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Nährstoffbilanz

Aufreger: Ausstiegsprämie für Tierhalter

Rinder stehen auf einer Weide beim Grasen
am Sonntag, 15.11.2020 - 05:00 (1 Kommentar)

In den Niederlanden hat die Regierung ein Programm zum freiwilligen Herauskauf von Tierhaltungen eröffnet. Das löste auf Facebook eine heftige Diskussion aus.

In den Niederlanden sollen Landwirte in der Nähe von Natura 2000 Gebieten, die zudem einen hohen Stickstoffausstoß haben, gegen Entschädigung aus der Tierhaltung aussteigen. Das berichtete agrarheute in diesem Artikel.

Auf Facebook führte die Meldung zu heftigen Diskussionen unter den Lesern.

Gutes Programm: Ausstiegsbereitschaft bekomme einen Wert

Markus W. findet die Sache gut, denn dadurch bekäme die Ausstiegsbereitschaft einen Wert: „Die wollen was erreichen und bieten für ihre Forderung einen Preis. Es ist jedem überlassen, ob er darauf eingeht oder nicht. Hier wird dasselbe über immer höhere Auflagen erreicht! Die Betriebe steigen genau so aus, erhalten dafür aber nichts. Wenn die Gesellschaft so etwas will, muss sie dafür zahlen. Das haben die Holländer begriffen.

Großkonzerne wollen die Flächen

Kerstin K. sieht das ganz anders: „Das Schlimme ist doch, dass das erst der Anfang ist...und zwar davon, dass letzten Endes Großkonzerne die dazugehörigen Flächen irgendwann haben wollen - oder liege ich da falsch? Es ist doch jetzt schon so, dass immer mehr auf diesen Markt drängen, um Hektar zu machen!

Landwirte fangen im Ausland neu an

Ferdi N. ist wütend: „Die Landwirte verkaufen ihren Hof, nehmen die Prämien dankend mit, kaufen in den Nachbarländern einen Hof und fangen da von Neuem an. Dort werden dann mal ganz gerne wahnsinnige Pachtpreise geboten und alle Leute drum herum schön verrückt gemacht!

Bianca B. gibt ihm Recht: „Ganz genau so ist es. Es gibt in meiner Umgebung einige Betriebe, die bereits angefragt wurden, ob sie die Anlagen verkaufen wollen. Wenn nicht in Deutschland, dann in Polen. Es verlagert sich nur und die Niederlande ist schön raus.

Erschütternd: Vernichtung des Bauernstands

Lisette V. findet dieses Vorgehen „ganz traurig. Die möchten nicht aufhören, aber die Landwirte werden so schlimm in die Ecke getrieben, das sie keine andere Wahl mehr haben, als auf diese Weise auszusteigen.

Auch Lisa S. ist zutiefst erschüttert: „Man nimmt den Leuten die Existenzgrundlage. Der "freiwillige" Auskauf ist ja die einzige Option, wenn einem die Lizenz entzogen wird (die man ab 2021 alle 10 Jahre erneuern lassen muss). Welche Bank gibt einem noch einen Kredit, wenn man nicht weiß, ob es den Betrieb in 10 Jahren noch gibt?! Das erste europäische Land, wo der erste Schritt zur Vernichtung des Bauernstands eingeleitet wurde. Und warum? Wegen drei Blumen in künstlich angelegten Naturschutzgebieten. In denen die Normen für Nitrat so niedrig sind, dass selbst wenn in Holland keine einzige Kuh mehr lebte, sie nicht eingehalten werden könnten...

Auslaufmodell: Ende der bisherigen Nutztierhaltung

Marina K. kritisiert die deutsche Politik: Die Niederlande sind in Europa das Land, das die Nase ganz vorne hat bezüglich In-Vitro-Fleisch. Sie wollen explizit ab 2022 auf den Markt. Da das weltweit geschieht (Dt. schläft) wird das Ende der bisherigen Nutztierhaltung eingeläutet. Wissenschaftsmagazine weltweit bezeichnen die bisherige Nutztierhaltung daher schon länger als ein Auslaufmodell. Seit über zwei Jahren beklage ich schon, dass die Politik und die Bauernverbände in Deutschland das komplett ignorieren, ausblenden und versäumen, sich über ihren beruflichen Verbleib auszutauschen. Wurde immer belächelt. Auch die Milchindustrie ist am Abbau. Will in Deutschland nur keiner wahrhaben.

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