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Niedersachsen

CDU will betäubungsloses Schächten verbieten

Schlachtkörper von Schafen
am
15.08.2019
(2 Kommentare)

Das betäbungslose Schächten zum muslimischen Opferfest will die CDU in Niedersachsen zukünftig verbieten.

Die CDU in Niedersachsen will das betäubungslose Schlachten, für das die Muslime bislang zum Opferfest eine Ausnahmegenehmigung erhalten, verbieten. Das teilte die CDU in Niedersachsen in einer Pressemitteilung mit. Die Prüfung eines Verbots hat die CDU-Landtagsfraktion am Vortag des 13.08.19 einstimmig beschlossen.

„Das Wohl unserer Mitgeschöpfe liegt uns am Herzen. Auch bei rituellen Schlachtungen aus religiösen Gründen darf das Tierwohl nicht in den Hintergrund treten. Daher will die CDU-Landtagsfraktion, dass zukünftig das Schächten von Tiere nur noch erlaubt ist, wenn diese vorher betäubt wurden. Halāl und Betäubung schließen sich nicht aus“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Dirk Toepffer.

Erst vor Kurzem hatte Niedersachsen zum islamischen Opferfest erneut eine Ausnahmegenehmigung zum betäubungslosen Schlachten an einen Betrieb für maximal 200 Schafe und Ziegen erteilt. Bereits im Vorjahr wurde eine Genehmigung zum betäubungslosen Schlachten von 202 Tieren nach islamischem Ritus erteilt.

Tierwohl und Religion in Einklang bringen

„Es gibt schon Betriebe, zum Beispiel in der Wesermarsch, die deutlich machen, dass Religion und Tierwohl in Einklang gebracht werden können. Daher sehen die CDU-Landtagsfraktion und ich keine Notwendigkeit, Tiere aus religiösen Gründen weiter leiden zu lassen. Uns ist die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zum Schächten dabei durchaus bewusst. Allerdings hat sich diese im Laufe der Jahre genau wie die gesellschaftliche Entwicklung geändert. Und zum Wohl der Tiere muss man dies in letzter Konsequenz zur Not auch vor Gericht ausfechten“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Dirk Toepffer.

Vorhaben der CDU wird kritisiert

Dieses Vorhaben kritisiert nach Informationen des Politikjournals "Rundblick" der Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Niedersachsen. "Die Pläne der Christdemokraten sind ein Affront, den wir nicht akzeptieren werden - das wird unseren entschiedenen Protest auslösen", erklärte ihr Vorsitzender Michael Fürst.

In Deutschland ist das Schlachten ohne vorherige Betäubung grundsätzlich verboten. Das Tierschutzgesetz verlangt eine Betäubung, die das Schmerzempfinden der Tiere sicher ausschaltet. Allerdings sind Ausnahmen möglich, um beispielsweise die Religionsfreiheit mit entsprechenden Glaubensvorschriften zu gewährleisten. Die Halal-Schlachtung ist in Deutschland erlaubt, bei der zwar islamische Regeln beachtet, das Tier aber auf jeden Fall vorher betäubt wird.

Mit Material von CDU Niedersachsen, Rundblick
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