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Krankheiten

Corona: UNO-Bericht warnt vor Zunahme von Zoonosen

Käufer mit Masken auf einem Wochenmarkt
am Dienstag, 07.07.2020 - 15:20 (1 Kommentar)

Laut einem Bericht der UNO ist die Zahl der Zoonosen signifikant gestiegen. Der Mensch ist dabei der entscheidende Faktor. "One Health" könnte eine der Lösungen sein.

In einem Bericht zum Thema Corona-Pandemie und zur Zoonosenentwicklung allgemein haben das Umweltprogramm der Verein Nationen (UNEP) und das International Livestock Research Institute (ILRI) vor künftigen Ausbrüchen von zwischen Mensch und Tier übertragbaren Krankheiten gewarnt.

In den vergangenen Jahrzehnten sei ein signifikanter Anstieg von neuen Infektionskrankheiten beim Menschen zu verzeichnen. Rund 75 Prozent der neuen Erreger kämen dabei aus dem Tierreich.

Immer mehr Menschen und Nutztiere

Den Hauptgrund für diesen Anstieg sehen UNEP und ILRI in der Bevölkerungsentwicklung und Verhaltensveränderungen des Menschen. Vor allem die steil steigenden Populationszahlen sowie die Auswirkungen der Globalisierung seien ein Problem, so die Studienersteller.

Dazu komme eine steigende Nachfrage nach tierischem Protein, was zu immer größeren und dichteren Nutztierbeständen mit genetisch sehr ähnlichen Individuen führe, die ihrerseits eine sehr ähnliche Empfänglichkeit für diverse Erreger aufwiesen.

"One Health" als wichtiger Lösungsansatz

Um einen weiteren Anstieg von Zoonosen zu unterbinden, seien unbedingt abgestimmte Gesundheitsstrategien für Mensch, Tier und Umwelt (Prinzip "One Health") voranzutreiben, empfehlen ILRI und UNEP. Wichtig sei zudem, dass menschliche und tierische Lebensräume möglichst ungestört nebeneinander existieren könnten. Ein weiteres Eindringen in weitgehend unberührte Lebensräume sei weitgehend zu unterbinden.

Weitere Punkte, die die Studienersteller aufführten, sind die Unterstützung nachhaltiger Methoden für ein Nebeneinander von Wildnis und Landbewirtschaftung, eine verbesserte Biosicherheit sowie die Weiterentwicklung der Forschung für eine schnellere und sensiblere Wahrnehmung von Zoonoseergeignissen.

Auch eine Frage der Wahrnehmung

Prof. Dr. Thomas Mettenleiter

Die Wahrnehmung als weiteren Aspekt der gestiegenen Zoonosehäufigkeit bringt der Direktor des Friedrich-Loeffler-Instituts für Tiergesundheit (FLI), Prof. Dr. Thomas Mettenleiter, in einem Interview mit agrarheute ins Gespräch: "Natürlich ist die Testung intensiver geworden. Und in der Zwischenzeit testen wir auch in Gegenden, in denen wir solche Ereignisse früher nicht wahrgenommen hätten." Das erhöhe selbstverständlich auch die Anzahl erfasster Zoonosen, die noch vor wenigen Jahrzehnten durchs Netz gerutscht seien.

Mettenleiter: Biosicherheit ist ein zentraler Punkt

Dennoch stimmt Mettenleiter vor allem hinsichtlich der "One Health"-Strategie mit der Studie der Vereintan Nationen und des ILRI überein: "Im Rahmen des One-Health-Prinzips ist die Zoonosebekämpfung ganzheitlich zu sehen. Da spielt der Klimawandel ebenso eine Rolle wie die Urbanisierung, das Wachstum der Populationen von Mensch und Nutztier und natürlich auch der weltweite Transport von Tieren und tierischen Produkten. Das hat alles ganz andere Dimensionen als früher." Vor allem Biosicherheit sei daher ein unumgängliches Gebot.

Das komplette Interview und zahlreiche weitere Aspekte zum Thema Zoonosen finden Sie im Titelthema unserer Augustausgabe des agrarheute-Magazins, die am 31. Juli 2020 erscheint.

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