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Oldenburger Geflügelspezialitäten

Brand bei Wiesenhof: "Gesamte Schlachtung wird ausgelagert"

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Anke Fritz, agrarheute
am
30.03.2016

Nach dem Brand in den Oldenburger Geflügelspezialitäten in Lohne, steht fest, dass die Schlachtung in den nächsten Wochen nicht wieder aufgenommen werden kann. agrarheute hat nachgefragt, welche Auswirkungen das auf die Landwirte hat.

Am Ostermontag kam es gegen 13 Uhr zu einem Großbrand in den Oldenburger Geflügelspezialitäten in Lohne (Wiesenhof). Wie die Unternehmensberatung für Kommunikation Engel & Zimmermann AG auf Nachfrage von agrarheute im Auftrag der PHW-Gruppe erklärt, seien in den vergangenen Wochen täglich bis zu 370.000 Tiere in Lohne geschlachtet worden. "Aktuell gehen wir davon aus, dass die Schlachtung in den nächsten Wochen nicht wieder aufgenommen werden kann. Die Tiere, die bislang in den Oldenburger Geflügelspezialitäten geschlachtet worden sind, werden seit heute (29. März) in Schlachtereien der PHW-Gruppe und in weitere Schlachtereien gebracht.  Es werden also alle Tiere weiterhin geschlachtet und die Landwirte müssen keine Sorge haben, dass ihnen die Tiere nicht abgenommen werden", heiß es weiter.

Schichtbetrieb in Ausweichschlachtereien

Wie die der NDR auf seiner Internetseite berichte, sorgen sich die Mäster aus Mecklenburg-Vorpommern. Laut NDR müsste in den anderen Schlachtereien ein Schichtbetrieb eingeführt werden, um die zusätzlichen Tiere schlachten zu können. Allerdings seien dafür Genehmigungen nötig, die derzeit beantragt würden, heißt es weiter. agrarheute hat speziell zu diesem Thema noch eine Anfrage bei der PHW-Gruppe laufen.

Wiederaufnahme der Produktion unklar

Wann die Produktion wieder aufgenommen werden kann, scheint allerdings noch unklar zu sein. Von der PHW-Gruppe heißt es weiter, dass sich das Unternehmen ers einmal einen Überblick über das Ausmaß des Schadens verschaffen müsse und daher Nachfragen zum Zeitpunkt der Wiederaufnahme der Produktion aktuell nicht beantwortet werden können. In dem Teil des Betriebes, der nicht von dem Feuer in Mitleidenschaft gezogen wurde, seien die Reinigungsarbeiten bereits gestartet.

Wiederaufbau in Planung

Die insgesamt 1.200 Mitarbeiter, darunter 750 Festangestellte und 450 Leiharbeiter und Werkvertragsbeschäftigte seien gestern Nachmittag im Rahmen einer Mitarbeiterversammlung über den aktuellen Stand vor Ort informiert worden. In dem Gespräch habe die PHW-Gruppe bekanntgegeben, dass die Planungen zum Wiederaufbau der Oldenburger Geflügelspezialitäten in den nächsten Tagen anlaufen werden und der Betrieb in Lohne so schnell wie möglich teilweise wiederaufgenommen werden soll.

Teil der Mitarbeiter werden nicht weiter beschäftigt

Wie die PHW-Gruppe weiter bekannt gibt, werde ein Teil seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorerst nicht weiterbeschäftigt. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die nicht weiterbeschäftigt werden können, werden die Oldenburger Geflügelspezialitäten einen Interessenausgleich mit Sozialplan erstellen und vereinbaren. Dieser wird eine Abfindung enthalten, die den Lohnausfall berücksichtigt.

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