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Verkehrsrecht

Zulassungsfreie Anhänger: Das sind die Regeln

Dieser Artikel ist zuerst im Agrarmanager erschienen.

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© Vaupel/ LWK Niedersachsen
von , am
02.02.2017

Anhänger, die ausschließlich für die Land- und Forstwirtschaft genutzt werden, können von der Zulassungspflicht befreit sein. Allerdings müssen dafür bestimmte Kriterien erfüllt sein. Welche das sind, lesen Sie hier.

Anhänger auf Straße
Gekennzeichnet wird der zulassungsfreie Anhänger an der Rückseite mit einem "25" Geschwindigkeitsschild. © agrarfoto
Wer seine Anhänger ausschließlich für die Land und Forstwirtschaft benutzt, bräuchte unter bestimmten Umständen kein Kennzeichen, da die Anhänger von der Zulassungspflicht befreit sein könnten. Martin Vaupel von der LWK Niedersachsen weiß, wann diese Kriterien erfüllt sind.

Voraussetzung für die Zulassungsbefreiung

Nach § 3 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) sind sogenanntelof Anhänger (Land und Forstwirtschaftliche Anhänger) nur dann von der Zulassung befreit, wenn sie: 

  • in lof Betrieben eingesetzt werden,
  • nur für lof Zwecke verwendet werden
  • mit einer Betriebsgeschwindigkeit bis 25 km/h hinter Zugmaschinen oder selbstfahrenden Arbeitsmaschinen

Ohne "25" Geschwindigkeitsschild gilt die Zulassungspflicht

Gekennzeichnet wird der zulassungsfreie Anhänger an der Rückseite mit einem "25" Geschwindigkeitsschild. Dieses Schild ist von entscheidender Bedeutung. Denn fehlt der Aufkleber, dann verliert der Anhänger sein Privileg als lof Fahrzeug und es besteht automatisch Zulassungspflicht. Bei Kontrollen kann dieser Tatbestand zu einem Bußgeld und zu einem Punkt für Fahrer und Halter führen. Vor diesem Hintergrund sollte die eigene Anhängerflotte immer mal wieder überprüft werden und die zwei Euro für ein 25er Schild sind gut investiert.

Wiederholungskennzeichen ist Pflicht

Die zulassungsfreien Anhänger müssen ein Wiederholungskennzeichen von einem Schlepper des Betriebes führen (§ 10 FZV). Dabei muss das Kennzeichen des Schleppers und des mitgeführten Anhängers nicht übereinstimmen. Ist das Wiederholungskennzeichen des Anhängers schon älter und der passende Schlepper gar nicht mehr auf dem Betrieb, so sollten unbedingt neue Wiederholungskennzeichen angebracht werden.

 

Zulassungsfreie Anhänger sind vom TÜV befreit

Zulassungsfreie Anhänger sind von der regelmäßigen Hauptuntersuchung (TÜV) befreit. Anhänger die nach dem 1. Juli 1961 gebaut wurden, benötigen eine Betriebserlaubnis um auf öffentlichen Straßen zu fahren. Bei älteren Anhängern ist die Betriebserlaubnis unter Umständen verloren gegangen und nicht vorhanden. Gibt es den Hersteller des Anhängers noch, so kann dieser mit Hilfe der Angaben des Typenschildes eine Zweitschrift ausstellen.

Besteht diese Möglichkeit nicht, kann durch einen amtlichen Sachverständigen (z. B. TÜV, Dekra) ein neues Gutachten zur Erlangung der Betriebserlaubnis erstellt werden. Je nach Anhängergröße belaufen sich die Kosten für dieses Gutachten zwischen 100 und 150 Euro. Das Gutachten muss bei der örtlichen Zulassungsstelle abgestempelt werden, erst dann hat man eine gültige Betriebserlaubnis. Die Erlaubnis muss nicht mitgeführt werden, sondern darf zu Hause aufbewahrt werden.

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