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Traktoren

Schwerer Hirsch mit wenig Durst

von , am
23.01.2013

Das dlz agrarmagazin veröffentlicht in seiner Februarausgabe einen Dauertest des John Deere 7230R. Positiv überraschte er mit seinem kräftigen, genügsamen Motor. Kritische Anmerkungen gab es zum Automatikmodus des Getriebes.

Der Umsatz bei Deere & Company kann nicht mit dem letzten Rekordjahr mithalten. © Mumme/dlz
Das mittlere Modell der zur Agritechnica 2011 vorgestellten 7R-Baureihe fährt bereits mit dem großen 9,0-l-Aggregat auf, das auch in der größeren 8R-Baureihe bis über 400 PS zum Einsatz kommt. Im Testeinsatz zeigte sich der Motor bei schwerer und mittelschwerer Bodenbearbeitung sowie bei Transportarbeiten trotz EGR und Partikelfilter sparsam. Und das, obwohl der Schlepper mit gut 13 Tonnen Einsatzgewicht protzt. Punktabzüge gab es für den lauten Lüfter (der drückend arbeitet) und die teils schlechte Zugänglichkeit zum Motor.

Getriebe automatisiert

Zur 7R-Baureihe hat John Deere das AutoQuad-Getriebe automatisiert und als CommandQuad eingeführt. Geschaltet wird nun manuell mit einem kleinen Schaltstick, oder automatisch je nach Leistungsabfrage. Das schwere Einlegen der Gänge wie beim AutoQuad fällt nun also weg. Der Automatikmodus (in dem sich Gruppen "einfrieren" lassen) konnte nicht voll überzeugen, hier ist noch einiges an Feintuning von Seiten des Herstellers nötig um den Gruppen- und Gangwechsel praxisgerechter zu gestalten. Einen deutlichen Komfortgewinn bringt das Getriebe dennoch mit sich. Die über das Motorsteuergerät angesteuerte Transportdrehzahl war nach Ansicht der Tester etwas zu niedrig angesetzt, da der Motor schon bei leichten Steigungen wieder auf Nenndrehzahl umschaltete.

Man thront hoch

Die Kabine des 7R ist vergleichsweise weit oben auf das Chassis aufgesetzt. Der Türgriff ist nicht vom Boden aus erreichbar, der rechtsseitige Behelfsaufstieg (zum Einstellen der Spiegel oder Reinigen der rechten Seitenscheibe) ist sehr steil und bietet zu wenig Haltemöglichkeiten. Innen bietet sie viel Platz, ist leise und ergonomisch gestaltet. Einen Multifunktionshebel vermisst man in der CommandArm-Bedienung nicht unbedingt. Kritikpunkte: Zum Ansteuern von Frontkraftheber und Hecksteuergeräten muss man umgreifen, und die Heckscheibe lässt sich nur einen Spalt weit öffnen. An die optionale elektronisch gesteuerte Lenkung (ActiveCommand Steering) muss man sich erst gewöhnen. Sie steuert bei Schwankungen und Fahrbahnunebenheiten selbstständig entgegen, was den Geradeauslauf deutlich verbessert. Beim Ausweichen von Schlaglöchern oder entgegenkommenden Fahrzeugen verschätzt man sich als Fahrer aber anfangs schon einmal. Daher: langsam herantasten!
 
Was den dlz-Testern sonst noch positiv wie negativ am John Deere 7230R auffiel, lesen Sie im aktuellen Februarheft des dlz agrarmagazin.

John Deere 7230R: Schwerer Hirsch mit wenig Durst

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