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Wolfsangriff

Attacke: Wolf reißt vermutlich über 40 Schafe

Schaf von Wolf gerissen
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Eva Eckinger, agrarheute
am
02.05.2018

Im Schwarzwald sind über 40 Schafe tot auf einer umzäunten Weide gefunden worden. Täter ist aller Wahrscheinlichkeit nach der Wolf.

Berichten der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zufolge sind bei einer Wolfs-Attacke in Bad Wildbad, südlich von Pforzheim im nördlichen Schwarzwald in Baden-Württemberg über 40 Schafe gestorben. Die meisten der Tiere seien innerhalb einer umzäunten Weide vom Wolf gerissen worden.

Einige mussten wegen ihrer schweren Verletzungen getötet werden, andere sind aus Panik in einen Bach gesprungen und dabei ertrunken.

Schäfer bietet sich 'Bild des Grauens'

Wolf reisst Schafe

Anette Wohlfarth, Geschäftsführerin des Landesschafzuchtverbandes, berichtet der dpa: "Es war ein Bild des Grauens!" Eine erste Untersuchung der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) kommt zu dem Schluss, dass für den Angriff mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Wolf verantwortlich sei.

Die genetische Analyse werde einigen Tagen erwartet, so die dpa. Sollte der Angreifer wirklich ein Wolf gewesen sein, werde der Schäfer entschädigt.

Schafe gerissen: Wölfe in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg sind seit 2015 mindestens vier Wölfe gesichtet worden. In der Region selbst wurden bereits im vergangenen November Schafe gerissen, berichtet der Südwestdeutsche Rundfunk (SWR). Auf der umzäunten Weide weideten die rund 150 Schafe erst seit kurzem.

Wohlfarth vermutet, dass der Wolf über den Fluss in die Weide eingedrungen sein könnte. "Weidetierhaltung und Wolf zusammen funktioniert nicht flächendeckend in Baden-Württemberg", so die Geschäftsführerin des Landesschafzuchtverbandes.

Nabu fordert schnelle Hilfe für Schäfer

Laut Bericht des Focus zeigten sich auch Wolfsbefürworter betroffen. So meinte Nabu-Landeschef Johannes Enssle, man müsse dem Schäfer jetzt so schnell wie möglich helfen. Außerdem solle man Baden-Württemberg schnell auf die Rückkehr der Wölfe vorbereiten. Mit effektivem Herdenschutz ließen sich solche Vorfälle in der Regel verhindern, erklärte Enssle laut Focus.

FDP: Wolf unter Kontrolle des Jagdrechts stellen

FDP-Landtagsfraktionschef Hans-Ulrich Rülke forderte, den Wolf unter die Kontrolle des Jagdrechts zu stellen. Das habe sich auch bei den geschützten Tierarten wie dem Luchs bewährt, so Rülke gemäß Focus-Bericht. Und auch die CDU will handeln. Bundesagrarministerin Julia Klöckner meine, man müsse die "Entwicklung der Wolfspopulation in Deutschland genauer beobachten".

Der Arbeitskreis für Umwelt und Naturschutz der CDU-Landtagsfraktion spricht sich laut Focus bereits für einen Abschuss aus.

Mit Material von Südwestdeutscher Rundfunk SWR, dpa, Focus

Die Wolfsvorkommen in Deutschland im Überblick

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