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Geflügel

Bald nur noch jedes zweite Ei aus Deutschland

von , am
09.10.2009

Stuttgart - Schon seit einiger Zeit belegen die offiziellen Statistiken, dass die deutsche Eiererzeugung 2009 nicht das Vorjahresergebnis erreichen wird.

© agrarfoto.com

Hintergrund sind Umbaumaßnahmen und ein sich verschärfender Strukturwandel im Zuge des in Deutschland vorzeitigen und endgültigen Aus der konventionellen Käfighaltung Ende 2009.

Nach einer Befragung der MEG von Marktbeteiligten wird sich der Rückgang im Lauf der zweiten Jahreshälfte noch beschleunigen. MEG-Prognosen zeigen, dass die Eierproduktion im Gesamtjahr 2009 wahrscheinlich unter die Marke von zehn Milliarden Eier zurückfällt.

 

Verbraucher: Weiterhin rege Nachfrage

Zum Vergleich: 2008 lag die Konsumeiererzeugung noch bei 11,9 Milliarden Eiern. 2010 wird die Erzeugung wohl wieder zulegen, ohne allerdings das Ausgangsniveau des Jahres 2008 erreichen zu können. Von den Turbulenzen am deutschen Eiermarkt scheinen die Verbraucher aber recht unbeeindruckt, denn die Nachfrage nach Eiern läuft ungebrochen rege. Im Jahr 2005 erreichte der Pro-Kopf-Verbrauch mit nur noch 205 Eiern den Tiefstand. Seitdem wird wieder mehr konsumiert.

Welteiertag: Guter Termin für Marketingmaßnahmen

Nicht zuletzt vielleicht ein Effekt kontinuierlicher Marketingbemühungen, wie sie zum Beispiel anlässlich des von der IEC (International Egg Commission) ins Leben gerufenen Welteiertages stattfinden. Immer mehr Betriebe nutzen diesen Tag, der dieses Jahr am heutigen Freitag stattfindet, für ihre Öffentlichkeitsarbeit. Im Jahr 2008 wurden bereits wieder 212 Eier pro Einwohner verbraucht und für das laufende Jahr deuten erste Berechnungen trotz sinkender Erzeugung auf einen zumindest stabilen Verbrauch hin.

Positive Verbrauchszahlen: Erzeuger profitieren nicht

Von den positiven Verbrauchszahlen konnten allerdings die deutschen Erzeuger nicht profitieren. Immer mehr Ware muss aus dem Ausland importiert werden, um den hiesigen Bedarf zu decken. Bislang vorliegende Daten des Statistischen Bundesamtes belegen, dass das Importvolumen bereits im ersten Halbjahr deutlich über Vorjahr lag. Gleichzeitig verloren die Exporte an Bedeutung. Dem Vernehmen nach hat sich diese Entwicklung im zweiten Halbjahr noch verschärft.

Selbstversorgungsgrad: 2009 Tiefpunkt

Sinkende Erzeugung bei zumindest stabilen Verbrauchswerten, dies führt zu einem abrutschenden Selbstversorgungsgrad. Belief sich dieser im Jahr 2008 noch auf 67,4 Prozent, so ist für das Jahr 2009 ein Absturz unter die 55 Prozent Marke wahrscheinlich. Auch wenn sich die deutsche Produktion 2010 wieder erholen wird, wird es Jahre brauchen um an alte Werte anzuknüpfen, denn etliche Betriebe werden im Zuge der Umstellungen am Eiermarkt ganz aus der Produktion ausscheiden. Ein Selbstversorgungsgrad von 75 Prozent wie er noch Anfang dieses Jahrzehnts zu erreichen war, ist wohl für lange Zeit Vergangenheit. (MEG)

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