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Traktoren

Schlüsselmaschine Raupentraktor

von , am
06.11.2013

Mit der Einführung der Challenger-Raupentraktoren entfachte Caterpillar 1986 eine kleine
Revolution im Traktorenbau. Heute sind die Schlepper unter dem Dach von AGCO weltweit eine feste Größe, wenn es um schlupf­arme Leistungsübertragung geht.

Die Agraraktiengesellschaft Albrecht Daniel Thaer in Wriezen, Ortsteil Schulzendorf, bewirtschaftet im Landkreis Märkisch-Oderland 50 km nordöstlich von Berlin nahe der polnischen Grenze knapp 4.000 ha Ackerland. Seit einem Jahr gehört die ehemalige Genossenschaft zur Lindhorst-Gruppe aus dem ­niedersächsischen Winsen (Aller).
 
"Wir haben nach der Wende meist nach Amerika und nicht in die alten Bundesländer geschaut, wenn es um die Technik für den Ackerbau geht", berichtet Martin Schmidt. Er arbeitet seit 35 Jahren in diesem Betrieb und ist seit 2009 für den gesamten Ackerbau zuständig. "Die Maschinen für die Strukturen in den USA und Kanada passen viel eher zu unserem ebenfalls großen Betrieb mit überwiegend großen Schlägen."
 
So setzen die Verantwortlichen im Betrieb seit der Wende vor allem auf John Deere Traktoren. Aber mit zunehmender Leistung der Traktoren wird es schwieriger, die Zugkraft mit Rädern auf den Boden zu bringen. "Sie kommen da an Grenzen", so Martin Schmidt weiter. "Aus den 50er-Jahren kannten ältere Kollegen noch den Einsatz von Raupenschleppern, damals vor allem aus der Sowjetunion eingeführt."

Mehr Leistung und Lenkautomat

2010 war es Zeit, eine neue Raupe anzuschaffen. Da haben die Schulzendorfer das verfügbare Spitzenmodell, einen Challenger MT 875 C mit 560 PS Nennleistung und 609 PS Spitzenleistung, gekauft. "Da wir im Betrieb inzwischen automatische Lenksysteme einsetzen, konnten wir die Vorrüstung dafür nutzen. Sie fährt jetzt mit einem John Deere System mit SF 2-Signal. Das ging einfach zu installieren, hier haben die beiden amerikanischen Hersteller gut vorgearbeitet", zeigt sich Martin Schmidt erfreut.
 
Challenger-Händler in der Region ist die Agravis Technik Sachsen-Anhalt/Brandenburg GmbH. Marcel Brumme ist seit 2010 dort auch für die starken Raupen von AGCO zuständig. "Mit einer Vorführung konnten wir den Betrieb überzeugen, wieder eine gelbe Raupe zu kaufen." Neben der Vertrautheit mit dieser Technik spielte die Zugkraft eine wichtige Rolle.

Flächenleistung und Kraftstoffverbrauch

Wichtig in so einem großen Unternehmen ist die Flächenleistung. Die neue Raupe arbeitet vor allem mit einem 8-m-Schwergrubber, einer 10-m-Feinscheibe zum Stoppelsturz oder einem Universalgrubber mit 6 m Arbeitsbreite. "Den Universalgrubber fahren wir mit 10 bis 12 km/h, da sind gut 80 ha täglich zu schaffen", berichtet Martin Schmidt. "Damit benötigen wir 35 % weniger Arbeitszeit gegenüber einem Radtraktor mit 360 PS." Für den Kraftstoffverbrauch hat Martin Schmidt den Durchschnitt übers Jahr bei Arbeitstiefen von 8 bis knapp 30 cm parat: 12 bis 13 l/ha.
 
"Mit der Raupe und Unterstützung mit einem großen Radtraktor kommen wir günstiger, als wenn wir zwei Radschlepper für die Bodenbearbeitung einsetzen würden. Der Radtraktor kommt bei Arbeitsspitzen zum Einsatz und fährt einige Schläge an, die eine längere Straßenfahrt erfordern." So wird der Raupentraktor optimal ausgelastet und kann seine Stärken ausspielen.
Jörg Möbius
Redakteur Landtechnik

agrarmanager



Raupentraktor: Ein Meilenstein der Landtechnik

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