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Achte auf Deinen Saustall!

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am Freitag, 29.01.2021 - 07:55 (Jetzt kommentieren)

Sächsische Informationskampagne sensibilisiert und informiert zur Afrikanischen Schweinepest.

Das Sächsische Sozialministerium hat im vergangenen Jahr eine neue Informationskampagne gestartet, die sich mit speziellen Motiven an verschiedene Zielgruppen wendet: an Wanderer, Fernfahrer, Jäger und Schweinehalter. Über Plakate an Waldwegen, auf Rast- und Parkplätzen, über Anzeigen in Magazinen für Jäger und Schweinehalter und über einen Animationsfilm im öffentlichen Nahverkehr sollen diese Zielgruppen zur Mithilfe aufgefordert werden.

Der Eintrag des Virus nach Sachsen konnte nicht verhindert werden, aber seine Ausbreitung zumindest räumlich stark eingegrenzt werden. Die Afrikanische Schweinepest ist Anfang September erstmals in Deutschland bei einem toten Wildschwein in Brandenburg nahe der Grenze zu Polen bestätigt worden. Ende Oktober wurde die Schweinepest auch in Sachsen an einem im Landkreis Görlitz geschossenen Wildschwein nachgewiesen. Die Sächsische Staatsministerin Petra Köpping hat sich in mehreren Appellen an die Schweinehalter gewandt: „Ich appelliere an die Schweinehalter, in ihren Bestrebungen, die Hausschweine zu schützen, nicht nachzulassen und Biosicherheitsmaßnahmen konsequent weiter zu verfolgen. Aufgabe ist es, nun besonnen zu reagieren und gemeinschaftlich zu handeln. Wir sind gut auf den Ernstfall vorbereitet."

Die Afrikanische Schweinepest ist eine Erkrankung der Haus- und Wildschweine. Sie ist nicht auf den Menschen übertragbar, kann aber durch den Menschen weitergetragen werden. Das heißt aber leider nicht, dass durch die Afrikanische Schweinepest kein Schaden entsteht. Der wirtschaftliche Schaden ist beträchtlich! Wenn die Afrikanische Schweinepest im Haus- und/oder Wildschweinebestand auftritt, werden Restriktionsgebiete (Hausschweine: Sperrbezirk, Beobachtungsgebiet; Wildschweine: Gefährdetes Gebiet, Pufferzone) gebildet. In diesen werden Maßnahmen auf unterschiedlichen Ebenen in Kraft treten. Diese betreffen natürlich die Schweinehaltungsbetriebe, aber auch die Schlachter, Fleischverarbeitenden Betriebe und Transporteure ebenso wie die nur indirekt betroffenen Betriebe, die Futtermittel oder Ähnliches herstellen. Zu diesen Maßnahmen zählen zum Beispiel Einschränkungen im Bereich der Verbringung von Schweinen, frischem Schweinefleisch und Schweinefleischerzeugnissen sowie Sperma, Eizellen, Embryonen, tierische Nebenprodukte und Folgeprodukte aus tierischen Nebenprodukten. Die Restriktionszonen werden, je nach Seuchenlage, erst Monate bis Jahre später wieder aufgehoben. Dies bedeutet, dass die Afrikanische Schweinepest keine Erkrankung ist, die nach einer kurzen Zeit wieder »verschwindet«, sondern die Regelungen und Maßnahmen für längere Zeiträume in Kraft bleiben.

Was bedeutet das im Einzelnen?

Es bedeutet, dass Sie als Tierhalter beim Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest mit einer Vielzahl von Einschränkungen für einen nicht unerheblichen Zeitraum rechnen müssen. Im Umkehrschluss bedeutet dies aber auch, dass Sie in Ihrem Schweinehaltungsbetrieb eigenverantwortlich Ihre Biosicherheitsmaßnahmen überprüfen und auf den neuesten Stand bringen sollten. Denn wenn Sie es schaffen, Ihren Betrieb gegen die Eintragung des Virus abzusichern, ist uns allen geholfen! Anregungen zu diesem Thema finden Sie auch auf der Seite des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat zu dem Thema auch die Broschüre »Schutz vor Tierseuchen - was Landwirte tun können« herausgebracht. Hier finden sich weitere Hinweise zur Biosicherheit.

Auch wenn gerade viele Kräfte für die Bekämpfung der Corona-Pandemie gebunden sind, vergessen wir die Gefahr der Afrikanischen Schweinepest nicht. Wir wollen auch weiterhin mit der Informationskampagne die Bevölkerung sensibilisieren sowie die Bürger und bestimmte Berufsgruppen um Mithilfe bitten“, sagt die Sächsische Staatsministerin Petra Köpping.

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