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Geflügel

Agrarverbände setzen Belohnung aus - Bekennerschreiben aufgetaucht

von , am
10.08.2010

Harburg/Berlin/Hannover - Zwischen radikalen Tierschützern und der klassischen Landwirtschaft ist nach dem Brandanschlag auf einen Hähnchenstall mit 30.000 Mastplätzen in Sprötze im Landkreis Harburg eine tiefe Kluft aufgebrochen.

"Die Aktion wurde durchgeführt um direkt Leben zu retten, da alle vorher argumentativ geführten Auseinandersetzungen gescheitert sind." Dies schreiben bisher Unbekannte in einem Bekennerbrief zu dem Brandanschlag auf einen Hähnchenmastbetrieb in der vorletzten Woche im niedersächsischen Sprötze.

Bekennerbrief: Verfasser wollen Wiederaufbau der Anlage verhindern

Das Schreiben war am Montag auf der Internetseite des US-amerikanischen Aktivistenmagazins Bite Back (übersetzt: beiß zurück) veröffentlicht worden und ging zudem bei der Organisation "Die Tierbefreier" in Dortmund ein. In dem Schreiben, das mit den Worten "Für die Freiheit der Tiere! A.L.F." abschließt, kündigen die Verfasser an, sie wüssten "alle Versuche die Mastanlage wieder aufzubauen um Profit auf Kosten von Individuen zu machen" zu verhindern. Kenner der Szene gehen davon aus, dass die Initialen A.L.F. auf eine Nähe zur Animal Liberation Front hinweisen könnten. Bei dieser Organisation handelt es sich um weltweit vernetzte Tierrechtsaktivisten.

Brandbeschleuniger an mehreren Stellen gefunden

Für die Ermittler der Polizei steht fest, dass der Neubau einer Brandstiftung zum Opfer fiel, denn Brandbeschleuniger wurden an mehreren Stellen der Halle nachgewiesen. Eine heiße Spur gebe es bislang nicht, die Ermittlungen liefen in alle Richtungen, teilte die Polizei mit.

Gegen die Mastanlage, mit der sich ein Junglandwirt eine Existenz aufbauen wollte, hatte es in den vergangenen Monaten Proteste und eine Mahnwache von radikalen Tierschützern gegeben.

21.000 Euro Belohnung für Hinweise auf Täter

Für Hinweise, die zur Verurteilung des oder der Täter führen, wurde eine Belohnung von 21.000 Euro ausgelobt, die zu jeweils rund einem Viertel von der Polizeidirektion Lüneburg sowie vom Kreisverband Lüneburger Heide des niedersächsischen Landvolkes stammt. Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) steuert 10.000 Euro bei. Die bisherigen Ermittlungen brachten laut Angaben der Polizeiinspektion Harburg bis zum Freitag vergangener Woche keine konkreten Hinweise auf die Täter. (AgE/dlz agrarmagazin/ds)

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