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Niedersachsen

Auffälliger Wolf: Bald zum Abschuss freigegeben?

dpa/Nicoleta Culiuc/agrarheute
am
19.02.2016

In Niedersachsen sorgt ein Wolf erneut für Aufregung. Am Montag soll er einer Spaziergängerin mit Kinderwagen gefolgt sein. Das Umweltministerium trifft Vorbereitungen, den verhaltensauffälligen Wolf notfalls töten zu lassen.

Ein Wolf aus dem Rudel bei Munster hat die Scheu vor Menschen verloren und lässt sich kaum noch vertreiben. Das streng geschützte Tier könnte seine Freiheit verlieren - oder im Extremfall sogar das Leben. Erstmals seit der Rückkehr der Wölfe könnte es in Deutschland einem der Tiere legal an den Kragen gehen: Das niedersächsische Umweltministerium trifft Vorbereitungen, einen verhaltensauffälligen Wolf aus Munster notfalls töten zu lassen.

Wolf nähert sich wiederholt Menschen

Das Tier hatte sich nach verschiedenen Medienberichten wiederholt Menschen genähert, ohne Scheu zu zeigen. So soll der Wolf am Montag einer Spaziergängerin mit Kinderwagen und Hund in Breloh gefolgt sein, wie die "Cellesche Zeitung" am Dienstag berichtete. In der vergangenen Woche nahmen Infrarot-Kameras nach einem Bericht der "Hannoverschen Allgemeine Zeitung" den Wolf an einem Zaun der Flüchtlingsunterkunft in Bad Fallingbostel auf.

Umweltminister lässt Entnahme vorbereiten

"Ich lasse alles Notwendige für die Entnahme vorbereiten", sagte Minister Stefan Wenzel (Grüne) im Umweltausschuss des Landtages am Donnerstag. Entnahme heiße, dass das Tier aus der Natur entnommen werde, dazu gebe es mehrere Möglichkeiten. Das könne theoretisch auch bedeuten, dass das Tier betäubt und in ein Gehege gebracht werde, erläuterte ein Sprecher.

Wölfe sind streng geschützt

Wölfe sind in Deutschland streng geschützt und dürfen nicht gejagt werden. Der rechtliche Rahmen schreibt Wenzel zufolge eine Prüfung milderer Maßnahmen vor. Das Ministerium arbeitet derzeit mit einem Experten aus Schweden zusammen, der die übliche Fluchtdistanz wieder herstellen soll.

"Wir gehen von einer sehr kurzfristigen Entscheidung aus. Es sei keine einfache Entscheidung", sagte der Minister. Er wünsche sich eine sachliche Debatte. "Die Sicherheit des Menschen steht immer an erster Stelle", betonte der Grünen-Politiker.

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