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Antibiotikaeinsatz

Antibiotikaeinsatz in der deutschen Tierhaltung geht erneut zurück

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Redaktion agrarheute, agrarheute
am
14.09.2017

Erneut wurde weniger Antibiotika an Tierärzte abgegeben. Die Abgabe von Medikamenten, die auch in der Humanmedizin Bedeutung haben, hat sich leicht erhöht.

Sau bekommt Antibiotikaspritze

Zwischen den Jahren 2011 und 2016 ging die Abgabemenge von Antibiotika an Tierärzte in Deutschland um knapp 1.000 Tonnen zurück. Wurden 2011 noch 1.706 Tonnen Antibiotika von Tierärzten in Deutschland bezogen, so waren es 2016 noch 742 Tonnen. Das entspricht einem Rückgang von 56,6 Prozent. Von 2015 bis 2016 ging die Gesamtmenge der abgegebenen Antibiotika um 63 Tonnen (8 %) zurück.

Diese Zahlen werden seit sechs Jahren vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit erhoben. Dabei wird dokumentiert, welche Mengen an Antibiotika von pharmazeutischen Unternehmen und Großhändlern an Tierärzte in Deutschland abgegeben werden.

Fluorchinolonene werden in der Human- und Veterinärmedizin angewendet

Den Hauptanteil der eingesetzten Antibiotika bilden Peniciline, gefolgt von Tetrazyklinen und Polypeptidantibiotika (Colistin). Der Anteil von Antibiotika, die auch in der Humanmedizin von hoher Bedeutung sind - vor allem Fluorchinolone und Cephalosporine -, ist in den letzten zwei Jahren wieder leicht zurückgegangen. Die Abgabe von Fluorchinolonen liegt aber dennoch 13 Prozent über dem Niveau von 2011. Da der Transfer von antibiotikaresistenten Bakterien zwischen Mensch und Tier wechselseitig möglich ist, könnte das dazu führen, dass Bakterien durch die Behandlung von Tieren resistent werden und dann den Therapieerfolg in der Humanmedizin verschlechtern.

Mit Material von Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit

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