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Produktion Landmaschinen

So meistert John Deere die Corona-Krise

Schlepperproduktion
am Samstag, 18.04.2020 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Bei John Deere sind aktuell alle europäischen Landmaschinenfabriken in Betrieb. agrarheute hat bei Ralf Lenge, Manager Public Relations, nachgefragt, wie das Unternehmen die zukünftige Entwicklung einschätzt,

Herr Lenge, unter welchen Bedingungen wird bei John Deere aktuell produziert?

Die Mannheimer Traktorenfabrik arbeitet im Einschichtbetrieb mit einer größeren Taktung als sonst. Dadurch sind weniger Mitarbeiter am Montageband und der Sicherheitsabstand zwischen den Werkern kann eingehalten werden. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter.

Das Werk in Zweibrücken arbeitet zweischichtig und kann dadurch den Abstand zwischen den Mitarbeitern sicherstellen und die Kontaktrate zwischen den Werkern deutlich verringern. Aufgrund des Zweischicht-Betriebs wird annähernd die gleiche Maschinenzahl wie sonst produziert. Somit ist hier fast die volle Produktion möglich.

Hat John Deere Engpässe mit der Versorgung von Bauteilen von Zulieferern?

Da wir einen sehr hohen Eigenfertigungsanteil haben, können wir die Zulieferung recht gut steuern. Unter anderem kommen die Motoren aus dem Schwesterwerk in Saran (Frankreich), wo wir nach kurzer Unterbrechung wieder produzieren. Getriebe und Hinterachsen kommen zum Teil aus der Mannheimer Getriebefabrik und die Kabinen kommen aus dem Werk Bruchsal, das ebenfalls in Betrieb ist. Auch die Komponentenfertigung im spanischen Getafe läuft.

Der größte Engpass besteht in Italien. Hier hat die Regierung aktuell die Landmaschinenhersteller beziehungsweise Komponentenhersteller als nicht systemrelevant eingestuft. Wenn diese Beschränkung nicht aufgehoben wird, könnte es für alle Landtechnikhersteller eng werden, da in Italien die meisten Zulieferer sitzen. In China läuft dagegen die Produktion wieder voll.

Haben Kunden mit Auswirkungen auf die Lieferzeit von Bestellungen zu rechnen?

Hier ist bisher noch keine sichere Einschätzung möglich. Bei den Erntemaschinen (Feldhäcksler und Mähdrescher) sieht es bisher sehr gut aus. Hier ist auch der größte Druck, da die Ernte in vielen Regionen bevorsteht.

Bei den Traktoren sind Verzögerungen nicht auszuschließen. Sollte Italien wieder anspringen, dürften aber auch hier die Einschränkungen gering sein.

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