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Landtechnik

US-Landwirte dürfen Traktoren von John Deere wieder selbst reparieren

US-Farmer haben Hoffnung, dass sie zukünftig ihre Traktoren und Erntemaschinen von John Deere wieder selbst reparieren oder ihre eine freie Werkstatt beauftragen dürfen.
am Mittwoch, 11.01.2023 - 06:02 (1 Kommentar)

Landwirte aus den USA und John Deere haben eine Absichtserklärung unterzeichnet. Sie gilt als Erfolg im Streit um das Recht auf Reparatur für Landmaschinen.

Der US-amerikanische Bauernverband American Farm Bureau Federation (AFBF) hat mit John Deere eine Absichtserklärung unterzeichnet. Sie sichert Landwirten das Recht zu, ihre Landmaschinen selbst zu reparieren. Das verkündeten der Verband und John Deere in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Diagnosegeräte, Handbücher und Reparaturcodes für Traktoren und Erntemaschinen soll es zukünftig nicht nur exklusiv für John-Deere-Werkstätten geben, sondern auch freie Landtechnikwerkstätten und Farmer können sie demnach nutzen.

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John Deere wegen beschränktem Recht auf Reparatur in der Kritik

In den USA herrscht seit einigen Jahren eine hitzige Diskussion über das Recht auf Reparatur. In der Landwirtschaft steht vor allem der Landtechnikhersteller John Deere in der Kritik. Der Vorwurf: Landwirte in den USA können ihre Maschinen nicht mehr selbst oder bei einer freien Landtechnikwerkstatt reparieren lassen, sondern müssen sich an eine John-Deere-Werkstätte wenden. Das könnte sich jetzt ändern. Der Landtechnikriese hat mit dem Branchenverband American Farm Bureau Federation eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding, kurz MOU) über das Recht auf Reparatur getroffen. Ob es die Probleme lösen wird, ist noch offen.

Vereinbarung zwischen John Deere und US-Landwirten

Die Absichtserklärung, die auf der AFBF-Konferenz 2023 in San Juan, Puerto Rico, unterzeichnet wurde, soll einen Schlusspunkt setzen unter mehrjährige Gespräche zwischen den US-Farmern im AFBF und John Deere. Sie soll das Recht von Landwirten sicherstellen, ihre Traktoren, Erntemaschinen und Landmaschinen selbst zu reparieren. AFBF-Präsidentin Zippy Duvall sagte: „Eine Landmaschine ist eine große Investition. Landwirte müssen die Freiheit haben zu wählen, wo die Geräte repariert werden, oder sie selbst zu reparieren, um die Kosten zu kontrollieren. Die Absichtserklärung verpflichtet John Deere dazu, sicherzustellen, dass Landwirte und unabhängige Reparaturbetriebe Zugang zu vielen Werkzeugen und Software haben.“

John Deere: Diagnosegeräte auch für freie Händler

Die Vereinbarung regelt nach Angaben des AFBF den Zugang der Landwirte zu Diagnose- und Reparaturcodes sowie zu Handbüchern und Produktleitfäden. Sie stellt auch sicher, dass Landwirte Diagnosegeräte direkt von John Deere kaufen können und Unterstützung vom Hersteller bei der Bestellung von Teilen und Produkten erhalten. Nach Angaben des AFBF habe die Absichtserklärung das Potenzial, als Modell für andere Hersteller zu dienen. Man habe bereits die Gespräche aufgenommen.

Mit Material von American Farm Bureau Federation (AFBF), John Deere
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Redaktion agrarheute