dlz-Dauertest Strautmann Aperion im Test: Das sagen die Experten

Erschienen im dlz agrarmagazin

Rollbandwagen Strautmann Aperion 2401 Grassilage © Andreas Holzhammer/dlz agrarmagazin Bild vergrößern
von , am

Statt mit einem Kratzboden arbeitet der Aperion mit einem umlaufenden Gummiband. Auf dem dlz-Testbetrieb hinterließ er beim Silagetransport einen guten Eindruck.

Während der Wettbewerb bei seinen Rollbandwagen auf Bänder setzt, die zum Entladen am Heck des Wagens aufgerollt und später wieder nach vorne gezogen werden, entschieden sich die Konstrukteure von Strautmann für ein umlaufendes Endlosband. Damit gleicht das Konzept eher dem klassischen Häckseltransportwagen, nur eben mit Gummiband statt Kratzboden. Die Redakteure des dlz-agrarmagazins haben den Aperion 2401 getestet.

Case IH Puma 220 als Zugmaschine

Strautmann lieferte einen Aperion 2401 auf den Testbetrieb, das mittlere Modell zwischen dem Tridem 3401 und dem Tandem 2101. Als Zugmaschine setzten die Redakteure bei der Mais- und Grassilage im Spätsommer und Herbst 2016 einen Case IH Puma 220 Powershift ein. Seine 7.900 kg Eigengewicht und 220 PS Nennleistung reichten auch in hügeligem Gelände völlig aus, um den Aperion stets flott und zielsicher auf Spur zu halten. Traktor und Anhänger verbindet eine K80-Kugel. Hinzu kommen noch eine Load-Sensing-Leitung für die Arbeitshydraulik, ein doppelt wirkendes Steuergerät für die hydraulische Deichselfederung und ein doppelt wirkendes Steuergerät für die hydraulische Achsfederung.

Strautmann Rollbandwagen mit stabilem Gummiband

Das mit Gewebe verstärkte Gummiband läuft rundherum und wird nicht wie bei anderen Fabrikaten aufgerollt. 

  • Nachteil: Sollte das geschweißte Band einmal zur Reparatur ausgebaut werden müssen, ist der Aufwand hoch. Dann müssen nämlich alle Lager der mehr als 25 Stütz- und Umlenkrollen ausgebaut werden.
  • Vorteil: Da das Band nicht aufgerollt wird, kann es dicker sein. Mit seinen 10 mm ist es sogar 2,5-mal dicker als das anderer Hersteller. Das spricht für Stabilität und eine geringe Anfälligkeit für Risse und andere Beschädigungen. Ein Ausbau sollte daher selten bis gar nicht notwendig sein.

Auf der Siloplatte zeigte sich ein weiterer Vorteil des Endlosbands: Heckklappe auf, Band rollen lassen, bis der Wagen leer ist, Heckklappe wieder zu und los zur nächsten Fuhre. Da sich die Frontwand nicht mitbewegt, muss sie nach dem Entladen auch nicht in eine Ausgangsposition zurückgefahren werden. Gleiches gilt für das Band, das nicht wieder nach vorne gezogen werden muss. Das spart Zeit. ­Zudem sind Fehlbedienungen ausgeschlossen: Man kann nicht aus Versehen auf den Unterboden häckseln, weil das Band noch aufgerollt ist.

Rollbandwagen: Auf die Einstellung des Fahrwerks achten

Bei den ersten Fahrten mit Maissilage federte der Aperion in Kurven sehr weit ein und brauchte dann relativ lange, bis er wieder ausgefedert hatte. Zudem schwankte er auch im Feld sehr stark. Hier konnte den dlz-Redakteuren der Kundendienst von Strautmann schnell und unkompliziert weiterhelfen: Wir hatten zu wenig Druck in den Hydraulikzylindern der Federung. Diese ist zweiteilig aufgebaut: Je ein Stickstoffspeicher pro Seite übernimmt die Achsfederung und Dämpfung der Maschine an den einzelnen Rädern. Bei Strautmann kommt noch je ein Hydraulikzylinder pro Rad hinzu. Diese vier Zylinder führen einen Pendelausgleich zwischen den Rädern jeder Seite durch. Ist hier zu wenig Druck im System, wirkt sich das wie beschrieben auf das Fahrverhalten aus.

