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Biosicherheit

Das Coronavirus auf Distanz halten

Hofschild-wertvoller-Tierbestand
am Freitag, 20.03.2020 - 07:45 (Jetzt kommentieren)

Derzeit wird alles getan, um die Corona-Pandemie einzudämmen. Tierhalter sollten jetzt besonders auf Hygiene und Biosicherheit achten, um sich und ihre Mitarbeiter zu schützen.

Das Coronavirus hat Deutschland und die ganze Welt im Griff. Das öffentliche Leben ist fast vollständig zum Erliegen gekommen, weitreichende Wirtschaftsaktivitäten wurden heruntergeregelt. All das soll dabei helfen, die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Tierhalter und ihre Mitarbeiter werden dabei in besonderer Weise aufgerufen, sich vor dem Coronavirus Sars-Cov-2 zu schützen. Das geht über die gängigen Hygieneregeln wie Händewaschen und Abstand zu anderen Personen weit hinaus. Jetzt sind intensive Biosicherheitsmaßnahmen und eine Planung für den Notfall gefragt. 

Zunächst gelten für Tierhalter und ihre Mitarbeiter die gleichen Hygieneregeln und Vorsichtsmaßnahmen, wie für andere Bürger auch. Zusätzlich müssen sich Landwirte noch um die Versorgung eines gesamten Tierbestands kümmern - auch in Krisenzeiten muss der Ablauf im Stall normal weitergehen. 

Daher muss zum einen alles getan werden, um die eigene Gesundheit und die der Mitarbeiter zu schützen. Zum anderen muss frühzeitig ein Notfallplan erstellt werden, der dann greift, wenn es zu einer Quarantänevorgabe oder gar einer Infektion unter den Tierbetreuern kommt. 

Zum Schutz vor einer Infektion mit dem Coronavirus gelten zunächst die allgemeinen, vom Robert-Koch-Institut gebotenen Vorsichtsmaßnahmen, die Sie hier finden. Zudem hat die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau wichtige Tipps herausgegeben, um sich vor dem Virus zu schützen.

Besondere Maßnahmen für Tierhalter zum Schutz vor dem Coronavirus

Über die allgemeinen Hygieneregeln hinaus sollten Tierhalter folgende Maßnahmen ergreifen:

  • Informieren Sie Ihre Familien und Mitarbeiter über die Bedeutung der Vorischtsmaßnahmen für Ihren Betrieb. Sprechen Sie allgemeine Verhaltenregeln und Abläufe - auch zu der Biosicherheit im Stall - durch.
  • Schotten Sie Ihren Tierbestand rigeros ab und setzen Sie die auch ohne das Coronavirus wichtige Biosicherheitsmaßnahmen ohne Kompromisse durch. 
  • Sorgen Sie auch in ihren Ställen dafür, dass es ausreichend Stellen zur Handreinigung mit Seife und/oder Handdesinfektion gibt.
  • Beschränken Sie die Außenkontakte auf das absolut notwendigste Maß. Das heißt, meiden Sie Veranstaltungen, Seminare oder andere externe Treffen – egal, ob mit beruflichem oder privatem Hintergrund (sofern diese nicht ohnehin abgesagt sind).
  • Sind Beratungen, Bestandsbetreuungen oder ähnliches in ihrem Betrieb geplant, sprechen Sie sich vorher mit Ihrem Berater oder Tierarzt ab, welche Sicherheitsmaßnahmen zu treffen sind und welche Serviceleistungenunter Umständen auch auf digitalem oder anderem Weg erledigt werden können.
  • Auch Verkaufsgespräche oder ähnliches sind möglichst nicht im persönlichen Gespräch, sondern am Telefon zu führen.
  • Richten Sie die Übergabestellen zum Beispiel für Futter, Sperma, Tierzukäufe und Tierverkäufe so ein, dass es zu möglichst keinem oder nur sehr geringen Kontakt zu anderen Personen kommt. Schaffen Sie an diesen Stellen auch die Möglichkeit zum Händewaschen und/oder Handdesinfektion. Gegebenenfalls ist das Tragen von Einweghandschuhen sinnvoll.

Für den Notfall vorbereiten

Für den Notfall sollten sie bereits jetzt folgende Vorbereitungen treffen:

  • Fragen Sie sich, was passiert, wenn Sie oder eine tierbereuende Person im Betrieb beispielsweise durch eine angeordnete Quarantäne oder gar eine Infektion ausfällt. Bereiten Sie für diese Situationen einen Notfallplan vor. Regeln Sie die Vertretungen im Stall für diesen Fall. Wie sind die wichtigsten Informationen und Abläufe zur Versorgung der Tiere hinterlegt?
  • Machen Sie sich bei mehreren tierbetreuenden Personen im Betrieb im Vorfeld Gedanken, wie sie verhindern können, dass bei der Betroffenheit einzelner Personen gleich die ganze Belegschaft ausfällt (zum Beispiel getrennte Arbeitsbereiche, unterschiedliche Arbeitszeiten etc.).
  • Nutzen Sie hierfür auch die QS-Notfallpläne für Rinder- und Schweinehalter.
  • Halten Sie Ihre Mitarbeiter über die aktuellen Entwicklungen und Auswirkungen auf Ihren Betrieb auf dem Laufenden.

Die ISN hat zur Information von Tierhaltern und tierbetreuenden Personen diese Maßnahmen als Checkliste zum Download erstellt:

Auch das Schweinezuchtunternehmen PIC hat Verhaltensempfehlungen für Mitarbeiter auf schweinehaltenden Betrieben herausgegeben:

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