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Geflügel

'Discount-Preiskampf ruiniert Eierbranche'

von , am
20.01.2014

Der Discount-Handel drückt derzeit die Eierpreise bis zu 23 Prozent. Der Landesverbandes der Niedersächsischen Geflügelwirtschaft (NGW) warnt vor den Folgen für die Branche.

Preissturz: Aldi senkte die Preise für Eier aus Bodenhaltung um 23 Prozent. © landpixel
"Die Preise für Eier aus Bodenhaltung haben einen neuen Tiefstand erreicht. Der von den großen Discountketten initiierte Preiskampf mit Preissenkungen um 23 Prozent ruiniert eine ganze Branche", so NGW-Vorsitzender Friedrich-Otto Ripke. "Der Preisdruck wird direkt durchgereicht von den Handelsketten bis zum Legehennenhalter, so dass die Eiererzeuger keine kostendeckenden Preise mehr erzielen." Der NGW-Landesverband spricht sich entschieden gegen das derzeitige "Verramschen" von Grundnahrungsmitteln im Discountbereich aus, zumal die deutschen Eier mit einer Selbstversorgung von knapp 70 Prozent nicht einmal den Eigenbedarf in Deutschland decken.

Tierschutzmaßnahmen erhöhen Erzeugerpreise

"Gerade in einer Phase der Weiterentwicklung des Tierschutzes im Bereich der Legehennenhaltung ist dieses Vorgehen der Discounter das völlig falsche Signal. Die übrigen Lebensmittelketten sollten hier ein Zeichen für Eier aus heimischer Erzeugung setzen und den irreführenden Preiskampf nicht mitmachen", rät Ripke den Verantwortlichen der Handelsketten. Auf die niedersächsischen Legehennenhalter kommen über den Tierschutzplan neue Herausforderungen zu, wie z.B. der Verzicht des Kürzens der Schnabelspitzen, der mit erheblichen Mehraufwendungen für die Tierhalter verbunden ist. Ripke erklärte, "dass sich die höheren Anforderungen an die Haltungsbedingungen in der Praxis nur über kostendeckende Erzeugerpreise umsetzen lassen. Ansonsten ist der Tierschutz zum Scheitern verurteilt."
 

Deutschland hat höchste Standards

Deutschland hat weltweit mit die höchsten Haltungsanforderungen in der Legehennenhaltung. Bis Ende 2009 haben die Legehennenhalter erst von der konventionellen Käfighaltung mit hohem finanziellen Aufwand auf alternative Haltungssysteme umgestellt. Trotzdem kommen immer noch für die industrielle Verarbeitung viele Eier aus konventioneller Käfighaltung aus benachbarten EU-Ländern und dem Baltikum nach Deutschland. Der NGW fordert hier eine eindeutige Kennzeichnung auch für Eier, die für die Industrie vorgesehen sind bzw. die zu Eiprodukte verarbeitet wurden.
 
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