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Praxistest

Der überarbeitete Fendt Vario 724 im Test

Dieser Artikel ist zuerst in der traction erschienen.

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Fendt Vario 724
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Matthias Mumme, traction
am
02.03.2016

Fendt hat die Baureihe 700 Vario zur Abgasnorm Tier 4 final einer Frischzellenkur unterzogen. Traction hat das Topmodell 724 Vario einem Praxistext unterzogen.

Im Zuge der Umstellung auf die Abgasnorm Tier 4 final hat Fendt seine 700 Baureihe nicht nur im Motorbereich neu überarbeitet. Traction hat das Topmodell, den 724 Vario einem Praxistest mit DLG-Messungen unterzogen. Wo der handliche Vario hinpasst und welche Stärken und Schwächen der Test aufzeigte, finden Sie in der Traction-Ausgabe Januar/Februar. Einen Teil der Ergebnisse lesen Sie hier.

Technische Details

Für den Antrieb der 700 Vario setzen die Marktoberdorfer nach wie vor auf den knapp 6,1 l großen Vierventiler TCD 6.1 L6 von Deutz, der nicht tragend im Halbrahmen aufgehängt ist. Um die gesetzlichen Grenzwerte der Norm Tier 4 final zu erfüllen, mussten jedoch zahlreiche konstruktive Änderungen Einzug halten:

  • So ist nun eine externe gekühlte Abgasrückführung (AGRex) zur stärkeren Reduzierung der Stickoxidemissionen verbaut und
  • es kommt eine neue kennfeldgesteuerte SCR-Einspritzung mit 6-Loch-Düsen zum Einsatz.
  • Dazu verpassten die Kölner Motorenbauer dem Sechsender einen passiven Partikelfilter, der ohne Dieseleinspritzung und bedarfsgerecht regeneriert und zudem auf die Lebensdauer des Schleppers ausgelegt ist.
  • Durch das Zusammenspiel dieser Komponenten konnte der AdBlue-Verbrauch deutlich reduziert werden.
  • Erneuert wurde auch das komplette Kühlerpaket, dessen Wasserkühlfläche laut Fendt 15 Prozent größer ist als beim Vorgänger. Eine neue Wasserpumpe liefert nun 300 l/min anstelle von 175 l/min. Dazu wurde der Lüfterdurchmesser von 576 auf 620 mm vergrößert.
  • Nach wie vor ist in allen sechs Modellen ein Wastegate-Turbo ohne VTG-Technologie verbaut. Die Maximalleistung von 176 kW/ 240 PS liegt bei rund 1.800 Touren an.

Positiv:

  • Der Dieseltank fasst ordentliche 400 l, in den AdBlue-Tank passen 38 l.
  • Lob gibt es auch für die Wartungsanzeige des Luftfilters. Ausgeblasen werden muss erst, wenn die Elektronik "Alarm schlägt".
  • Durch die Unterbringung des Luftfilters und des neu dazugekommenen Partikelfilters im Motorüberbau sowie das vergrößerte Kühlerpaket ist die Motorhaube um vier Zentimeter höher geworden. Dennoch sind die neuen 700er schön übersichtlich, kompakt und handlich geblieben.

Negativ:

  • Umkehrlüfter gibt es ab Werk auch gegen Aufpreis nicht. Serienmäßig ist ein elektronisch gesteuerter Lüfter verbaut.

Fazit: Spritziger Allrounder

  • Der Fendt 724 Vario punktet als kräftiger und sparsamer Allrounder. Trotz neuester Abgastechnologie ist der Schlepper sehr übersichtlich, handlich, wendig und leicht.
     
  • Beim DLG Power Mix setzte sich der Allgäuer gut vom Durchschnitt seiner Leistungsklasse ab. Vor allem bei Zapfwellenarbeiten und gemischten Arbeiten sowie im Transport verbraucht der Schlepper sehr wenig Diesel und weist zusätzlich einen extrem niedrigen AdBlue-Verbrauch auf. Dies spiegelte sich in unserem vielschichtigen Praxiseinsatz wieder.
     
  • Wie bei Fendt-Traktoren gewohnt, sammelt der Schlepper auch beim Komfort und bei der Sicherheit viele Pluspunkte. Stöße werden durch die Vorderachs- und die Kabinenfederung sehr gut gedämpft; Straßenlage, Lenkverhalten und Bremsverhalten sind sehr gut.
     
  • Vor allem im Feld und in engen Hofstellen macht sich der enge Wendekreis positiv bemerkbar.
     
  • Die Wendeschaltung arbeitet butterweich und bietet einige nützliche zusätzliche Features.
     
  • Weitere Pluspunkte gibt es für die Hubkräfte, die optionale Lageregelung mit Entlastung am Frontkraftheber, vier serienmäßige Zapfwellengeschwindigkeiten und die auf Wunsch bestellbare kräftige Arbeitshydraulik mit 193 l/min Fördervolumen. Das Gesamtpaket und die Optionen lässt sich Fendt aber teils sehr ordentlich bezahlen.

Kritik gibt es vor allem für die manuell umzuschaltenden Fahrbereiche.

 

Der Fendt Vario 724 im Praxistest

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