Login
Geflügel

China: Vogelgrippe verursacht Kosten in Milliardenhöhe

von , am
31.03.2014

Peking - Im März 2013 war die Vogelgrippe des Virustyps H7N9 erstmals in China nachgewiesen worden. Mittlerweile sind über 100 Menschen daran gestorben, die Geflügelwirtschaft verzeichnet Milliardenverluste.

Zum Schutz gegen die Vogelgrippe H5N8 gilt in Mecklenburg-Vorpommern eine landesweite Aufstallpflicht für Geflügel, andernorts ist sie regional begrenzt. © SueSchi/pixelio
Die erstmals im März 2013 in China nachgewiesene Vogelgrippe des neuen Virustyps H7N9 hat in der Volksrepublik bereits mehr als 100 Menschen das Leben gekostet und in der Geflügelwirtschaft Milliardenverluste verursacht.
 
Der Generalsekretär des Chinesischen Geflügelindustrieverbandes, Gong Guiefen, bezifferte laut Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua den allein in diesem Jahr entstandenen Schaden auf 2,37 Milliarden Euro, nachdem es 2013 bereits rund sieben Milliarden Euro gewesen sein sollen.

120 Neuerkrankungen von Menschen in 2014

Offiziellen Angaben zufolge kam es in den ersten beiden Monaten 2014 schon zu 120 Neuerkrankungen beim Menschen, von denen 36 tödlich verliefen. Auf die neue Welle von Infektionen bei Mensch und Tier in diesem Winter hat die chinesische Staatsregierung mit einer umfassenden Schließung von Lebendmärkten für Geflügel in den betroffenen Provinzen reagiert.
 
Die Sperrung dieser bei den Verbrauchern besonders beliebten Einkaufstätten nimmt vor allem kleineren Produzenten die Vermarktungsmöglichkeiten. Die chinesische Regierung hat die Banken des Landes bereits aufgefordert, in Schwierigkeiten geratenen Erzeugern mit Umschuldungen oder Notkrediten auszuhelfen.

Chinesische Geflügelbranche in der Krise

Nach einem verlustreichen Jahr 2013 scheint die Geflügelwirtschaft auch 2014 nicht aus der Krise herauszukommen. Das amerikanische Landwirtschaftsministerium hat Anfang März seine Prognose für die chinesische Hähnchenfleischerzeugung 2014 um sechs Prozent auf 12,9 Millionen Tonnen (Mio. t) gesenkt; der Verbrauch wurde ebenfalls um sechs Prozent auf 12,75 Mio. t nach unten korrigiert. Der Ausbruch der Geflügelgrippe würde damit dem zuvor bestehenden Wachstumstrend ein jähes Ende bereiten; Erzeugung und Verbrauch von Hähnchenfleisch könnten im laufenden Jahr jeweils um rund 800.000 Tonnen geringer als 2012 ausfallen.
 
Die Folgen der Vogelgrippe dürften noch weitaus schlimmer werden, sollte sich die Krankheit zur Pandemie auswachsen. Nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (WHO) gibt es bisher zwar keine Hinweise auf eine einfache Übertragung von Mensch zu Mensch, doch müssten die Infektionswege noch genauer untersucht werden.
Auch interessant