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Bornasche Krankheit

Borna-Virus in Deutschland: Frau in Sachsen-Anhalt schwer erkrankt

Hauskatze auf einem Feld auf Mäusejagd
am Mittwoch, 13.10.2021 - 11:00 (Jetzt kommentieren)

Eine Frau in Sachsen-Anhalt ist schwer am Bornavirus erkrankt. Eigentlich ist das Virus als eine Krankheit bekannt, die vor allem bei Nutztieren auftritt. Was sind die Ursachen für die Todesfälle?

In Sachsen-Anhalt wurde bei einer Frau eine Infektion mit dem Bornavirus nachgewiesen. Die 58-Jährige leidet offenbar bereits seit Ende des Jahres 2020 unter Symptomen. Das geht aus Berichten des MDR hervor. Das Landesamt für Verbraucherschutz teilte mit, dass es der erste und bisher einzige Fall in Sachsen-Anhalt sei. 

Die Frau aus dem Landkreis Anhalt-Bitterfeld sei sehr schwer mit Kopfschmerzen, Hautblutungen, septischem Krankheitsbild und veränderter Bewusstseinslage erkrankt, heißt es in der Mitteilung des Landesamts weiter. Sie werde aktuell in einem Pflegeheim betreut und sei nicht ansprechbar.

Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin wies im Liquor und im Serum hohe Borna-IgG-Antikörper nach. Ein direkter Erregernachweis sei nach Angaben des Landesamts jedoch ausgeblieben. Da der Landkreis in einem Endemiegebiet für Borna Disease Virus 1, definiert über bekannte Fälle bei Nutztieren, liegt, geht das Robert Koch-Institut laut der Mitteilung von einer bestätigten Diagnose aus.

2020: Zwei Menschen in Bayern sterben am Bornavirus

Bereits im Jahr 2020 gab es Fälle von Bornaviruserkrankungen bei Menschen. Dem bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) wurden für das Jahr zwei Todesfälle übermittelt. In beiden Fällen starben die Personen nach einer Infektion mit den Bornaviren. 

Laut einer Studie zum Borna Disease Virus (BoDV), die das Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) Anfang des Jahres im Fachmagazin "The Lancet Infectious Diseases" veröffentlichte und in einer Pressemitteilung erwähnte, erkrankten zwischen 1999 und 2019 14 Personen in Bayern an der Krankheit. Durchschnittlich erkranken in Deutschland zwei Personen pro Jahr an der Krankheit - Wissenschaftler gehen von einer höheren Dunkelziffer aus.

Seit dem 1. März 2020 gilt deutschlandweit eine Meldepflicht bei einer Infektion mit dem Bornavirus.

Borna-Viren lösen Hirnhautentzündung aus

Die Ansteckung mit den klassischen Borna-Viren löst beim Menschen eine Hirnhautentzündung aus, die tödlich enden kann. 

Kirsten Pörtner, Ärtzin und Epidemiologin vom Robert Koch-Institut (RKI), vermutet, dass eine in Bayern erhöhte Durchführung von Tests Grund für die vermehrte Aufzählung in diesem Bundesland ist. Mögliche Ursache sei auch, "dass die Feldmaus sich in Bayern anders verhält als in Sachsen-Anhalt."

Bornavirus: Verstärktes Auftreten bei Katzenhaltern?

Um einen Anhaltspunkt über den Infektionsweg zu erhalten, hat Kirsten Pörtner Angehörige von Verstorbenen befragt. Das Ergebnis bei acht Patienten mit tödlichem Verlauf: Die verstorbenen Patienten lebten alle auf dem Land, sieben der acht Personen hielten eine Katze

Da bisher die Feldspitzmaus als Wirt der Bornaviren bekannt ist, liegt die Vermutung nahe, dass durch die Jagd der Hauskatzen auf Feldspitzmäuse die Katzen in Berührung mit Urin, Kot oder Speichel einer erkrankten Maus kamen und die Krankheit wiederum auch den Tierhalter übertragen haben.

Mit Material von dpa, FLI

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