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Geflügelpest

Checkliste: So schützen Sie Ihren Bestand gegen Vogelgrippe

am Dienstag, 21.01.2020 - 12:00 (Jetzt kommentieren)

In Brandenburg wurde ein Fall von Vogelgrippe bei einem Wildvogel gemeldet. Diese Checkliste hilft sich zu wappnen.

Wie das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) mitteilt, haben die zuständigen Behörden in Brandenburg am Montag, 20. Januar 2020, einen Fall von hochpathogener Aviärer Influenza (HPAI), sprich Vogelgrippe, bei einem Wildvogel gemeldet, wie agrarheute berichtete. Der Kadaver des Tiers wurde im Landkreis Spree-Neiße gefunden.

Das Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesinstitut für Tiergesundheit, hat den HPAI-Fall mittlerweile bestätigt. Die Vogelgrippe tritt bereits seit mehreren Wochen in Mittel- und Osteuropa auf. In den vergangenen Wochen hatten unter anderem Ungarn, Rumänien, Tschechien und Polen Fälle gemeldet.

Um das Risiko eines Eintrags des Vogelgrippevirus in den Geflügelbestand gering zu halten, hat das Friedrich Loeffler Institut eine umfangreiche Checkliste für Geflügelhalter erstellt. Sie soll den Landwirten helfen ihre Biosicherheitskonzepte zu prüfen und Lücken zu identifizieren.

Punkte aus der Checkliste:

  • Lageplan mit Einzeichnung der Biosicherheitsbereiche, Grundrisse, Skizzen unter Berücksichtigung der Biosicherheitseinrichtungen (Schleusen, Reinigung, Desinfektion etc.) vorhanden?
  • Zugang beschränkt auf Beschäftigte und erforderliches externes Personal (z. B. Tierarzt, Techniker, Inspektionspersonal, Fängerkolonnen).
  • Bereitstellung von regelmäßig zu erneuernden Desinfektionsmitteln in Wannen zur Desinfektion des Schuhwerks.
  • Schutzkleidung nach Gebrauch unverzüglich reinigen und desinfizieren und Einwegkleidung nach Gebrauch unverzüglich unschädlich beseitigen (gemäß §§ 5 und 6 GeflPSchV).
  • Wildvogelsicheres Dach und Wände bzw. Zäune.
  • Gewässer (Löschwasserteich, Rückhaltebecken) auf Gelände mit Netz überspannen, um den Einflug von Wasservögeln zu verhindern.
  • Fütterung nur an Stellen, die für Wildvögel nicht zugänglich sind (§ 3 GeflPSChV).
  • Kein „Vorgreifen“ und Umstallen von Tieren.
  • Kein Austausch von Futtervorräten zwischen Herden.

Aktuelle Risikoeinschätzung des FLI

Aufgrund der seit Jahresbeginn plötzlichen und massiven überregionalen Aüsbruche von Hochpathogener Aviärer Influenza (HPAIV) des Subtyps H5N8 in Geflügelbetrieben in Osteuropa aktualisierte das FLI die Risikoeinschätzung:

  • Das Risiko eines direkten Viruseintrages in deutsche Geflügelbetriebe durch Lebendtransporte aus EU-Mitgliedstaaten wird als gering erachtet.
  • Das Risiko eines Eintrags durch HPAIV kontaminierte Gegenstände aus den betroffenen Regionen (Fahrzeuge, Kleidung, Schuhe) wird als mäßig eingestuft.
  • Für Wassergeflügelhaltungen in Deutschland wird das Risiko als mäßig eingeschätzt. Das Risiko eines Eintrags von HPAIV in Nutzgeflügelhaltungen und Vogelbestände in zoologischen Einrichtungen durch direkte Kontakte zwischen Wildvögeln und gehaltenen Vögeln wird als gering eingestuft.

Weitere Informationen zur aktuellen Gefahreneinschätzung des FLI finden Sie hier.

Mit Material von FLI

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