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Digitale Trends

Tablet im Traktor

agrarmanager/bes
am
22.12.2015

Es gibt verschiedene Terminal-Konzepte zur Bedienung von Landtechnik. Ein Trend dabei ist die Nutzung handelsüblicher mobiler Endgeräte. Hier finden Sie die neuesten Lösungen.

Das Terminal zählt mittlerweile in modernen Schleppern zu den wichtigsten Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine. Das Aufgabenspektrum wächst stetig. Die Bedienung und Kontrolle einer Vielzahl von Schlepperfunktionen wie Getriebe oder Vorgewendemanagement erfolgt ebenso in Echtzeit über das Terminal, wie die Steuerung von Pflanzensensoren oder die Anbindung an das Farmmanagement.

Ein entscheidender Punkt bei der Bedienung ist, das die Informatinen auf den Terminals den Fahrer nicht überfordern dürfen.

Die verschiedenen Hersteller setzen dabei auf unterschiedliche Strategien: Ob ein oder zwei Terminals in die Kabine sollen, darüber sind die Meinungen geteilt. JohnDeere beispielsweise setzt auf die Trennung in zwei Terminals, Fendt dagegen auf das ISOBUS Universalterminal. 

Außerdem setzen immer mehr Landmaschinen- und Agrarelektronikhersteller auf kostengünstige Tablets aus dem Elektronik-Fachmarkt. Der agrarmanager hat die neuesten Trends vorgestellt. Welche Lösungen sich die verschiedenen Hersteller überlegt haben, zeigen wir Ihnen hier:

Auf Basis der ISOXML Software können die Geräte miteinander kommunizieren. Steht diese zur Verfügung, kann jedes mobile Gerät für die Bedienung im Traktor dienen, wie beispielsweise ein Tablet oder ein Smartphone. Viele Hersteller folgen diesem Trend und haben dazu neue Lösungen entwickelt:

"Easy on board App" von Claas

Mit dieser Software können Landwirte ihr Tablet in ein ISOBUSTerminal verwandeln. Dank der Schnittstelle ISO Universal Terminal (ISO UT) können mit dem Touchscreen des mobilen Gerätes auch die ISOBUS Funktionen anderer Hersteller angesteuert werden. Außerdem lassen sich die F Tasten am Bedienhebel des Traktors mit Gerätefunktionen belegen. Die Kommunikation zwischen Anbaugerät und Tablet erfolgt per WLAN.

"FarmDisplay" von Hansenhof Electronic

Das "FarmDisplay" kann auf jedem windows- oder linuxbasierten PC installiert werden. Die Softwarelösung richtet sich vor allem an Gerätehersteller, die für die Funktionssteuerung kein eigenes Terminalkonzept entwickeln wollen. Auf der Oberfläche lässt sich die Zahl und Anordnung der Masken frei konfigurieren. Auf Tablets oder Touchscreens unterstützt das Programm Mehrfingergesten und das automatische Drehen des Bildschirms.

E-Control von Väderstad

Eine herstellerspezifische mobile Bedienlösung bietet Väderstad mit dem E-Control. Dabei geht es zunächst um eine App, die es ermöglicht, die Tempo-Sämaschine mit dem iPad anzusteuern. Die Verbindung erfolgt kabellos via Wi-Fi über den Väderstad Gateway auf der Sämaschine. Der Gateway zeichnet außerdem GPS-Daten, Applikationsmengen, Fehlermeldungen und andere wichtige Daten auf.

Das Besondere: Väderstad hat für das iPad-Terminal eine Halterung (E-Keeper) konstruiert, die das iPad mit Strom versorgt und alternativ eine Bedienung über Tasten ermöglicht. Für den Einsatz im Feld wird keine Internetverbindung benötigt. Ist der Tablet- PC jedoch online, kann der Landwirt aus einer aktualisierten Liste mit 3D-Ansichten Ersatzteile direkt bei seinem Händler bestellen.

Weitere Lösungen

  • Bei wtk-Elektronik heißt die Alternative zum Geräteterminal "ISOBUS Bediensoftware fo@PC für Tablet und PC". Auf dem Windows-Touchscreen können ein Maschinenprozess voll bedient und vier weitere beobachtet werden.
     
  • Ebenfalls jedes beliebige Endgerät aus dem Elektronikfachhandel ist mit dem "ISO FLEX MODUL" von Reichhardt zur Steuerung von ISOBUS-Anwendungen nutzbar. Erweitern lässt sich die Software mit der Service-Advisor-App "SERVUS". Nach Zustimmung des Fahrers sehen hier Betriebsleiter oder Servicetechniker in Echtzeit auf ihrem Internetbrowser den Bildschirm des Anwenders. So können sie Hinweise zur Bedienung geben und die Daten mitlesen.
     
  • Als Tablet für die Landwirtschaft bezeichnet Trimble das Display TMX 2050. Dabei handelt es sich allerdings nicht um ein handelsübliches Tablet. Das Display bietet nach Angaben des Herstellers jedoch eine Android Benutzeroberfläche, die sich an die individuellen Anforderungen des Landwirts anpassen lässt. Zu den Standardfunktionen gehören sowohl die Bedienung der Trimble Lenksysteme EZ-Pilot und Autopilot als auch die Steuerung der integrierten Teilbreiten- und Mengensteuerung. Neben Internetbrowser und Rechner können weitere Apps wie zum Beispiel Connected Farm, FmX Plus oder Precision IQ hinzugefügt werden.
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