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Bürgerinitiative

Angst vor MRSA wird missbraucht

Legehennen in Bodenhaltung/Volierensystem
am Montag, 13.08.2018 - 10:46 (Jetzt kommentieren)

MRSA gibt es auch in Tierställen. Experten sind sich aber einig, dass die größere Gefahr von multiresistenten Keimen aus Krankenhäusern ausgeht. Trotzdem missbraucht eine Bürgerinitiative die Angst vor MRSA, um den Bau eines Hähnchenmaststalls zu verhindern.

Landwirtin Iris Flentje aus dem Kreis Diepholz in Niedersachsen möchte ihre Schweinehaltung aufgeben und stattdessen einen Hähnchenmaststall für 39.900 Tiere bauen. Als sie vor gut einem Jahr den Bauantrag stellte, stieß sie schnell auf Protest.

Seitdem kämpft eine Bürgerinitiative gegen die Pläne der Landwirtin und die Massentierhaltung im Allgemeinen. Ein Argument ist demnach das angeblich "massive Problem mit Erregern aus den Ställen".

Gefahr aus Ställen gering

Unstrittig ist, dass multiresistente Keime in der Tierhaltung entstehen können. Am bekanntesten ist MRSA (methicillin-resistente  Staphyloccocus aureus). 

Wie wir aber zum Beispiel bereits hier berichten, kommt auch das Bundesinstitut für Risikobewertung zu dem Schluss, dass nur wenige Prozent der MRSA von Nutztieren ausgehen, also vom Typ der Livestock associated (la-MRSA) sind.

Resistente Keime aus Krankenhäuser gefährlich

Die meisten resistenten Keime verbreiten sich außerhalb der Tierhaltung, zum Beispiel in Krankenhäuser. Auch die Angst, dass die resistenten Keime aus der Landwirtschaft zum Beispiel in Oberflächengewässer eingetragen werden, ist unbegründet.

Zumindest antwortete die Bundesregierung in einer kleinen Anfrage der Grünen erst kürzlich, dass ihr keine Fälle bekannt seien, bei denen multiresistente Keime durch die Ausbringung von Geflügelkot in Oberflächengewässer gelangt sind.

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