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Bedenklich: Regierung hat keine Daten über Stalleinbrüche

Einbruchswerkzeug
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Anke Fritz, agrarheute
am
31.05.2018

Eine Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion zum Thema „Stalleinbrüchen in Deutschland“ liefert keine Erkenntnisse. Bisher werden diese Delikte nicht in der Kriminalstatistik geführt.

Die Bundesregierung hat keine Erkenntnisse darüber, wie viele Stalleinbrüche in den vergangenen drei Jahren den Tatbestand des Hausfriedensbruchs erfüllt haben. Auch über Straftatbestände der Sachbeschädigung oder des Diebstahls im Zusammenhang mit Stalleinbrüchen verfügt die Regierung über keine Informationen.

Das geht aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion zum Thema „Stalleinbrüchen in Deutschland“ hervor, die das Bundesjustizministerium namens der Bundesregierung beantwortet hat. Darin verweist die Regierung zugleich auf die erklärte Absicht in der Koalitionsvereinbarung, Einbrüche in Tierställe als Straftatbestand effektiv ahnden zu wollen. Vor diesem Hintergrund prüfe man „etwaigen Handlungsbedarf“.

In den vergangenen zwei Jahren, von Mai 2016 bis April 2018, hat QS nach eigenen Angaben 22 Medienberichte zur Tierhaltung registriert, die mit Stalleinbrüchen in Verbindung standen. Das Ereignis- und Krisenmanagement im QS-System war in dieser Zeit mit 46 Fällen zu Stalleinbrüchen konfrontiert. An 107 Standorten wurden sofort Sonderaudits durchgeführt. Davon waren 76 mit Schweinehaltung, 29 mit Geflügelhaltung und zwei mit Rinderhaltung.

 

Hausfriedensbruch soll in die Kriminalstatistik

Das Land Nordrhein-Westfalen will Stalleinbrüche ab 2019 in der Polizeilichen Kriminalstatistik erfassen. Das hat ein Sprecher des Düsseldorfer Innenministeriums gegenüber der Rheinischen Post bestätigt. Das unbefugte Eindringen in den Stall eines landwirtschaftlichen Betriebs soll als Hausfriedensbruch registriert werden. Bisher werden solche Delikte nicht in der Kriminalstatistik geführt.

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