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Tierwohl und Tiergesundheit

Checkliste: Veterinäramts-Kontrolle optimal vorbereiten

Kontrolle-Veterinär-Stall-Schwein
am Donnerstag, 25.11.2021 - 15:09 (Jetzt kommentieren)

Kontrollen durch das Veterinäramt - ob angekündigt oder unangekündigt - können ein mulmiges Gefühl verursachen. Bereiten Sie sich deshalb bestmöglich auf solche Situationen vor - beispielsweise mit einer Checkliste. Dann können Sie Kontrollen gelassen entgegensehen.

Landwirte, die Nutztiere halten, werden immer wieder mit Kontrollen konfrontiert. Es gibt QS-Kontrollen, CC-Kontrollen, Verbandskontrollen und eben die vom Veterinäramt. Weiter unterscheidet man zwischen Routinekontrollen und anlassbezogene Kontrollen. Die Kontrollen können angemeldeten und unangemeldeten sein.

So oder so können sie erstmal für ein mulmiges Gefühl sorgen. Hat man wirklich alles korrekt ausgefüllt? Hat man wirklich nichts übersehen? Deshalb ist es wichtig zu wissen, wie man in einem solchen Fall am Besten reagiert. Machen Sie sich bewusst, dass zum Beispiel auch aus Kleinigkeiten, die unwidersprochen hingenommen werden, schnell umfangreiche Vorwürfe entstehen können.

Das Hinzuziehen eines Anwalts ist kein Schuldeingeständnis!

Ganz wichtig: Das Zuziehen eines Anwalts ist kein Schuldeingeständnis, sondern das Herstellen von Waffengleichheit in einem juristischen Ablauf!

Sind die Vorwürfe schwerwiegender oder handelt es sich sogar um Anhörung in Bußgeld- oder Strafverfahren, sollte so schnell wie möglich ein im jeweiligen Fachrecht kundiger Jurist oder zumindest Berater zugezogen werden. Und zwar bevor eigene Angaben auf einem Anhörungsbogen oder eventuell sogar bei der Polizei gemacht werden.

Die gute Vorbereitung auf Kontrollen ist entscheidend für das letztendlich Ergebnis. Dabei besteht, neben dem bisher gesagten, die beste Vorbereitung darin, mögliche Fehlerquellen in Haltung und Management abzustellen.

Checkliste und Stresstest helfen

Ein Betrieb, in dem gar keine Abweichungen vorkommen, ist äußerst selten, weil aufgrund der Vielzahl der Anforderungen immer unentdeckte Stolperstellen auftreten können. Hier haben sich „Stresstests“ mit unabhängigen Beratern, die eine Kontrolle im Vorfeld simulieren, bewährt.

Findet man selber größere Probleme, kann es auch sinnvoll sein, sich im Vorfeld mit Berater und Anwalt gemeinsam ein Konzept zu überlegen und proaktiv auf die eigene Veterinärbehörde zuzugehen, um Lösungswege und zeitliche Abläufe für die Korrektur der Schwachstellen zu besprechen.

Gut vorbereitet haben Landwirte oft nichts zu befürchten. Folgende Punkte der Checkliste können helfen, Kontrollen gut vorzubereiten.

Veterinärkontrolle: Vorbeugen und vorbereiten ist selbstverständlich

  • Sie halten alle gesetzliche Vorgaben ein.
  • Sie haben verantwortliche Mitarbeiter benannt, die regelmäßig in Hinblick auf gesetzliche Vorgaben, Tiergesundheit und Tierwohl geschult werden.
  • Sie haben genaue Arbeitsanweisungen erstellt. Hier geht es zum Beispiel um das Einrichtung und das Nutzung von Krankenbuchten, das Töten von Tieren oder dem den Umgang mit Medikamenten.
  • Alle Maßnahmen am Tier und Vorkommnisse im Management werden innerbetrieblich dokumentiert.
  • Belastungstest wurde erfolgreich absolviert.
  • Telefonnummern von spezialisierten Anwälten (Verwaltungsrecht, Fachrecht, Strafrecht) liegen bereit.
  • Fotoapparat und Notizblöcke zur Dokumentation sind einsatzbereit.

Das Veterinäramt steht auf dem Hof - In der Krisensituation richtig verhalten

  • Als aller erstes: Bleiben sie ruhig. Schließlich sind Sie gut vorbereitet und haben nichts zu verbergen.
  • Sie haben den Anwalt oder sachverständigen Berater informieren und eventuell hinzugezogen.
  • Sie erfüllen Ihre Mitwirkungspflichten. Dazu gehört es zum Beispiel, Türen öffnen, Dokumente heraussuchen oder Tiere festzuhalten.
  • Sie machen selbst Fotos der begutachteten Situationen und Übersichtsbilder.
  • Sie verlangen eine schriftliche Bestätigung aller Anforderungen und Anmerkungen.
  • Sie machen keine Angaben zu möglicherweise problematischen Themen  – im Zweifelsfall sagen Sie gar nichts.
  • Sie leisten keine Unterschrift unter Protokolle und vergleichbare Schriftstücke.

Die Veterinärkontrolle richtig aufarbeiten

  • Falls noch nicht geschehen – die Zustände fotografisch zur internen Beweissicherung dokumentieren.
  • Lassen Sie Schreiben, Anweisungen oder Verfügungen von Sachverständigem und/oder Anwalt prüfen.
  • Legen Sie im Zweifelsfall sofort innerhalb der Frist Widerspruch ein. Eine Begründung kann nachgeschoben werden.
  • Führen Sie bei einer Anzeige oder dem Verdacht, dass eine Anzeige erfolgen könnte, sofort ein Vorabgespräch mit Anwalt und Sachverständigem durch.
  • Führen Sie keine Gespräche, machen Sie keine Angaben ohne anwaltlichen Beistand.
  • Stellen Sie eventuell vorwerfbare Zustände unverzüglich ab.
  • Dokumentieren Sie die Veränderungen.

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