Login
Tierschutzbericht

Agrarminister lobt Tierschutz-Maßnahmen

Thumbnail
Katharina Krenn, agrarheute
am
19.11.2015

Die Bundesregierung hat den neuen Tierschutzbericht vorgelegt. Agrarminister Schmidt lobte die bisherigen Erfolge in Sachen Tierschutz, insbesondere in der Geflügel- und Legehennenhaltung.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU)

Das Bundeskabinett hat heute den zwölften Tierschutzbericht beschlossen. Dazu erklärt Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt: "Wir machen deutliche Fortschritte beim Tierschutz. Inhaltlicher Schwerpunkt im Bericht sind die Aktivitäten der Bundesregierung im Bereich Tierschutz auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene."

 

In diesem Zusammenhang zieht Schmidt auch erste Bilanz zu seiner Initiative "Eine Frage der Haltung - Neue Wege für mehr Tierwohl". "Nach einem Jahr können wir bereits eine positive Zwischenbilanz ziehen: Mit der Geflügelbranche habe ich beispielsweise bereits eine Vereinbarung über das Ende des Schnabelkürzens abgeschlossen. Schon ab August 2016 sollen in den Brütereien keine Schnäbel bei Legehennen mehr gekürzt werden."

Forschungsinitiative Zweitnutzungshuhn gestartet

Als wichtigen Punkt führte Schmidt die Forschungsinitiative zum Zweitnutzungshuhn an. Ziel des Projekts sei es, den Einsatz eines Zweinutzungshuhns sowohl für die Mast als auch für die Eierproduktion auf Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit zu prüfen.

Das Projektkonzept sieht vor, auf dem Lehr- und Forschungsgut der Tierärztlichen Hochschule Hannover Legehennen und Hähne des Zweinutzungshuhns und der Vergleichslinie einzustallen. Geplant sind jeweils drei Durchgänge. Im weiteren Verlauf des Projektes ist geplant, etwa 14 Wochen vor Ende der Legeperiode den nächsten Durchgang vorzubereiten und Legehennenküken in einen Aufzuchtstall einzustallen. Die Schnäbel der Hennen bleiben im Integhof-Projekt ungekürzt. „Wir gehen davon aus, dass das Zweinutzungshuhn weniger zum Federpicken und zum Kannibalismus.", erklärte die Forschungsleitung.

Initiative "Neue Wege für mehr Tierwohl“: Das sind die Punkte

1. Nicht-kurative Eingriffe bei Nutztieren sollen beendet werden. Hierzu sollen mit der Wirtschaft verpflichtende Vereinbarungen mit konkreten überprüfbaren Schritten und Zeitvorgaben erarbeitet werden. Dies umfasst so-wohl das Kupieren der Schwänze bei Ferkeln als auch das Kupieren eines Teils des Schnabels bei Legehennen und Puten sowie das nicht schmerzfreie Enthornen von Rindern.

2. Die Sachkunde der Tierhalter soll verbessert werden. Dies umfasst sowohl den Bereich der Nutztiere als auch den Bereich der Zoo- und Heimtiere.

3. Der Tierschutz bei der Schlachtung von Tieren soll weiter entwickelt werden.

4. Das Verbraucherbewusstsein soll gestärkt werden. Das BMEL setzt sich für eine möglichst enge KoordinieWoran liegt esrung der sogenannten Brancheninitiative der Wirtschaft und des Labels „Für mehr Tierschutz“ des Deutschen Tierschutzbundes ein.

5. Der Tierschutz soll auf internationaler und EU-Ebene vorangebracht werden. Hierzu dient u. a. die gemeinsame Initiative mit Dänemark und den Niederlanden für eine konsequente Weiterentwicklung des Tierschutz-niveaus in der EU (s. Kap. 1.2.).

6. Die Forschung für mehr Tierwohl soll gestärkt werden. Außerdem werden Modell- und Demonstrationsvorhaben gefördert und dazu ein Netz von Demonstrationsbetrieben aufgebaut.

7. Der Kompetenzkreis Tierwohl  berät das BMEL bei der Umsetzung der Initiative im Bereich Nutztiere. Für die Dauer von zunächst zwei Jahren arbeiten in diesem Kreis Praktiker, Wissenschaftler, Vertreter gesellschaftlicher Gruppen und berufsständischer Organisationen, Tierschutz- und Verbraucherverbänden sowie Kirchen zusammen.

 

Auch interessant