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Fleischbranche

Corona: Tönnies äußert sich zu Vorwürfen

Tönnies-Firmenlogo
am Freitag, 10.07.2020 - 11:42 (Jetzt kommentieren)

Nach dem Corona-Ausbruch bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück steht die Fleischbranche wieder unter Druck. Jetzt nimmt der Konzern Stellung.

Das Schlachtunternehmen Tönnies möchte nach den Vorwürfen der letzten Wochen aufräumen - vor allem nach der massiven Kritik an fehlenden Arbeitschutzmaßnahmen. Nach Angaben von Tönnies fand bereits am 15. Mai 2020 eine unangekündigte sechsstündige Kontrolle des Werks in Rheda-Wiedenbrück statt.

Die Bezirksregierung Detmold habe das Corona-Hygiene Konzept im Einklang mit den Arbeitsschutzstandards des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) eingestuft, so Tönnies. Kleine Mängel seien kurzfristig behoben worden. Am 20. und 29. Mai 2020 hätten weitere Überprüfungen durch die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe und die Bezirksregierung stattgefunden.

Die offenen Punkte konnten komplett geklärt werden", schreibt Tönnies. Dies werde zudem durch die Ergebnisse der ersten behördlichen Corona-Reihentestung in diesem Zeitraum bestätigt, bei der von 6.400 Tests lediglich sieben Mitarbeiter positiv getestet worden seien.

Wie viele Mitarbeiter sind über Subunternehmen angestellt?

Laut Konzern gibt es bei Tönnies keine systematischen Sub-Sub-Konstrukte. Von den rund 7.000 Beschäftigten am Standort Rheda-Wiedenbrück sind aktuell rund 100 Personen aufgrund von Personalmangel bei einem Unter-Dienstleister beschäftigt. Dies ist in der Verfügbarkeit der Mitarbeiter begründet und lediglich für einen begrenzten Zeitraum", schreibt das Unternehmen.

  • Weltweit gibt es 29 Produktionsstandorte, 19 davon in Deutschland
  • 18.734 Mitarbeiter weltweit, davon sind 50,2 Prozent direkt angestellt
  • 16.422 Mitarbeiter in Deutschland, davon 43,2 Prozent direkt angestellt
  • Vier Lohngruppen zwischen 9,50 und 18,00 Euro (Durchschnitt 11,35 Euro)

Welche landwirtschaftliche Struktur steht hinter Tönnies?

Tönnies ist laut eigenen Angaben Deutschlands Marktführer für Bio-Schweinefleisch. Rund 22% aller von uns verarbeiteten Tiere stammen aus einer Haltungsform über dem gesetzlichen Standard, rund 1,5% aus biologischer Haltung", schreibt der Konzern.

Das Unternehmen sei Vorreiter der Initiative Tierwohl und unterstütze in vollem Umfang die Vorschläge der Borchert Kommission von Julia Klöckner. Unser Ziel ist es das gesamte Grundsortiment in Haltungsform 2 zu bringen", so Tönnies.

12.000 Landwirte arbeiten mit Tönnies zusammen. Der durchschnittliche Betrieb hat 1250 Mastplätze. Tönnies verarbeitet Fleisch aus allen vier Haltungsformen:

  • 78 % aus konventioneller Haltung
  • 20 % aus Stallhaltung plus
  • 0,5 % Außenklimaställe
  • 1,5 % aus Biohaltung

Wie hoch ist die Exportquote?

  • Exportquote Schwein liegt bei 56,1 % (vor allem Innereien, Öhrchen).
  • Exportquote Rind 23,3 %.
  • An allen Standorten wurden im Jahr 2019 20,6 Mio. Schweine und 440.000 Rinder geschlachtet und zerlegt.
  • Der Standort Rheda-Wiedenbrück hat eine Zulassung für 30.000 Schweine/Tag.
Mit Material von Tönnies, ISN

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