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Pferdehaltung

Düngeverordnung: Darauf müssen sich Pferdehalter einstellen

Pferdemist sammeln
am Montag, 20.04.2020 - 09:41 (Jetzt kommentieren)

Die neue Düngeverordnung verschärft auch die Bedingungen für Pferdehalter. Was genau Sie jetzt beachten müssen, lesen Sie hier.

Mit der neuen Düngeverordung werden auch die Anforderungen an pferdehaltende Betriebe strenger. In jedem Fall muss für eine Pferdehaltung eine sichere Mistlagerung nachgewiesen werden. Sie muss so gestaltet sein, dass kein Sickersaft auslaufen kann. Außerhalb des Stalls muss dafür eine Mistplatte zur Verfügung stehen, die entweder überdacht ist oder bei der sich eine Grube befindet, in der der Sickersaft aufgefangen werden kann. 

Unabhängig davon, ob der Pferdehalter einen GAP-Antrag gestallt hat oder nicht, muss er für seinen Pferdemist eine Mindestlagerkapazität von zwei Monaten vorweisen. Als sichere Lagerung wird auch das Nutzen einer Mistmatratze in einem Tiefstreustall akzeptiert, wenn dies auf dem Betrieb plausibel ist. Darüber hinaus kann die zweimonatige Lagerverpflichtung auch über einen wasserdichten Container erfüllt werden. Der Container muss entweder abgedeckt werden oder unter einem Dach stehen. Diese Art der Mistlagerung muss jedoch mit dem örtlichen Landkreis abgesprochen werden.

Pferdemist: Abgabe an Landwirte

Einige Biogasanlagen nehmen Pferdemist auf, allerdings oft nur ungern, denn häufig besteht der Mist überwiegend aus Stroh. Voraussetzung für die Nutzung von Pferdemist in Biogasanlagen ist, dass dieser dort als Inputstoff genehmigt ist. 

Für die Abgabe des Mist kommen daher vor allem Landwirte in Frage, die den Mist zur Düngung nutzen. Der Landwirt kann den Mist auch auf dem Feld, auf dem er ausgestreut werden soll, zwischenlagern. Der Misthaufen muss dazu allerdings abgedeckt werden. Diese Zwischenlagerung am Feldrand befreit den Betrieb jedoch nicht davon, einen ordnungsgemäße Lagermöglichkeit auf der Hofstelle nachzuweisen. 

Meldepflicht für Abgabe und Aufnahme von Pferdemist

Sobald der Pferdehalter mehr als 200 t Pferdemist im Jahr abgibt, besteht eine Melde- und Aufzeichnungspflicht für Abgeber und Aufnehmer. Durch eine Änderung der Meldeverordung am 1. Juli 2017 sind auch Betriebe meldepflichtig, die in Summe mehr als 200 t Wirtschaftsdünger im Jahr aufnehmen. Bei der Meldung einer Lieferung muss die Betriebs- beziehungsweise Registriernummer vom Abgeber und Empfänger angegeben werden. Weiterhin ist zu beachten, dass die Meldung spätestens einen Monat nach Abschluss einer Lieferung erfolgen muss und die Aufzeichnungen 7 Jahre aufbewahrt werden müssen.

Grundsätzlich muss die Lagerung auf einer wasserundurchlässigen Fläche erfolgen und das Auffangen von Niederschlagswasser und Jauche möglich sein. Wenn Pferdemist an landwirtschaftliche Betriebe abgegeben werden soll, ist ein Lieferschein vom Pferdehalter als Abgeber und eine Kennzeichnung des Pferdemistes erforderlich.

Erstellung eines Nährstoffvergleichs prüfen

Die Vorgaben zur Erstellung eines Nährstoffvergleichs sind in § 8 Düngeverordung (DüV) geregelt. Beim Nährstoffvergleich werden die Zu- und Abfuhr für Stickstoff und Phosphat auf landwirtschaftlichen genutzten Flächen verglichen beziehungsweise bilanziert. Jeder Betriebsinhaber, der wesentliche Nährstoffmengen auf einen Schlag ausbringt, muss spätestens bis zum 31. März für das abgelaufene Düngejahr einen Nährstoffvergleich erstellen. Dies gilt auch für Betriebe, die keinen GAP-Antrag stellen. Ausgenommen sind Kleinbetriebe unter 15 ha, die extensiv düngen und die Bagatellgrenze der Düngeverordnung unterschreiten (kein Schlag erhält mehr als 50 kg N oder 30 kg P2O5 je ha und Jahr).

Wenn ein Nährstoffvergleich nötig ist, dann muss auch eine Düngebedarfsermittlung vor der ersten Düngung des Jahres gemacht werden.

Ausbringungsmengen und Sperrfristen

Festmist von Huf- und Klauentieren sowie Kompost kann unabhängig von der Vorfrucht und ohne Begrenzung 60 kg Gesamt-N und/oder 30 kg Amino-N ausgebracht werden. Es gibt hierfür lediglich die Sperrfrist vom 01. Dezember bis 15. Januar (nach der Verordnung zur Änderung der Düngeverordnung vom 27. März 2020).  Auf den nitratbelasteten Gebieten (Rote Gebiete) verlängert sich die Sperrfrist ab dem 01.01.2021 auf drei Monate (01. November bis 31. Januar). Die maximal auszubringende Menge orientiert sich hierbei am Gesamt-N-Düngebedarf der nachfolgenden Kultur und sind mit Mindestanrechenbarkeit zur Folgekultur im Frühjahr zu berücksichtigen. 

Mit Material von Landwirtschaftskammer Niedersachsen

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