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Traktoren

Traktor-Test: Feldprobe Fendt 936 Vario

Bernd Feuerborn, dlz agrarmagazin
am
21.10.2014

Die 900er-Baureihe von Fendt umfasst fünf Modelle. Das dlz agrarmagazin hatte den Fendt 936 Vario in der Feldprobe. Bis zu 360 PS leistet der Traktor.

Aktuell bietet Fendt fünf Modelle der 900er-Baureihe an. Diese leisten von 270 bis 390 PS.  Der Testtraktor Fendt 936 Vario leistet maximal 360 PS. Der 900er-Vario ist ein Großtraktor in Blockbauweise mit 60 km/h Höchstgeschwindigkeit. Er wird mit den drei Ausstattungspaketen Power, Profi und ProfiPlus angeboten.
 
Die Power-Version umfasst das kleine 7-Zoll-Terminal mit dem einfachen Joystick ohne Hydraulikfunktionen. Im Wesentlichen sind dann die Schlepperbedienung, die ISOBUS-Gerätebedienung und das Vorgewendemanagement (ab Profi) möglich. In der Profi-Ausstattung sind der große Joystick mit den Hydraulikfunktionen verbaut. In der Profi-Plus-Version lassen sich die Spurführungssysteme von Fendt über den 10,4-Zoll- Monitor bedienen.

Fendt 936 Vario: Die Highlights im Überblick

  • Deutz-Motor mit 360 PS
  • stufenloses Fahren bis 60 km/h,
  • Doppelquerlenker-Vorderachse mit Stabilitätskontrolle für mehr Fahrsicherheit
  • X5-Kabine mit 3-Punkt-Luftfederung sowie Wank- und Nickausgleich
  • maximal 11.800 daN Hubkraft im Heck

Reifenregeldruckanlage als Option

Die Profi-Modelle verfügen über die Dokumentationsprogramme VarioDoc und VarioDocPro. Für guten Fahrkomfort sorgt die Einzelradaufhängung der Vorderräder mit der Doppelquerlenkerachse im Zusammenspiel mit der Kabinenfederung. Mit der Stabilitätskontrolle FSC wird der Pendelausgleich zwischen der linken und der rechten Seite ab 20 km/h gesperrt und die Wankbewegung des Schleppers in der Kurve verringert. So bleibt das Fahrzeug besser in der Spur.  Die neue Reifenregeldruckanlage wird jetzt bei den neuen Modellen als Option angeboten.

Ein Deutz-Motor mit sechs Zylindern

Bei der Einführung der Motoren der Abgasstufe Tier 4 interim setzte Fendt auf SCR-Technologie von Deutz. Damit braucht der Schlepper nun zwei Betriebsstoffe. Der Motor kann im Betriebsoptimum laufen und das senkt den Verbrauch. Fendt hat beide Tanks für Diesel und AdBlue kombiniert. In den Tank  lassen sich bis zu 600 l Diesel  füllen. Beim Ad Blue sind es 60 l. Somit reicht es in der Regel, jedes zweite Mal AdBlue zu tanken. Der Deutz-Motor mit sechs Zylindern schöpft seine Kraft aus 7,75 l Hubraum.
Die Durchzugskraft des Motors hat die dlz nicht enttäuscht, insbesondere beim Pflügen mit dem achtfurchigen Aufsattelpflug. Der Verbrauch hielt sich mit rund 18 l/ha in Grenzen. Beim Silieren mit dem großen 3-Achs-Auflieger und Dolly haben sie nur 15 bis 16 l/h durch die sechs Zylinder gebracht. 
 
Die Geschwindigkeiten in den beiden Fahrbereichen reichen von 20 m/h bis hoch zu 34 60 km/h bei Vorwärtsfahrt. Rückwärts ist bei 20 beziehungsweise 33 km/h Schluss. Mit TMS findet der Fendt automatisch die passende Motordrehzahl zur Getriebeübersetzung und mit der Grenzlastautomatik passt sich die Motordrückung an den jeweiligen Einsatz an.
 
Die passende Geschwindigkeit lässt sich über das Fahrpedal, den Joystick mit TMS oder manuell über das Gaspedal und den Joystick finden. Bei den aktuellen 900er gibt es nun noch Fernmessstellen, damit eventuelle Fehler am Getriebe ohne Demontage des Hinterrads diagnostiziert werden können.

X5-Kabine bietet gutes Raumangebot

Mit dem 5-Säulen-Aufbau gibt es auf der rechten Seite keinen störenden Pfosten in der X5-Kabine. Statt einer Tür ist hier eine große Glasscheibe verbaut. Die Klimaautomatik und nur 69 dB(A) am Fahrerohr machen auch lange Arbeitstage angenehm. 
 
Beim Fendt 936 Vario sind alle wichtigen Bedienelemente in der Armlehne zusammengezogen. Für die Beleuchtung und die Klimatisierung muss der Bediener auf die Lenkerkonsole umgreifen.  Im kleinen Terminal ist nur die Bedienung des Schleppers und die ISOBUS-Steuerung der Geräte möglich.
 
Das Vorgewendemanagement lässt eine Offline-Programmierung zu. So können die Arbeitsschritte auch im Stand eingegeben und verändert werden. Der Monitor ist, wie der Joystick und die Bedienung der EHR, in der Armlehne verbaut. Auch die wichtigsten Funktionen wie Zapfwelle, Ventilsteuerung und Tempomat sind hier untergebracht.
 
 

Lob & Tadel für den Fendt 936 Vario

  • Motor: Der Deutz-Motor mit 7,75 l Hubraum überzeugte in der Tier-4-i-Version durch günstigen Spritverbrauch und gute Leistungswerte.
  • Fahrkomfort: Die Kabine mit der 3-Punkt-Aufhängung sorgt im Zusammenspiel mit der gefederten Vorderachse und dem Luftsitz für entspanntes Fahren. Das Fahrerhaus ist angenehm leise. Die neue geklebte Verbundglas- Frontscheibe im aktuellen Modell erlaubt einen Wischkreis von 180 oder 300 Grad.
  • Hubkraft und Hydraulik: Werte von maximal 118 kN im Heck und 55,8 kN in der Front lassen kaum Wünsche offenen. Die neue Parkposition der Hubstreben schützt Gelenkwelle und Anhängerdeichsel. 152 oder auf Wunsch 205 l Ölfördermenge sind ordentlich. Bis zu acht Steuergeräte mit einer Durchflussmenge von bis zu 100 l/min möglich.
  • Bedienung: Der Vario lässt sich ergonomisch Bedienen. Die Armlehne ist gut strukturiert aufgebaut. Im aktuellen Modell wurde das 10.4-Zoll-Terminal mit Glasmonitor wie beim Smartphone ausgestattet. Neben Dokumentation und Spurführung sind jetzt Telemetrielösungen im Terminal verbaut. Auch SectionControl unterstützt das ISOBUS-fähigen Terminal im aktuellen Modell.

Feldprobe Fendt 936 Vario

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