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Traktoren

VDMA Landtechnik: Deutsche Landtechnikindustrie auf Wachstumskurs

von , am
02.02.2011

Frankfurt am Main - Die Landtechnikindustrie am Standort Deutschland hat die Rezession bereits im vergangenen Jahr überstanden.

Die Landtechnikproduktion in Deutschland war bis Juni 2015 um neun Prozent kleiner als im letzten Jahr. © Werkbild
Der Branchenumsatz stieg im Jahr 2010 um zwei Prozent auf 5,77 Milliarden Euro. "Damit sehen wir die positiven Langfristtrends für Landwirtschaft und Landtechnik deutlich bestätigt", erklärte Dr. Bernd Scherer, Geschäftsführer des VDMA Landtechnik, in einer Presseinformation des Verbandes am Dienstag in Frankfurt. "Denn moderne Landtechnik leistet einen entscheidenden Beitrag, um die weltweit steigenden Nahrungsmittel- und Energiebedarfe nachhaltig zu decken."
 
Für 2011 erwartet der VDMA Landtechnik angesichts der höheren Auftragsbestände und der positiven landwirtschaftlichen Einkommen einen Umsatzzuwachs von zehn Prozent auf 6,4 Milliarden Euro. Damit liege der Umsatz zwar noch um 15 Prozent unter dem Rekordniveau des Boomjahres 2008, die Branche sei jedoch mit dem gegenwärtigen Auslastungsgrad ihrer Produktion zufrieden. Durch große Auftragsüberhänge aus dem Jahr 2008 sei der Umsatz für die Hersteller von Landmaschinen und Traktoren im Vergleich zu anderen Branchen erst ab dem Frühjahr 2009 zurück gegangen. Aufträge und Umsatz seien dann ab Mai 2010 wieder über das Vorjahresniveau gestiegen. Momentan betrage der Zuwachs im Auftragseingang mehr als ein Drittel – ein gutes Vorzeichen für das Geschäftsjahr 2011.

Traktoren als Vorreiter des Aufschwungs

Die Analyse der Umsatzzahlen 2010 zeige die unterschiedlichen Entwicklungen. Vorreiter des neuerlichen Aufschwungs war die Traktorensparte. Bereits seit dem zweiten Quartal 2010 sei die Produktion wieder ausgeweitet worden. Im gesamten Jahr 2010 liefen in Deutschland 53.450 Traktoren vom Band, was einer Steigerung von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspreche. Der Umsatz erhöhte sich in gleichem Maße. Vier von fünf der in Deutschland produzierten Traktoren werden in andere Länder verkauft.
 
Etwas schleppender sei die Konjunktur noch für die Erntemaschinen gelaufen. Aufgrund der geringen Nachfrage in wichtigen Märkten wie Deutschland, Frankreich, Ukraine und Russland ging die Produktion von Mähdreschern und Grünfuttermaschinen das zweite Jahr in Folge zurück. Etwas ausgeglichen wurde dies durch einen wiederum steigenden Umsatz mit Feldhäckslern. Für die aktuelle Saison könne die Produktion für alle Erntemaschinen jedoch wieder hochgefahren werden. Auch die Fertigung der Geräte für Bodenbearbeitung, Aussaat, Düngung und Pflanzenschutz laufe derzeit wieder auf Hochtouren, nachdem das Kalenderjahr 2010 mit einem geringen Umsatzrückgang abgeschlossen wurde.

Konjunkturprimus deutscher Markt

Das Marktvolumen in Deutschland habe sich mit 3,95 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau belaufen, wobei der Umsatz mit Traktoren um sechs Prozent höher und mit Landmaschinen um vier Prozent niedriger aufgefallen sei. Bereits seit Monaten investierten Deutschlands Landwirte und Lohnunternehmer vermehrt, was die Verkaufszahlen schon im vierten Quartal 2010 deutlich in die Höhe getrieben habe. Damit sei der deutsche Markt momentan konjunktureller Primus in Europa und werde es angesichts der hohen Auftragsbestände auch in den kommenden Monaten noch bleiben.
 
Die Exportquote habe 2010 bei 70 Prozent gelegen. Auf dem wichtigsten Exportmarkt, Frankreich, verkauften die deutschen Hersteller 15 Prozent weniger Technik als im Vorjahr. Erst seit gut einem Vierteljahr fallen die Investitionen wieder höher aus. Dagegen hätten sich die meisten der zentral- und osteuropäischen Absatzmärkte bereits spürbar erholt. Russland stehe mittlerweile wieder an vierter Stelle im Ranking der Exportmärkte. Gleichwohl wirkten sich die Importbarrieren der russischen Regierung nach wie vor sehr hinderlich auf die Verkäufe der westeuropäischen Landtechnikindustrie aus. (pd)
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