Login

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Infektionsschutz

Coronavirus: Keine Verbreitung über Nutztiere

Eine Gruppe von Ferkeln
am Montag, 09.11.2020 - 11:00 (Jetzt kommentieren)

Infektionsstudien des Friedrich-Loeffler-Instituts zeigen, dass Nutztiere nicht empfänglich für das Coronavirus sind.

Bereits im März hatte das Bundeslandwirtschaftsministerium eine Studie zur Empfänglichkeit von SARS-CoV (Corona) in Auftrag gegeben. Nach neusten Erkenntnissen des Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) wurde in der Studie bewiesen, dass landwirtschaftliche Nutztiere nicht empfänglich für das Corona-Virus sind. Während Schweine und Hühner sich überhaupt nicht mit dem Virus infizierten, zeigten Rinder zwar minimale Virusvermehrungen, gaben die Infektion aber nicht an Kontakttiere weiter. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) konnte zudem nachweisen, dass das Virus nicht vom Nutztier auf Menschen übertragen wird.

Die Übertragung des Virus durch Haustiere ist dabei noch nicht abschließend geklärt. Zwar traten Infektionen bei Hunden und Katzen auf, es gäbe aber noch keine Hinweise darauf dass sich Menschen bei ihrem Haustier infiziert haben. Im Juni führte das Bundesministerium eine Meldepflicht bei infizierten Haustieren ein, um einen besseren Einblick in das Vorkommen, den Verlauf und die Übertragung zu erhalten.

Schweine und Hühner übertragen das Coronavirus nicht

Nutztiere sind besonders in Kontakt mit dem Menschen. Daher wurden Schweine und Hühner auf Empfänglichkeit für SARS-CoV-2 getestet. Es wurde untersucht, ob die Tiere infiziert werden, den Erreger vermehren und Krankheitssymptome zeigen. Weiterhin wurde getestet, ob sie den Erreger wieder ausscheiden und damit eine potenzielle Gefahr für den Menschen darstellen könnten.

Unter den Versuchsbedingungen zeigten sich weder Schweine noch Hühner als empfänglich für eine Infektion mit SARS-CoV-2. Nach jetzigem Kenntnisstand sind sie also von dem Coronavirus nicht betroffen und stellen demnach kein potentielles Risiko für den Menschen dar.

Flughunde und Frettchen können sich mit SARS-CoV-2 infizieren

In den Infektionsstudien wurde den Tieren SARS-CoV-2 in die Nase verabreicht, um den natürlichen Infektionsweg beim Menschen über den Nasen-Rachenraum nachzuahmen. Nilflughunde, die zu den Fledertieren gehören, wurden getestet, um Kenntnisse über die vermutete Reservoirfunktion von Fledermäusen zu erlangen. Diese Tiere konnten zwar infiziert werden, zeigten aber keine Krankheitssymptome und steckten Artgenossen nicht effizient an.

Frettchen sind bei anderen Atemwegs-Infektionen, insbesondere durch Grippeviren, ein gutes Modell für den Menschen. Da SARS-CoV-2 sich vor allem im Atmungstrakt vermehrt, könnten Frettchen sich als Modell auch für diese Infektion eignen. Nach solch einem Tiermodell, das die Infektion des Menschen widerspiegelt, wird derzeit weltweit dringend gesucht. Die Versuche des FLI zeigen, dass sich Frettchen effizient mit SARS-CoV-2 infizieren lassen, das Virus gut vermehren und es auf Artgenossen übertragen. Die Tiere vermehrten das Virus hauptsächlich in den oberen Bereichen des Atmungstraktes, zeigten dabei aber keine Krankheitssymptome. Damit steht ein Infektionsmodell zur Verfügung, das bei der Erprobung von Impfstoffen und Medikamenten gegen SARS-CoV-2 helfen könnte.

Forscher aus England nutzen derzeit Schweine als Großtiermodell, um die Wirksamkeit verschiedener Impfstoffkandidaten gegen SARS-CoV-2 zu testen.

Mit Material von Friedrich-Loeffler-Institut

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...