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Traktoren

Unfallverhütung: So ist der Traktor kindersicher

© Mühlhausen/landpixel
von , am
09.07.2015

Große Maschinen ziehen Kinder magisch an. Diese Gefahren gehen von Traktoren und Co. für den Nachwuchs aus. Es sind oft Kleinigkeiten, die das Leben der Kinder schützen.

Kinder lieben große Maschinen und drücken gern auf Knöpfen rum. Einfache Dinge machen den Traktor auch für Kinder sicher. © Mühlhausen/landpixel
Wenn Kindern etwas passiert, ist dass die Horrovorstellung schlechthin. Noch schlimmer ist es, wenn eine Kleinigkeit den Unfall hätte vermeiden können. Auch wenn viele Dinge gutgehen und Kinder oft Glück haben, sollten landwirtschftaliche Maschinen auf dem Betrieb für Kinder sicher sein. In der Juniausgabe des dlz agrarmagazins sind die häufigsten Unfallursachen und praktische Lösungsansätze beschrieben.

Rückfahrkamera für den toten Winkel

Eine RuÜckfahrkamera lässt Sie den toten Winkel einsehen. © Feuerborn/dlz agrarmagazin
Unfälle passieren oft beim Anfahren der Maschine. Gerade beim Rückwärts-Ausparken oder beim Ankuppeln von Anhängern geraten Kinder schnell in den toten Winkel. Sie möchten nur schnell beim Anhängen helfen oder laufen in die Gefahrenzone, weil sie mitfahren wollen und dem Papa hinterrennen. Im schlimmsten Fall werden sie von der Maschine erfasst und überrollt.
Lösung: Eine Rückfahrkamera lässt Sie den toten Winkel einsehen. Wenn eine solche nicht schon ab Werk in der Maschine eingebaut ist, können Sie sieganz einfach nachrüsten.

Alte Schlepper nachrüsten

Je nach Fabrikat kann ein Kinderfuß leicht in die Dreipunkthydraulik oder in das sich drehende Hinterrad gelangen. © Katharina Kiermeir
Auf vielen landwirtschaftlichen Betrieben finden sich noch alte Schlepper, deren Sicherheitsstandards nicht dem heutigen Maßstab entsprechen. Je nach Fabrikat kann ein Kinderfuß zum Beispiel leicht in die Dreipunkthydraulik oder in das sich drehende Hinterrad gelangen.
Lösung: Gefahrenstellen können Sie mit selbst gebauten Abdeckungen absichern. Zudem muss der Fahrer besonders darauf achten, dass das Kind ordnungsgemäß auf dem Schlepper sitzt. Es empfiehlt sich, kleinere Kinder zum Beispiel in einem speziellen Traktor-Kindersitz anzuschnallen. Diese haben zudem den Vorteil, dass sie meist gefedert sind und die Kinderwirbelsäule vor Stößen schützen.

Immer den Schlüssel abziehen

Beim Absteigen vom Traktor immer den Schlüssel abzuziehen © Katharina Kiermeir
In der Traktorkabine gibt es viele bunte Stellteile (Knöpfe, Hebel, Joystick und Pedale), die die kindliche Neugier wecken. Das kann bei Kindern, die bereits zu groß für einen Kindersitz sind, schnell gefährlich werden. Steigt der Vater kurz vom Schlepper und lässt den Motor dabei laufen, spielt es an den Stellteilen herum und setzt zum Beispiel aus Versehen das Fahrzeug in Bewegung.
Lösung: Beim Absteigen vom Traktor immer den Schlüssel abzuziehen. Auch ein Sicherheitsschalter im Sitz kann eine Schutzmaßnahme sein. Dabei aktiviert nur das Gewicht eines Erwachsenen auf dem Fahrersitz die Schaltfunktionen; ein Kind ist dafür zu leicht. Solche Schalter bieten die Traktorenhersteller ab Werk an.

Kindersitz mit 5-Punkt-Begurtung

Spezielle Traktorkindersitze sorgen dafür, dass Kinder nicht vom Sitz rutschen. © Philip Lichthaler
Auf dem Beifahrersitz kann man vor allem kleinere Kinder nicht vernünftig anschnallen. Sie erreichen das Türschloss und Stellteile und spielen daran herum. Und wenn sie doch einmal einschlafen, können sie vom Sitz rutschen. Für den Beifahrersitz benutzen Schlepperhersteller bewusst den Begriff Instruktorensitz und schließen Kinder als Benutzer sogar aus.
Lösung: Mit einem geeigneten Kindersitz ist das Mitfahren für die Kleinen sicher. Bei speziellen Traktorkindersitzen sorgt in der Regel eine 5-Punkt-Begurtung dafür, dass der Nachwuchs auch beim Herumzappeln und Einschlafen sitzen bleibt, und nicht an Hebel und Knöpfe gelangt.

Rückwärts vom Traktor steigen

Sobald man das Schloss der Traktortür betätigt, öffnet diese dank Gasdruckfeder automatisch. Kinder sind oft nicht auf das plötzliche Öffnen gefasst, halten sich reflexartig an der Haltestange fest und werden von der Tür hinausgezogen. Außerdem liegen die Stufen des steilen Traktoraufstiegs für kurze Kinderbeine zu weit auseinander. Somit kann das Kind auch bei einem gewollten Abstieg stürzen.
Lösung: Mit einem Traktorkindersitz können Sie Unfälle dieser Art leicht vermeiden. Wenn der Nachwuchs in einem solchen angeschnallt sitzt, kann er das Türschloss in der Regel nicht erreichen und auch bei geöffneter Tür nicht herausfallen. Somit verhindern Sie weit- gehend, dass Ihr Kind vom Traktor steigt, wenn Sie es nicht möchten. Und beim Abstieg gilt natürlich wie für die Erwachsenen auch: rückwärts heruntersteigen.
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