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Digitalisierung

Vision possible: Zündende Ideen

Start-ups starten durch
am Dienstag, 03.12.2019 - 08:49 (Jetzt kommentieren)

Denkt man an ein Start-up, existiert bei vielen das klischeehafte Bild von potenziellen Gründern, die ihre Ideen während Nachtschichten in unauffälligen Garagen entwickeln, um sie anschließend auf den Markt zu bringen - am besten für viel Geld. Klischee oder Wahrheit?

Vor allem große Unternehmen machen sich den Einfallsreichtum der Gründerszene immer häufiger zu nutzen, das sie so auf einfache Weise die starren Strukturen im eigenen Haus umgehen können. agrarheute hat sich bei der Recherche zum Titelthema "Die Macht der Daten" der Novemberausgabe 2019 mit der Start-up-Szene beschäftigt und einige Ideen unter die Lupe genommen.

Fit auf dem Acker

Innovative Ideen im Pflanzenbau sind gefragt.

Das Unternehmen Stenon aus Potsdam, das von Niels Grabbert und Dominic Roth geführt wird, kümmert sich mit Hilfe von Sensor-Technologie um laborunabhängige Bodenanalyse. Mit dem sogenannten FarmLab, einer Art mobilem Labor für Bodenanalysen, müssen Landwirte ihre Proben nicht mehr in ein Labor schicken, sondern können diese direkt vor Ort analysieren.

Den Pflanzendoc gibt es von Peat aus Berlin. Gründerin Simone Strey bietet mit der App Plantix ein "ärztliches" Nachschlagewerk an. Mit Plantix kann der Nutzer ein Foto von seiner kranken Pflanze schicken. Durch den Algorithmus werden dem User dann die wahrscheinlichsten Krankheiten oder Schädlinge, die seine Pflanze befallen haben, angezeigt. Zusätzlich bekommt er Hinweise zur Behandlung der betroffenen Pflanze.

„Viel hilft viel“ war gestern! Das Start-up ‚SprayPatternator‘ hat sich  zum Ziel gesetzt die Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln effizienter zu gestalten. Mit der Sprühbildanalyse hilft das Unternehmen von Till Fabian Kaupe, Max Frederik Luh und Simon Schild von Spannenberg die Landwirtschaft zu digitalisieren und Sprühprozesse alle Art zu optimieren.

Traplinked mit dem Sitz in Nürnberg digitalisiert die Schädlingsbekämpfungs-Branche. Das Start-up produziert fern-überwachte automatische Mäuse- und Rattenfallen sowie eine begleitende Software, die von Befalls- und
Behandlungs-Dokumentation über Einsatz-Routenplanung bis hin zu Rechnungsschreibung alle Büroarbeiten des Schädlingsbekämpfers abdeckt. Die intelligenten Schadnager-Fallen sollen dabei helfen, sich vom Einsatz umstrittener, mit Nachteilen und Risiken gespickter Giftköder zu lösen. Die Komplettlösung ermöglicht eine automatische und gesetzeskonforme Überwachung der Schlagfallen und bindet diese mühelos in bestehende
Betriebsstrukturen ein.

Tierisch gut

Smart Farming lautet das Schlagwort bei fodjan aus Dresden. Das Start-up bietet eine Fütterungssoftware für Milchkühe als Software-as-a-Service (SaaS) an. Dabei geht es nicht nur darum, einen besseren Überblick zu behalten oder den Futtereinsatz effizienter zu gestalten, es geht auch um eine Steigerung der Tiergesundheit und um die Senkung des Carbon Foodprints.

Den Fliegenden Wildretter ist ein Wärmebild-basiertes Drohnensysteme zur effizienten Wildrettung bei der Wiesenmahd. Das Besondere an diesem System ist seine hohe Flächenleistung und die Einsatztauglichkeit bei Sonnenschein. Neben der Hard- und Softwareentwicklung und dem Vertrieb der Systeme werden auch Schulung,
Support und UAV-Dienstleitungen angeboten.

Gut beraten ist halb verkauft

Beratung und Marktaktivität

Der Einstieg in Precision-Farming erscheint vielen zunächst als sehr schwierig. Daher bietet Oliver Martin mit seinen Beratungsmodulen eine Unterstützung und Hilfestellung bei wichtigen Entscheidungen an. Durch die Unabhängigkeit kann das Start-Up FarmBlick aus Sulzfeld gezielt auf Wünsche eingehen und gemeinsam mit dem Landwirt passende Lösungen finden. Oft sind schon viele einzelne Möglichkeiten auf einem Betrieb vorhanden und müssen nur anders genutzt werden. Durch den Einstieg in die teilflächenspezifische Bewirtschaftung wird gezielt auf die Bedürfnisse der Pflanzen und des Bodens eingegangen. Das Erstellen diverser Karten bringt erste tiefere Einblicke in die Böden und Pflanzen. Außerdem ermöglicht die Optimierung des gesamten Produktionsprozesses eine Entlastung des Landwirtes und spart Ressourcen.

Ein breites Produktsortiment aus den Bereichen Ersatzteile für Landmaschinen, Saatgut, Tierzucht, Düngemittel und Pflanzenschutzmittel sowie Betriebsmittel sollen für Landwirte und Lohnunternehmer im größten Agrar-Onlineshop angeboten werden. Das spart nicht nur die zeitaufwendige Suche bei verschiedenen Händlern, sondern auch die erheblichen Kaufnebenkosten, die durch Abholung und den Bestellvorgang sonst anfallen würden. Ag.supply aus Münster hat dafür die passende Lösung geschaffen. Für das Engagement für die Kunden, die Leidenschaft für die Produkte und deren Qualität, wurden das Start-up im April 2019 als erster Agrar-Onlineshop mit dem neuen DLG Qualitätssiegel "DLG Trusted AgriTrade" ausgezeichnet.

Egal ob Vermarktung der Ernteerzeugnisse oder Einkauf von Futtergetreide, Märkte sind regional unterschiedlich. Das Start-Up cropspot von Tobias Fallmeier und Maximilian v. Weichs will helfen regionale Strukturen zu überwinden und die Ware bestmöglich zu handeln. Die Plattform soll Landwirten, Landhandel und Industrieunternehmen gleichermaßen von Nutzen sein.

 

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