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Geflügel

AbL warnt vor Hühner-Trockenkot

von , am
20.05.2011

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) ruft Landwirte dazu auf, auf den Bezug und Einsatz von Hühnertrockenkot aus 'agrarindustriellen Anlagen' zu verzichten.

In Niedersachsen häufen sich derart die Beschwerden wegen nicht sachgemäß auf Feldern zwischengelagerten Geflügelkot und Stallmist. © Werkbild
Die Ausbringung des Kots rufe durchweg Ärger und sogar massive Proteste der Bürger hervor - weil es sich hier nicht wie bei Gülle um "Landluft" handle, sondern um "beißend stinkende agrar-industrielle Abfälle, in denen oft Antibiotika und sehr oft tote Tiere" enthalten seien.
 
Die Ausbringung solcher kadaver-belasteten Trockenkot-Partien auf den Acker sei strikt verboten - die betroffenen Ackerbauern müssten diesen Abfall gegebenenfalls teuer entsorgen. In Biogas-Anlagen, so die Sorge von Wissenschaftlern und Tierärzten, könnten solche Kadaveranteile im vergorenen Trockenkot sogar die tückische Krankheit Botulismus hervorrufen, die ganze Rinderherden schädige und auch auf Menschen übertragbar sei, berichtet die Arbeitsgemeinschaft. Für Biogas-Rückstände aus Trockenkot gelte bereits ein Ausbringungsverbot auf Grünland.
 
Der Landkreis Emsland habe vor zwei Jahren einer mit Trockenkot betriebenen Biogasanlage die Genehmigung verweigert, weil es sich dabei nicht um "Gülle" im Sinne der Verordnung handele, sondern "um eine Mischung aus Gülle und verendeten Tieren". Die Landesregierung habe den Einsatz dann doch über einen Erlass genehmigt, dessen Begründung die AbL massiv anzweifel.
 
Der Verzicht auf den im Preis ohnehin anziehenden Hühnertrockenkot, so der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, Eckehard Niemann, dürfte von den Ackerbauern auch wegen der darin enthaltenen Samen von Unkrauthirse zu verschmerzen sein - die erforderten oft den Einsatz zusätzlicher und teurer Herbizid-Spritzmittel.
 
Abschließend verweist die AbL auf die zunehmende Zahl verunglückter LKWs, die Hühnertrockenkot-Überschüsse aus Holland oder dem Emsland in die östlichen Ackerbauregionen transportieren. Berichten von Landwirten zufolge befänden sich auf vielen riskant überladenen LKWs nicht nur die zulässigen 25 Tonnen, sondern 75 Tonnen und mehr. Demnach solle es in solchen Fällen zwei Wiegekarten geben - eine mit den zulässigen 25 Tonnen für die Polizeikontrolle und eine zweite für die Abrechnung mit dem Landwirt, berichtet die AbL.
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