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Geflügel

Dänemark erlaubt GVO-Futter bei Geflügel

von , am
14.01.2014

Dänisches Geflügel darf ab Februar 2014 wieder mit Futter aus gentechnisch veränderten Organismen gemästet werden. Grund hierfür sind steigende Futterpreise und eine veränderte Nachfrage.

Hähnchenmast: Niedersächsischen Mäster bevorzugen Mittellangmast oder Schwermast. © Mühlhausen/landpixel
Anfang Dezember beschloss die Organisation "Dansk Slagtefjerkræ" (Dänischer Rat für die Geflügelwirtschaft), die Forderung nach GVO-freien Futtermitteln bei Schlachtgeflügel aufzuheben. Die Vereinigung, bestehend aus Produzenten, Schlachtereien und Brütereien, hält Veränderungen für dringend notwendig, um Arbeitsplätze in der dänischen Schlachtgeflügelproduktion zu erhalten.

"Natürliche Entwicklung"

"Unter den Nutztieren der konventionellen Landwirtschaft ist das Schlachtgeflügel mittlerweile das einzige Tier, welches mit GVO-freiem Futter gefüttert wird. Daher sehen wir diese Veränderung lediglich als natürliche Entwicklung in der Landwirtschaft. Wir richten uns außerdem nach den Kunden, die heute zum Großteil keinerlei Forderungen mehr nach GVO-freiem Futter stellen", so Jes Bjerregaard, Vorstandsmitglied bei Dansk Slagtefjerkræ und Geschäftsführer der Schlachterei Danpo A/S, zu "Landbrug & Fødevarer".

Hauptgrund Preisanstieg

Die Hauptbegründung des Beschlusses sei jedoch das Ansteigen der Preise für GVO-freies Futter. Bjerregaard erklärt, dass circa 80 Prozent der weltweiten Sojaproduktion aus GVO-Soja bestehe und es dadurch sowohl immer teurer als auch schwieriger für die Produzenten werde, GVO-freies Soja zu organisieren und zu verfüttern.

Konkurrenzfähig werden

Durch die neue Richtung soll sich auch die Konkurrenzfähigkeit von dänischem Geflügel in Europa verbessern. "Wir konkurrieren mit Unternehmen auf dem internationalen Markt, auf dem nun einmal GVO-Futter verwendet wird. Hier werden das Preisniveau und die Preise bestimmt, die wir für unsere Waren verlangen können." Um die circa 2.500 Arbeitsplätze in dieser Branche zu sichern, sei dieser Schritt notwendig. Die einzigen Einsparungen, die noch möglich seien, beträfen in diesem Bereich eben die Futtermittel, so Bjerregaard.

Lebensmittelsicherheit

Bjerregaard weist zudem darauf hin, dass gv-Futter die Lebensmittelsicherheit nicht beinträchtige, so "Landbrug & Fødevarer". Das Futter müsse in jedem einzelnen Fall den EU-Richtlinien unterliegen und werde von den Behörden nur dann zugelassen, wenn keinerlei Risiko für die Gesundheit von Mensch und Tier sowie die Umwelt ausgehe. "Gehen wir diesen Schritt nicht, werden die 117 Millionen Schlachtgeflügel, die Dänemark für 2014 erwartet, in einem jener Länder aufgezogen und geschlachtet, mit denen wir jetzt noch konkurrieren", so Bjerregaard.
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