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Geflügel

Bioverband: Geflügelproduzent 'industrialisiert Biosiegel'

von , am
10.11.2011

Paris/Chailly - Der französische Dachverband der Bioproduzenten kritisiert das angebliche Bioprojekt des Geflügelproduzenten Duc. Tatsächliche Werte der ökologischen Tierhaltung würden missachtet.

Hähnchenmast: Niedersächsischen Mäster bevorzugen Mittellangmast oder Schwermast. © Mühlhausen/landpixel
Die mit großem Pomp gefeierte Grundsteinlegung für eine Bioschiene des Geflügelproduzenten Duc mit Sitz in Chailly im Departement Yonne ist dem französischen Dachverband der Bioproduzenten (FNAB) ein Dorn im Auge. Bei einer Reduzierung der Mastdauer von 81 auf 71 Tage für angebliche Biohähnchen, die in ein und denselben Stallgebäuden mit anderen Hähnchen aufgezogen werden sollen, handele es sich nach wie vor um eine industrielle Produktion, stellte der FNAaB klar.

'Todesstoß' für bäuerliche Bioproduktion

Die Organisation der Biobauern bedauerte darüber hinaus, dass das Vorgehen von Duc im Rahmen des überarbeiteten neuen Lastenheftes von den Behörden sogar zulässig sei. Für den Verbraucher heiße das allerdings konkret, nicht mehr ohne weiteres zwischen bäuerlich hergestellten Bioprodukten wie Geflügel mit dem Label Rouge und sonstigen ökologisch Bioerzeugnissen sowie Produkten aus konventionellen Betrieben unterscheiden zu können.
 
NAB zufolge bedeutet der Einstieg von Duc in seine sogenannte Biosparte zugleich den Todesstoß für die gesamte bäuerliche Bioproduktion, die seit mehr als 30 Jahren ihren Ruf und ihre Glaubwürdigkeit mühevoll aufgebaut habe. Echte Gütesiegel wie Geflügel mit dem Label Rouge hätten damit das Nachsehen.
 
Verbraucher können nicht mehr unterscheiden
 
Der Firmenleitung von Duc wirft der Dachverband der Bioproduzenten vor, die bedauerlicherweise von Paris 2009 legal eingeführte Möglichkeit zu nutzen, die Mastdauer bei Hähnchen zu verringern. Für die Verbraucher werde es immer schwieriger, zwischen echten und angeblichen Biohähnchen zu unterscheiden. Damit sei auch der Preisunterschied für den Konsumenten nicht mehr nachvollziehbar. Umgekehrt bedeute dies für ehrliche Biobetriebe, die deutlich strengere Normen erfüllten, möglicherweise längerfristig das Aus infolge einer schwer vermittelbaren Preiskonkurrenz.
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