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Weidezaungeräte: Ako aus dem Allgäu

© AT/jh
von , am
12.07.2013

Es gibt sie noch: Weidezaungeräte "Made in Germany". Doch Ako Agrartechnik mit Sitz in Wangen-Geiselharz ist nicht nur ein deutscher Produzent, sondern sogar Erfinder des Weidezaungeräts. AGRARTECHNIK sprach mit Geschäftsführer Markus Öxle.

Mit Hilfe der Weidezäune konnten Milchkühe flexibler weiden. © AT
Die Historie von Ako Agrartechnik reicht bis ins Jahr 1942 zurück. Damals erfand Firmengründer Paul Kolb das erste Weidezaungerät. Hintergrund war die Steigerung der Effizienz in der Milchwirtschaft und die dadurch bedingte Abkehr von der Stand- hin zur Portionsweise. Gefragt waren nun mobile Lösungen anstatt starrer Umzäunungen oder Stacheldraht. Das Unternehmen entwickelte sich weiter, hatte zeitweise sogar um die 2.000 Mitarbeiter. Es wurden Elektronikkomponenten hergestellt, zum Beispiel Programmschalter für Wasch- oder Spülmaschinen. Ebenso gehörten Toaster und Heizlüfter zum Sortiment. Dieser Teil wurde inzwischen von der Diehl-Gruppe übernommen. Zum Teil taucht auf deren Produkten noch der Markenname Ako auf. Die Sparte Weidezaun wurde ausgegliedert und gehört seit dem Jahr 2000 zu Kerbl.

Heirat zweier Starker

AGRARTECHNIK: Herr Öxle, wie positioniert sich Ako innerhalb der Kerbl- Gruppe?

Markus Öxle: Kerbl ist ein inhabergeführtes Unternehmen mit rund 350 Mitarbeitern und Standorten in Deutschland, Österreich und Frankreich. Das Unternehmen sieht sich als erfahrenen Partner für Tierzucht und -haltung und bietet ein umfangreiches Produktprogramm sowohl für professionelle als auch für Hobby-Tierhalter. Wir bei Ako sind das Kompetenzzentrum für Weidezauntechnik und entsprechendes Zubehör. Von uns kommen die Ideen für neue Produkte. Die Weidezaungeräte produzieren wir hier am Standort selbst, das Zubehör kommt aus dem Kerbl-Verbund und wird dort überwiegend selbst produziert.

AGRARTECHNIK: Wie kam es zu dieser Konstellation?

Markus Öxle: Ako hat nach einem Partner gesucht und ist auf Kerbl gestoßen, wo es viel Know-How in Sachen Kunststoff gibt. Die Zusammenarbeit hat so gut funktioniert, dass Kerbl Ako übernommen hat. Damals war dies eine Heirat von zwei Starken. Seit der Integration hat sich übrigens bis heute unsere Produktion von Weidezaungeräten vervierfacht.

Marktführer in der EU

Markus Öxle ist Geschäftsführer von Ako Agrartechnik. Das Unternehmen gehört zur Kerbl-Gruppe. © AT
AGRARTECHNIK: Weidezaungeräte werden inzwischen viel über das Internet verkauft. Haben Sie dafür entsprechende Pläne?

Markus Öxle: Darüber denken wir nicht einmal nach. Das Thema Weidezaun ist sehr komplex. Im Internet findet kaum entsprechende Beratung statt und der Kunde kann viel falsch machen. Nehmen wir nur einmal die Dimensionierung des Gerätes an sich, die Wahl des richtigen Leitermaterials, wo unter anderem auch die Leitfähigkeit zu beachten ist. Dies zu entscheiden ist für Nicht-Fachleute kaum machbar. Die Beratung muss vom Händler kommen.

AGRARTECHNIK: An welche Kunden richten sich Ako-Produkte?

Markus Öxle: Traditionell sind wir, da wir aus dem Allgäu kommen, sehr stark im Rinderbereich. Wir haben jedoch ein eigenes Programm für Pferdehalter, mit anderer Konfiguration aber der selben Technologie, wie bei den Rindern. Nicht zu unterschätzen ist der Bereich Wildabwehr. Um dieses Geschäft stärker zu forcieren haben wir da sogar einen speziellen Flyer. Ako hat ein Komplettsortiment sowohl für Profis als auch für Hobby-Tierhalter.

AGRARTECHNIK: Können Sie uns etwas über Ihre Hauptmärkte sagen?

Markus Öxle: Unser Hauptmarkt ist die EU, vor allem Deutschland, Österreich - hier sind wir Marktführer - und Frankreich. Stark im Kommen ist Skandinavien und Osteuropa.

Trends

AGRARTECHNIK: Wohin gehen die Trends bei Weidezäunen?

Markus Öxle: Im Geräte-Bereich eindeutig zu mehr Intelligenz. Wir haben einige Geräte im Programm, die sich von selber auf die Verhältnisse am Zaun anpassen, wie zum Beispiel den Bewuchs. Immer mehr setzen wir auf das Thema GSM. Neben einem GSM-Schalter gibt es seit Kurzem den GSM-Alarm, der eine einfache Überwachung auch von abgelegenen Zaunanlagen ermöglicht. Bei Unterschreiten oder gar vollständigem Ausfall der Mindesthütespannung - diese kann individuell vom Kunden eingestellt werden - sendet GSM-Alarm eine entsprechende Fehlermeldung per SMS auf das Mobiltelefon. Per SMS wird dabei die gemessene Zaunspannung, die Signalstärke, die aktuelle Batteriespannung der Versorgungs- und auch der internen Systembatterie übermittelt. Das Modul funktioniert mit allen Elektrozaungerätemarken.
 
Es ist jederzeit möglich, vom GSM-Alarm einen Statusbericht per SMS anzufordern. GSM-Alarm wird entweder über die selbe Batterie, neun oder zwölf Volt wie das Elektrozaungerät betrieben oder unabhängig über eine eigene Batterie beziehungsweise 230-Volt-Adapter. Voraussetzung ist allerdings, dass am Standort eine Mobilfunknetzverbindung besteht. Zusätzlich gibt es eine Ein-/Aus- Funktion des Gerätes via SMS oder Anruf.
 
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