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Geflügel

Dänische Wildenten tragen hochansteckendes Vogelgrippe-Virus

von , am
23.01.2013

Das dänische Veterinärinstitut wies jetzt bei erlegten Stockenten aus der Region Westjütland ein hochpathogenes Geflügelpestvirus nach.

Dänische Wildenten sind Träger eines hochansteckenden Vogelgrippe-Virus. © Wikipedia/Trepte
Der Befund des hochansteckenden Geflügelpestvirus vom Subtyp H7 gibt zur Besorgnis Anlass. Der Nachweis des Virus bei Wildenten in Dänemark zeige, dass gerade frei lebende Entenvögel ein Reservoir für den Erreger der Geflügelpest sein können, ohne selbst zu erkranken. Dieser Befund müsse Anlass sein, um die Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen in den Betrieben Mecklenburg-Vorpommerns einer gründlichen Überprüfung zu unterziehen, erklärte Dr. Till Backhaus, Agrarminister Mecklenburg-Vorpommerns.
 

Maßnahmen bei Freilandlandhaltung

Insbesondere Halter von Geflügel, die ihre Tiere nicht ausschließlich in Ställen halten, wies Backhaus auf ihre Verantwortung bei der Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen hin. "Hierzu gehört insbesondere, unklare Krankheits- oder Todesfälle von Tieren durch eine schnellstmögliche Untersuchung auf Geflügelpest abzuklären. Des Weiteren darf Wildvögeln kein Zugang zu Futter, Einstreu und Gegenständen gewährt und Tiere dürfen nicht mit Oberflächenwasser getränkt werden, zu dem wildlebende Vögel Zugang haben", umreißt Dr. Backhaus den Katalog der Vorsichtsmaßregeln. In allen Verdachtsfällen sei umgehend das zuständige Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt zu informieren.
 

Früherkennung durch "Sentinel-Tiere"

Ebenso macht der Minister auf die Untersuchungspflichten bei der Freilandhaltung von Enten und Gänsen aufmerksam. Hier hat der Geflügelhalter die Tiere vierteljährlich virologisch auf hoch pathogenes Geflügelpest-Virus untersuchen zu lassen. Alternativ dürften Enten und Gänse auch zusammen mit einer definierten Zahl von Hühnern oder Puten gehalten werden, die als so genannte "Sentinel-Tiere" der Früherkennung dienten. Während das Virus unerkannt in Enten und Gänsen "schlummern" könne, erkrankten Hühner und Puten sehr schnell nach einer Infektion mit dem Virus. "Entscheidet sich der Tierhalter für diese Art der Überwachung, muss allerdings jedes verendete Stück Geflügel zur Untersuchung an das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei eingesandt werden", erinnert Dr. Backhaus.
 

MV: kein Befund seit 2007

In Mecklenburg-Vorpommern wurde seit dem Geflügelpestgeschehen in der Wildvogelpopulation von Mitte Februar bis Anfang April 2006 durch das hochpathogene Virus vom Subtyp H5N1 kein Geflügelpest-Virus mehr nachgewiesen. Seither führt das Land umfangreiche Überwachungsuntersuchungen bei Wildvögeln und Hausgeflügel durch. Auch bei den 1056 Untersuchungen von Geflügel im Jahr 2012, darunter 493 bei Wildvögeln und 87 bei Zoovögeln, wurde kein hochpathogenes Geflügelpestvirus nachgewiesen.
 
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