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CeresAward 2020

6 Tipps: So macht's der Geflügelhalter des Jahres

Geflügelhalter Christoph Schulz bei seiner Geflügelhaltung
am Dienstag, 16.02.2021 - 14:26 (Jetzt kommentieren)

Viele Verbraucher sehen die Geflügelhaltung kritisch. Christoph Schulz, Geflügelhalter des Jahres 2020, will sie wieder gesellschaftsfähig machen. In den folgenden Tipps zeigen wir, wie er mit mehr Tierwohl erfolgreich wirtschaftet.

Christoph Schulz will die Geflügelhaltung wieder gesellschaftsfähig machen. Damit hat er die Jury der Kategorie Geflügelhaltung beim CeresAward 2020 überzeugt und ist Geflügelhalter des Jahres beim CeresAward 2020.

So sagt zum Beispiel Dr. Ana Blanco, Seleggt GmbH: "Er zeichnet sich besonders durch sein unternehmerisches Handel und sein Engagement für Tierschutz, Nachhaltigkeit und die Weiterentwicklung seines Betriebs in der 4. Generation aus." Wie er das schafft, zeigen die folgenden Tipps:

1. Diversifiziert aufstellen

Christoph Schulz ist nicht nur Geflügelhalter. Zusammen mit seiner Familie und seinen Mitarbeitern bewirtschaftet er rund 600 ha Ackerland, hält eine Mutterkuhherde und mästet einige Schweine. Auf dem Betrieb leben neben den Masthähnchen auch Legehennen im Mobilstall.

2. In Kreisläufen denken und wirtschaften

Auch eine Biogasanlage gehört zum Betrieb Schulz. Der Geflügelhalter legt Wert auf geschlossene Kreisläufe. Die Basis legt der Ackerbau. Dort baut Christoph Schulz einen Teil des Futters für die Tiere an, aber auch Substrat für die Biogasanlage. An die sind zwei Blockheizkraftwerke angeschlossen. Mit der gewonnen Wärme heizt der Landwirt unter anderem die zwei Hähnchenställe.

Die Hähnchen veredeln die Früchte vom Acker, ihr Mist wiederum dient als wertvolles Substrat für die Biogasanlage, bevor das Gärsubstrat anschließend wieder als Dünger auf dem Acker ausgebracht wird und für neues Futter sorgt.

3. Über mehrere Wege regional vermarkten

Mit den 30.000 Mästhähnchenplätzen nimmt Christoph Schulz an dem FairMast-Programm von Plukon teil. So werden die Hähnchenn regional geschlachtet und vermarktet.

Die Eier der Legehennen verkauft der Landwirt direkt ab Hof. Zudem betreibt die Familie einen kleinen Hofladen mit weiteren Erzeugnissen aus der eigenen Hausschlachterei.

4. Tierwohl leben

Christoph Schulz setzt konsequent auf mehr Tierwohl bei seinen Masthähnen. Er erfüllt die Einstiegskriterien des Tierschutzlabels "Für Mehr Tierschutz". Mit maximal 25 kg/m² haben sie deutlich mehr Platz.

Außerdem dürfen die Hähnchen ab dem 21. Lebenstag in den angeschlossenen Außenklimabereich. Der Landwirt hat eine robuste, langsam wachsende Rasse aufgestallt. Die Hähnchen laufen auf Maishäcksel, verschiedene Strukturelemente wie Sitzstangen, Picksteine und Strohballen sorgen für Abwechslung.
Das alles führt zu gesunden Tieren mit einer sehr guten Fußballengesundheit, geringen Stallverlusten von unter 1 Prozent und sehr geringen Verwürfen am Schlachthof. Bislang musste Christoph Schulz in keinem der Durchgänge Antibiotika einsetzen.

5. Offen sein für neue Wege

Die Mobilställe für die Legehennen sind das jüngste Projekt von Familie Schulz. Da es so gut angelaufen ist, überlegt Christoph Schulz künftig zusätzlich auch Hähnchen im Freiland zu halten und direkt zu vermarkten.

6. Verbraucher und Bevölkerung teilhaben lassen

Christoph Schulz investiert viel Zeit, seine Art der Geflügelhaltung zu bewerben und der modernen Landwirtschaft ein Gesicht zu geben. Er will eine Brücke zu den Verbrauchern schlagen. Deshalb engagiert er sich als Agrarscout, veranstaltet Hoffeste und ist mit seiner Hähnchenmast Demonstrationsbetrieb des Tierschutzplans Brandenburg.

Der Ceresaward-Gewinner kann sich vorstellen, noch mehr Einblick zu gewähren, indem er ein Fenster in die Hähnchenställe einbaut, durch das die Besucher auch einen Blick in die Hähnchenmastställe werfen können.

CeresAward 2020: Christoph Schulz ist Geflügelhalter des Jahres

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