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Schweinemarkt

Danish Crown verspricht seinen Erzeugern 8 Cent mehr

Josef Koch, dlz agrarmagazin
am
10.11.2016

Danish Crown verspricht seinen Schweineerzeugern höhere Preise als im europäischen Durchschnitt. Damit will Danish Crown Marktanteile zurückgewinnen.

In den vergangenen Jahren mussten sich die dänischen Schweinemäster häufig mit Preisen begnügen, die unter denen in Deutschland lagen. Als Folge exportierten immer mehr Erzeuger ihre Schweine nach Deutschland oder stellten ihren Betrieb komplett auf die Ferkelerzeugung um.

Um diese Trends umzukehren und sich den Rohstoff für die kommenden Jahre zu sichern, beschloss der Verwaltungsrat von Danish Crown, den Miteigentümern des Unternehmens bis zum Jahr 2021 einen Preis zu garantieren, der um 0,60 DKK/kg Schlachtgewicht (ca. 8 Cent/kg) über einem europäischen Vergleichspreis liegt.

Preisfindung stark an Deutschland gekoppelt

"In der Vergangenheit haben wir unsere Preise fast ausschließlich mit den in Deutschland gezahlten Preisen verglichen", erklärte Erik Bredholt, Vorstandsvorsitzender von Danish Crown. Diese Preisfindung geht auf eine Zeit vor gut zehn Jahren zurück, als dänische Erzeuger ihre Tiere verstärkt an deutsche Schlachtereien geliefert hatten. Der Vergleich mit einem einzigen Land bedeute allerdings, dass dortige marktbewegende Entwicklungen sich auch stark auf den dänischen Preis auswirken.

Deutsche Notierung gezielt unter Druck gesetzt?

Die ISN sieht die Aktion von Danish Crown indes für deutsche Schweinehalter kritisch. "Danish Crown habe am Standort Essen (bei Oldenburg) im Oktober 2016 den hiesigen Markt mit Hauspreiszahlungen mal wieder massiv unter Druck gesetzt. Will Danish Crown die deutsche Notierung womöglich bewusst unter starken Preisdruck setzen, um den dänischen Markt zu stärken und vor den eigenen Mitgliedern gut dazustehen?", hinterfragt der Interessensverband.

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