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Forschung

Reifen aus Löwenzahn: Neues Labor eröffnet

Continental WinterContact TS 850 P Taraxagum Winterreifen
am
27.12.2018

Russischer Löwenzahn als Lieferant für Naturkautschuk - das steckt hinter der Forschung von Continental, Fraunhofer, Julius-Kühn-Institut. LfL und Holmer.

Egal ob für Autos, LKWs oder Traktoren - jeder Reifen besteht zu einem gewissen Teil aus Naturkautschuk. Dieser wird im Moment größtenteils aus dem Kautschukbaum (Hevea brasiliensis) gewonnen. Das Problem: Der Kautschukbaum gedeiht nur in einem engen Gürtel um den Äquator, die Anbauflächen sind begrenzt, der Transport teuer und wenig nachhaltig.

Die Lösung: Naturkautschuk aus der Wurzel des russischen Löwenzahns (Taraxacum kok-saghyz). Daran forschen der Reifenhersteller Continental und das Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und angewandte Ökologie, das Julius-Kühn-Institut und das Züchtungsunternehmen Aeskulap seit einigen Jahren.

Vor kurzem hat Continental ein eigenes Forschungslabor in Anklam, Mecklenburg-Vorpommern eröffnet. Künftig soll dort der Anbau und die Verarbeitung von Russischem Löwenzahn als alternative Rohstoffquelle zum Kautschukbaum in den Tropen erforscht werden. Continental schätzt die Entwicklungszeit bis zur Serienreife des  Löwenzahnreifens auf noch mindestens fünf Jahre. Dann können mit der Nutzung des lokal gewonnen natürlichen Kautschuks lange Transportwege und damit Kohlendioxidemissionen eingespart werden.

Gummi aus Löwenzahn: viel Forschungsarbeit nötig.

Zwar enthält Russischer Löwenzahn (Taraxacum koksaghyz) mehr Kautschuk als andere Löwenzahn-Arten. Dennoch reicht die Menge für eine Produktion im Industriemaßstab noch nicht aus. Und so robust und anspruchslos Löwenzahn auch ist – er ist keine Ackerpflanze, die stabile Erträge liefert und damit rentabel ist. Bis jetzt jedenfalls. Durch gezielte Zuchtprogramme ändert sich das derzeit.

Ein zentraler Aspekt dabei ist die Entwicklung sogenannter DNA-Marker durch die Münsteraner. Diese Marker sind natürlicherweise vorkommende Stellen im Erbgut, die im Labor nachweisbar sind und jeweils in Kombination mit derjenigen „Regieanweisung“ im Erbgut auftreten, die eine bestimmte gewünschte Eigenschaft der Pflanze erzeugt. Ein Beispiel ist ein höherer Kautschukgehalt. Durch eine DNA-Analyse stellen die Wissenschaftler bereits beim Keimling fest, ob er die angestrebte Eigenschaft besitzt. Sie können dem Züchter sofort sagen, ob es sich lohnt, mit dieser Pflanze weiter zu züchten. Dieser Prozess, der bei alten Kulturpflanzen intuitiv und teils über Jahrtausende erfolgte, ist damit zielgerichtet möglich und zeigt bereits nach wenigen Pflanzengenerationen vielversprechende Ergebnisse.

Gummi aus Löwenzahn: LfL und Holmer steigen in Forschung ein

Neben der Züchtung ertragreicher Pflanzen ist eine weitere große Frage noch zu klären: Wie und mit welcher Technik werden die Löwenzahnwurzeln geerntet? Antworten darauf suchen künftig die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) und die Holmer Maschinenbau GmbH gefördert vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Das Projekt "Entwicklung einer Maschine zur Ernte der Wurzeln des Russischen Löwenzahns (Taraxacum koksaghyz) als industrieller Rohstoff (TAKOROD)" ist in drei Teilvorhaben gegliedert:

Die Förderung dieser drei Teilprojekte, an deren Ende eine funktionierende Verfahrenskette für die Ernte von russischem Löwenzahn stehen soll, läuft bis Ende 2021.

Mit Material von Continental, Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe

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