Der dlz waren 20 bar Druck empfohlen worden. Für die Maissilage sind aber 35 bis 40 bar - also das Doppelte - eher passend. Kaum war mehr Druck auf den Zylindern, stand der Aperion wie ein Brett auch in unwegsamstem Gelände. Nach den anfänglichen Schwierigkeiten hat das hydraulisch gefederte Fahrwerk am Ende doch überzeugt.

 

Der vollständige Beitrag ist im dlz agrarmagazin Mai 2017 erschienen.

Noch kein dlz-Leser? Hier geht es zum kostenlosen Probeheft!

 


Strautmann Aperion 2401: Universeller Rollbandwagen
  • Der Aperion ist die jüngste Baureihe aus dem Hause Strautmann. Erst 2015 stellten die Bad Laer - bis dato vor allem für Ladewagen und Fütterungstechnik bekannt - ihre eigene Interpretation des Rollbandwagens vor.

    © Andreas Holzhammer, dlz agrarmagazin
  • Während die Wettbewerber auf Bänder setzen, die zum Entladen am Heck des Wagens aufgerollt und später wieder nach vorne gezogen werden, entschieden sich die Konstrukteure von Strautmann für ein umlaufendes Endlosband. Damit gleicht das Konzept eher dem klassischen Häckseltransportwagen, nur eben mit Gummiband statt Kratzboden.

    © Andreas Holzhammer, dlz agrarmagazin
  • Da das Band nicht aufgerollt wird, kann es dicker sein. Mit seinen 10 mm ist es sogar 2,5-mal dicker als das anderer Hersteller. Das spricht für Stabilität und eine geringe Anfälligkeit für Risse und andere Beschädigungen. 

    © Andreas Holzhammer, dlz agrarmagazin
  • Die Umlenkrolle an der Front ist für die Vorspannung zuständig. Hier sollten laut Strautmann immer 150 bar an den Zylindern anstehen. Fällt der Druck, kann händisch per Hydraulikpumpe nachjustiert werden. Anders herum kann das Band damit vor längerem Stillstand, beispielsweise im Winter, entspannt werden.

    © Andreas Holzhammer, dlz agrarmagazin
  • In Bewegung setzt das Band eine gummibeschichtete Walze im Heck, die wiederum von einem Hydraulikmotor angetrieben wird. Wir haben selten mehr als 1,5 Minuten auf der Siloplatte verbracht. Die Kraft des Hydraulikantriebs passt: Auch mit nasser Grassilage im Herbst haben wir den Aperion immer leer bekommen.

    © dlz agrarmagazin/Andreas Holzhammer
  • Gut gefallen hat uns die Frontwand aus gelöchertem Stahlblech. Damit ist die Sicht in den Laderaum auch bei Gegenlicht immer gewährleistet. Für feinere Güter wie Getreide liefert Strautmann zwei Plexiglasscheiben mit, die man mit wenigen Handgriffen in die Frontwand einsetzt. Die serienmäßige hydraulisch klappbare Stirnwand war beim Maishäckseln sehr hilfreich.

    © Andreas Holzhammer, dlz agrarmagazin
  • Unser Test-Aperion war mit dem optionalen Dosieraggregat mit zwei Dosierwalzen ausgestattet. Die Walzen werden mechanisch über Rollenketten angetrieben. Die Kraft dazu kommt von der Zapfwelle, die unter der Plattform des Wagens verläuft. Es ist baugleich mit den Aggregaten in den Häckselwagen von Strautmann und dementsprechend bewährte Technik.

    © Andreas Holzhammer, dlz agrarmagazin
  • Mit Drehreglern und Kipp­schaltern hat man auf dem Bedienpult alle Funk­tionen selbsterklärend im Griff: Beleuchtung, optionaler Teleskopaufsatz, optio­nales Abdecksystem, Stirn- und Heck­klappe, Transportboden und Lenkachse. Gut gefallen hat uns der Straßenfahrtmodus: Wird er aktiviert, werden alle Hydraulikfunktionen bis auf die Lenkachse gesperrt und alle Arbeitsscheinwerfer ausgeschaltet.

    © Andreas Holzhammer, dlz agrarmagazin