Stunden im Oktober 2014 auf den Betrieb. Mittlerweile hat er 1.200 Stunden auf der Uhr. Wie bei Vorführmaschinen üblich, hat er eine üppige Ausstattung: RTK-Lenksystem, Reifendruckregelanlage, entlastende Fronthydraulik, hydraulische Unterlenkerverriegelung und LED-Lichtpaket. Der Schlepper wird überwiegend im Wald vor einem schweren Forstmulcher eingesetzt.
 
Besonders schätzt Johannes Kübler die Reifenregeldruckanlage: "Gerade beim Güllefahren, mit dem Ladewagen oder im Gelände mit schweren Mulden ein echter Vorteil." Auf der Straße mit dem 4,5 Tonnen schweren Forstmulcher und zwei Tonnen Frontgewicht werden schon mal 2,5 bar in die 710/70 R 42er Reifen gepumpt. Im Acker oder Wald geht es dann mit 0,9 bis 1,1 bar bodenschonend weiter. Für das Aufpumpen werden so sieben bis acht Minuten benötigt, je nach Druckunterschied.
 
Die Küblers hat das große Wischfeld von 300 Grad überzeugt. So kann man ohne Abzusteigen die Frontscheibe fast vollständig reinigen und hat freie Sicht auf Anbaugerät und Radläufe.  
 
Die
  • entlastende Fronthydraulik,
  • der Umkehrlüfter,
  • das Spurführungssystem und
  • die Reifendruckregelanlage
begeistern beim Mähen mit der Front-Heckkombination mit Schwadzusammenlegung Unternehmer und Kunden.
 
Das LED-Lichtpaket möchten die Gebrüder Kübler nicht mehr missen. "Das sind schon Welten zu den anderen Scheinwerfern", ist Stefan Kübler sich sicher.
 
Mit dem Federungskomfort der Vorderachse ist er nicht so zufrieden. "Der 800er ist nur unwesentlich leichter als unser 900er und dessen Einzelradfederung ist einfach besser."

Kurzüberblick: Fendt 828 Vario

  • Deutz-Motor mit Doppelturbolader bringt 280 PS (206 kW) Leistung.
  • Stufenloses Getriebe bis 60 km/h Höchstgeschwindigkeit.
  • Pendelvorderachse mit Wankabstützung und Reaction-Lenksystem für besseren Geradeauslauf.
  • X5-Kabine mit 3-Punkt-Luftfederung sowie Wank- und Nickausgleich.
  • Gut 11 Tonnen hebt der Fendt im Heck.

Testbericht des Fachmagazins Agrartechnik: Fendt 828 Vario mit VarioGrip ...

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