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Bornasche Krankheit

Borna-Virus in Deutschland: zwei Todesfälle in Bayern

Hauskatze auf einem Feld auf Mäusejagd
am Mittwoch, 25.11.2020 - 12:15 (Jetzt kommentieren)

Dieses Jahr sind zwei Menschen in Bayern an einer Infektion mit dem Bornavirus gestorben. Eigentlich ist das Virus als eine Krankheit bekannt, die vor allem bei Nutztieren auftritt. Was sind die Ursachen für die Todesfälle?

Dem bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) wurden für dieses Jahr zwei Todesfälle übermittelt. In beiden Fällen starben die Personen nach einer Infektion mit den Bornaviren. 

Laut einer Studie zum Borna Disease Virus (BoDV), die das Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) Anfang des Jahres im Fachmagazin "The Lancet Infectious Diseases" veröffentlichte und in einer Pressemitteilung erwähnte, erkrankten zwischen 1999 und 2019 14 Personen in Bayern an der Krankheit. Durchschnittlich erkranken in Deutschland zwei Personen pro Jahr an der Krankheit - Wissenschaftler gehen von einer höheren Dunkelziffer aus.

Seit dem 1. März 2020 gilt deutschlandweit eine Meldepflicht bei einer Infektion mit dem Bornavirus.

Borna-Viren lösen Hirnhautentzündung aus

Die Ansteckung mit den klassischen Borna-Viren löst beim Menschen eine Hirnhautentzündung aus, die tödlich enden kann. 

Kirsten Pörtner, Ärtzin und Epidemiologin vom Robert Koch-Institut (RKI), vermutet, dass eine in Bayern erhöhte Durchführung von Tests Grund für die vermehrte Aufzählung in diesem Bundesland ist. Mögliche Ursache sei auch, "dass die Feldmaus sich in Bayern anders verhält als in Sachsen-Anhalt."

Bornavirus: Verstärktes Auftreten bei Katzenhaltern?

Um einen Anhaltspunkt über den Infektionsweg zu erhalten, hat Kirsten Pörtner Angehörige von Verstorbenen befragt. Das Ergebnis bei acht Patienten mit tödlichem Verlauf: Die verstorbenen Patienten lebten alle auf dem Land, sieben der acht Personen hielten eine Katze

Da bisher die Feldspitzmaus als Wirt der Bornaviren bekannt ist, liegt die Vermutung nahe, dass durch die Jagd der Hauskatzen auf Feldspitzmäuse die Katzen in Berührung mit Urin, Kot oder Speichel einer erkrankten Maus kamen und die Krankheit wiederum auch den Tierhalter übertragen haben.

Mit Material von dpa, FLI

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