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Tierseuche

ASP vor Geflügelpest: Das sind die bedeutendsten Tierseuchen Europas

Die Zahl der Vogelgrippe-Fälle ist im vergangenen Jahr in der EU am stärksten gestiegen. Alleine bei Wildvögeln stiegen die Ausbrüche um 46 Prozent.
am Dienstag, 18.01.2022 - 08:06 (Jetzt kommentieren)

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist in Europa nach wie vor die am häufigsten festgestellte Tierseuche in Europa. Es folgt die Vogelgrippe.

Im vergangenen Jahr haben die Infektionen durch die Geflügelpest stark zugenommen. Trotzdem war die Afrikanische Schweinepest (ASP) bei den Fallzahlen erneut die am häufigsten festgestellte Tierseuche in Europa. Das geht aus den Jahresdaten 2022 des europäischen Tierseuchenmeldesystem (ADIS) hervor.

Insgesamt gab es in der Europäischen Union (EU) sowie neun weiteren europäischen Staaten im vergangenen Jahr insgesamt 15.371 Nachweise einer anzeigepflichtigen Tierseuche. Das waren 4.252 oder 21,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Vor allem das insgesamt rückläufige ASP-Geschehen trage laut ADIS dazu bei.

43 Prozent weniger ASP-Ausbrüche in Europa

Die ASP wurde zwar 2022 in Tschechien, Nordmazedonien und auf dem italienischen Festland neu festgestellt. Insgesamt sank laut ADIS jedoch die Zahl der Virusnachweise in Europa gegenüber 2021 um 6.045 oder 43,1 Prozent auf 7.979 Fälle.

Bei den Hausschweinebeständen sanken die Einschleppungen sogar um 71,3 Prozent. Es gab insgesamt nur noch 537 neue Ausbrüche. Bei den Wildschweinen nahmen die Nachweise um 38,7 Prozent auf 7.442 ab.

Deutschland war neben Polen bei den Ausbrüchen in der Wildschweinpopulation am stärksten betroffen. Bei den Schweinehaltungen führte Rumänien mit 329 Infektionen erneut die Liste an.

Zahl der Vogelgrippe-Fälle am stärksten gestiegen

Nimmt man die absoluten Zahlen, so ist die Vogelgrippe, also die hochpathogene Aviäre Influenza (HPAI), die Tierseuche mit dem stärksten Zuwachs. Europaweit gab es laut des Meldesystems insgesamt 5.881 Nachweise. Das sind verglichen mit dem Vorjahr 1.688 Fälle oder 40,3 Prozent mehr.

Allein die Einschleppungen in Hausgeflügelbestände nahm um rund ein Drittel auf 2.322 Betriebe zu. Bei den Wildvögeln gibt es wahrscheinlich eine Dunkelziffer. Trotzdem ist - inklusive der Fälle in Tierparks - ein Plus von 46,0 Prozent auf 3.559 Fälle zu verzeichnen.

Die meisten Ausbrüche beim Nutzgeflügel gab es in Frankreich mit 1.594 Fällen, gefolgt von Ungarn mit 294 und Deutschland mit 97 infizierten Beständen.

West-Nil-Virus und Blauzungenkrankheit folgen auf den Plätzen

Auch das West-Nil-Virus, von dem vor allem Pferde betroffen sind, war laut ADIS im Jahr 2022 mit insgesamt 364 Nachweisen auf dem Vormarsch. Im Jahr 2021 waren es nur 53 Fälle. Die meisten Infektionen seien in Frankreich und Deutschland aufgetreten.

Erfreulich ist laut des Meldesystems der Rückgang der Blauzungenkrankheit von 205 Fällen 2021 auf nur noch 15 im Jahr 2022. Dank Impfungen und Biosicherheitsmaßnahmen verschwand die Tierseuche unter anderem aus Deutschland, Frankreich, Italien und Belgien. Betroffen waren 2022 nur noch Spanien, Portugal und Zypern.

Mit Material von AgE

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